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Frauen sind die Rettung des einstigen Männerchors

Vor 133 Jahren als Männerchor Dietschwil gegründet, heisst der Chor nun «VoceSonante». Mit Präsidentin Mirjam Meili und Dirigentin Jacqueline Gemperli besetzen zwei Frauen wichtige Posten.
Beat Lanzendorfer
Anlässlich von «Kirchberg bewegt 2017» fand am 3. September auf dem Dorfplatz ein «offenes Singen» statt. Mit dabei der Chor Sing mit Dietschwil, der sich mittlerweile in VoceSonante umgetauft hat. Vorne am Piano Dirigentin Jacqueline Gemperli. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Anlässlich von «Kirchberg bewegt 2017» fand am 3. September auf dem Dorfplatz ein «offenes Singen» statt. Mit dabei der Chor Sing mit Dietschwil, der sich mittlerweile in VoceSonante umgetauft hat. Vorne am Piano Dirigentin Jacqueline Gemperli. (Bild: Beat Lanzendorfer)

«Es stand schon lange der Wunsch im Raum, dem längst gemischten Chor einen neuen Namen zu geben», sagt Mirjam Meili. Sie ist im August 2017 zur Präsidentin von «Sing mit Dietschwil» gewählt worden. 1885 als Männerchor Dietschwil gegründet, erfolgte 1996 die Umbenennung auf «Sing mit Dietschwil». Mit ein Grund war die Tatsache, dass die Zahl der männlichen Mitglieder immer mehr schwand.

Ein neuer Name muss her

Weshalb Mirjam Meili das höchste Amt im Vorstand des Chores angenommen hat? Die Umstände, wie es dazu gekommen ist, erklärt sie gleich selber. Lachen kann sie noch heute darüber: «Da spielte, wie so oft im Leben, der Zufall mit. Ich suchte für eine Hochzeit eine Pianistin als Begleitung und habe Jacqueline Gemperli, die mir bisher nicht bekannt war, angefragt.» Danach ist alles ziemlich schnell gegangen. Die 22-jährige Dirigentin von «Sing mit Dietschwil», sie war selber erst wenige Monate im Amt, schlug Mirjam Meili vor, doch einmal während einer Probe beim Chor vorbeizuschauen.

«Es hat mir von Anfang an gefallen.» Beim Mitsingen ist es nicht geblieben. Kaum dabei trat wiederum die Dirigentin an sie heran, ob sie keine Lust hätte, gleich noch das Präsidentenamt zu übernehmen. Nach einer Nacht Bedenkzeit sagte sie zu. Der gemischte Chor konnte dadurch innert weniger Monate zwei wichtige Ämter mit dynamischen Frauen besetzen, nachdem sich zuvor trotz intensiver Suche keine Lösung abgezeichnet hatte. Es machten sogar Stimmen die Runde, den Chor aufzulösen.

Apropos Suche: Weil der Männeranteil jenem der Frauen etwas hinterherhinkt, sind gute Tenor- oder Bassstimmen immer willkommen. Geprobt wird jeweils am Donnerstagabend von 20 bis 21.30 Uhr in der Aula des Lerchenfeldschulhauses.

Euphorie statt Auflösung

Die Auflösungsgedanken sind verflogen, mittlerweile herrscht fast schon so etwas wie Euphorie. Dazu beigetragen haben unter anderem die letztjährigen Gospelkonzerte während der Adventszeit in den Kirchen von Wil, Kirchberg und Bazenheid. «Für dieses Projekt haben wir unseren Chor auf ‘Sing mit Kirchberg’ umgetauft», erklärt die 34-jährige Meili, die in Dussnang aufgewachsen ist, als Schulleiterin an der Primarschule Herrenhof in Uzwil arbeitet und seit sieben Jahren in Kirchberg wohnt. «Es war allerdings von Anfang an klar, dass der Name lediglich temporär verwendet wird.»

Zurück zum Alten wollte man aber auch nicht. In der Gemeinde Kirchberg gebe es verschiedene Chöre und viele Vereine. Es sei daher schwierig, weitere Mitglieder aus Kirchberg zu finden. Ziel ist es dennoch, den Chor zu erweitern und auch junge Leute anzusprechen, sodass eine gute Durchmischung weiterhin vorhanden sei. Ebenfalls möchten die Mitglieder mit ihren Auftritten einen lebendigen, freudigen und dynamischen Chor nach aussen präsentieren.

Beim Bergsteigen hoch hinaus

An der Hauptversammlung im vergangenen Januar wurde dann erstmals über das Traktandum Namensänderung diskutiert. Die eingereichten Vorschläge konnten aber noch nicht befriedigen. An einer weiteren Sitzung entschied sich der Vorstand für «VoceSonante», was übersetzt «die klingende Stimme» bedeutet. «Wir haben uns aus diversen Vorschlägen bewusst für etwas Italienisches entschieden. Namen mit Bezug zum Englischen gibt es schon zur Genüge», sagt Meili. Interessantes Detail: Unbewusst wählte der Vorstand anstelle eines S bei Sonante einen Notenschlüssel. Dieser fand bereits bei «Sing mit Dietschwil» Anwendung.

Mit neuem Namen bereitet sich der 45 Mitglieder umfassende Chor nun auf das diesjährige Projekt vor. Im November wird jeweils zweimal in Bazenheid und Wil das Musicalprogramm «We go together» aufgeführt.

Trotz intensiver Wochen der Vorbereitung muss bei Mirjam Meili Platz für ein weiteres Hobby sein – jenem des Bergsteigens. Sie hat bereits 13 Viertausender in der Schweiz bestiegen, wobei der Dom und die Dufourspitze zu ihren Favoriten gehören. «Einmal im Jahr muss ich über 4000 Meter sein, dann geht es mir gut», sagt sie am Ende des Gesprächs und bereitet sich auf den nächsten Viertausender vor.

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