Fotoausstellung im Bütschwiler Seniorenheim: Von Veränderungen lernen

Noch bis Ende Mai setzt das Seniorenzentrum Solino Fotos von Adrian Scherrer neben die Bilder von Alfred Lichtensteiger. Die Ausstellung spiegelt damit das Jahresmotto «Offen für Neues – Umgang mit Veränderungen» perfekt wider.

Sascha Erni
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Restaurant Krone in Dietfurt – damals und heute

Der Dietfurter Fotograf Alfred Lichtensteiger ist vielen in der Region ein Begriff. Und auch Adrian Scherrer haben es die Bilder Lichtensteigers angetan. Als Geschichtsinteressierter kam der Hobbyfotograf auf die Idee: Was, wenn man Lichtensteigers Orts- und Landschaftsbilder, die er bis zu seinem Tod im Jahr 1952 abgelichtet hatte, dem Jetzt-Zustand gegenüberstellt? Gesagt, getan. Scherrer griff zur Kamera und stellte eine Auswahl von Lichtensteigers Bildern aus Bütschwil, Ganterschwil und Dietfurt 1:1 nach. Ergänzt hat Scherrer die Bilderauswahl mit Luftaufnahmen von einst und heute. Nun sind diese Fotopaare noch bis Ende Mai im Verbindungsgang vom Bistro zum Trakt Nord des Seniorenzentrums Solino zu besichtigen.

Markus Brändle, Leiter des Regionalen Seniorenzentrums Solino in Bütschwil. (Bild: PD)

Markus Brändle, Leiter des Regionalen Seniorenzentrums Solino in Bütschwil. (Bild: PD)

Im Gespräch führt Markus Brändle, Leiter des Solinos, die Beweggründe hinter der Ausstellung aus. Jedes Jahr lege eine Kommission ein neues Motto fest, das aktuelle Jahresmotto lautet «Offen für Neues – Umgang mit Veränderungen». «Wir machen dazu verschiedene Aktionen, jetzt also ganz konkret die Veränderung des Ortsbildes», erklärt er. Als Institution setze sich das Solino stark mit der Zukunft auseinander. Aber dazu dürfe auch der Rückblick nicht fehlen. Mit solchen Ausstellungen öffne sich das Seniorenzentrum nach aussen, könne aber auch den Bewohnerinnen und Bewohnern etwas bieten.

Die Drohnenaufnahmen waren das Schwierigste

Am 9. April war die Ausstellungseröffnung. Adrian Scherrer erläuterte den Interessenten Aufnahmeposition und Inhalt der Fotos. «Ich wollte die Bildausschnitte so exakt wie möglich reproduzieren», erklärte er. Das sei nicht immer einfach gewesen, so habe es etwa in Bütschwil heute deutlich mehr Bäume, die Häuser verdecken, als noch vor 80 Jahren. Die grösste Herausforderung seien aber die Luftaufnahmen gewesen. Scherrer benutzte dazu eine Drohne. «In der Live-Ansicht auf dem Mini-Display hat man das Gefühl, Winkel und Position würden schon stimmen. Daheim merkt man dann, da passt überhaupt nichts», lachte er. Aber der Hitzesommer 2018 habe wenigstens für stabile Wetterverhältnisse gesorgt, so dass er die Drohnenaufnahmen beliebig oft wiederholen konnte.

Fotograf Adrian Scherrer erklärte den Besucherinnen und Besuchern ausführlich Details zu den Bilderpaaren. (Bild: Sascha Erni)

Fotograf Adrian Scherrer erklärte den Besucherinnen und Besuchern ausführlich Details zu den Bilderpaaren. (Bild: Sascha Erni)

Die Gäste, mehrheitlich Bewohner des Solino, hatten sichtlich Freude an den Bildern. «Hast Du nicht mal da gewohnt?», war oft zu hören, begleitet von Fingerzeigen auf die Fotos Lichtensteigers und dem direkten Vergleich mit Scherrers Bildern. Markus Brändle hatte in seiner Eröffnungsansprache gesagt: «Sie hier im Solino sind ein Schatz an Erinnerungen, so können wir alle von Ihnen lernen, mit Veränderungen umzugehen.» Ganz offensichtlich sollte er recht behalten.