Ebnat-Kappel/Jonschwil
Nach dem Bruch mit der alten Band: Tom Sutter ist jetzt solo unterwegs und hat mit seinem Sohn einen Videoclip gedreht

Tom Sutter tourte mit Swissmayd durch Europa. Vor einem Jahr stieg er aus der Band aus. Nicht im Guten, wie er sagt. Nun hat der in Jonschwil wohnende Heimweh-Ebnat-Kappeler seinen ersten Song mit Video veröffentlicht. Ein Album soll folgen.

Pablo Rohner
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Tom Sutter, Songwriter aus Ebnat-Kappel, der in Jonschwil wohnt, ist seit der Trennung von seiner Band Swissmayd solo unterwegs.

Tom Sutter, Songwriter aus Ebnat-Kappel, der in Jonschwil wohnt, ist seit der Trennung von seiner Band Swissmayd solo unterwegs.

Jack Frei/Pd

Paare trinken im Kerzenschein etwas zusammen. Jemand gibt seiner Freundin den Laufpass, indem er ihr den Ring ins Cocktailglas wirft. Dazu spielen zwei Männer Gitarre, einer singt. Auf dem Tresen steht ein Totenkopf aus Glas mit Hut. Szenen einer Bar.

Das Schild an der Tür sagt zwar «Geschlossen. Kommt bald wieder». Doch was im Musikvideo des Toggenburger Sängers Tom Sutter zu sehen ist, weckt Sehnsucht. Nach Wochenenden und Feierabenden, nach sozialem Leben in Räumen, die nicht in den eigenen vier Wänden liegen.

«Light for Others» von Tom Sutter

Quelle: Youtube

Mit seinem Song «Light for Others» will der in Jonschwil wohnhafte Sänger aufmuntern und eine Freude machen. «Der Zeitgeist verlangt danach», sagt Sutter. Vielen, die er kenne, gehe es gerade nicht gut. Da fände er es schön, wenn Leute wie er, denen es gut geht, auch mal «ein positives Zeichen senden».

Neue Freiheit nach Knatsch bei Swissmayd

«Light for Others» ist Sutters erster Song als Solokünstler. Im April 2020 ist er aus der Band Swissmayd, mit der er unter anderem im Vorprogramm der schwedischen Hardrockband The Poodles durch Europa getourt ist, ausgestiegen. «Leider nicht im Guten.» In die Details will er nicht gehen, sagt nur: «Da sind tiefe Schubladen aufgemacht worden.»

Sutter war bei Swissmayd Hauptsongwriter, alleine Songs zu schreiben fällt ihm also leicht. Mehr noch: «Ich geniesse es, musikalisch keine Kompromisse mehr eingehen zu müssen.» Auch mal solo etwas zu machen, sei ein lang gehegter Wunsch von ihm gewesen. «Doch der Gesang war immer der Stolperstein.»

Bald Albumaufnahmen in Sirnach?

Eine leichte Asymmetrie im Kräfteverhältnis von Instrumenten und Gesang ist in «Light for Others» auch zu hören. Die abwechslungsreiche Komposition, das reiche Spektrum der Gitarren, der Ohrwurmrefrain – der Song hat alles, was eine klassische Rockballade mit Einflüssen aus Country und Americana-Stilen braucht.

Da fällt es nicht so ins Gewicht, dass Sutters Stimme ohne Hintergrundgesang manchmal etwas nackt wirkt. Sutter selbst sagt: «Ich bleibe dran, es wird immer besser.» Bis zu den nächsten Studioaufnahmen bleibt noch etwas Zeit. Genug Songs für ein ganzes Album habe er jedenfalls im Köcher. Gut möglich, dass er dieses auch in Frank Acklins Störsender Studio in Sirnach aufnimmt – wie schon «Light for Others».

«Heimweh-Toggenburger» im Wohnblock

Eingangs des Videos, das sein Sohn Joshua gefilmt hat, ist kurz eine mittelalterliche Fahne mit schwarzem Hund zu sehen. Es ist die Totenfahne Friedrichs VII, dem letzten Grafen von Toggenburg. Er sei eben ein «typischer Heimweh-Toggeburger», sagt Sutter. Zurzeit sucht er ein Haus in Ebnat-Kappel, dem Dorf, in dem er aufgewachsen ist. In den nächsten zwei Jahren will Sutter «back to the roots» gehen. Er ist zuversichtlich, dass es klappt.

Bis dahin fährt er mit der Gitarre im Kofferraum nach Brunnadern, zu seinem alten Freund und Mentor Jack Frei, auch er kommt aus Ebnat-Kappel. In Freis Bauernhaus probt Sutter, seit sich die Nachbarn in seiner Blockwohnung über den Lärm beschwerten.

Tom Sutter, Songwriter aus Ebnat-Kappel, der in Jonschwil wohnt, ist seit der Trennung von seiner Band Swissmayd solo unterwegs.

Tom Sutter, Songwriter aus Ebnat-Kappel, der in Jonschwil wohnt, ist seit der Trennung von seiner Band Swissmayd solo unterwegs.

Jack Frei/Pd

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