Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Forscher und Soldaten Hand in Hand: Vor zehn Jahren wurde Munition aus einer Höhle geborgen

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Peter Bochsler, Toggenburger Gesellschaft für Höhlenforschung, war der erste, der sich in die über 50 Meter tiefe Höhle wagte. (Bild: PD)

Peter Bochsler, Toggenburger Gesellschaft für Höhlenforschung, war der erste, der sich in die über 50 Meter tiefe Höhle wagte. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

9. August: Wattwil. Der Verband der kantonalen Landjäger hielt seine Jahreshauptversammlung ab. Verbandspräsident Messmer ehrte in seinem Eröffnungswort das Andenken von vier verstorbenen Kollegen. Im Jahresbericht des Präsidenten wurde ganz besonders der infolge der heutigen Zeitverhältnisse noch schwieriger gewordene Dienst des Landjägers geschildert.

Die Regierung sollte sich weitherziger zeigen in der Regelung der Frage der Pensions- und Alterskasse, in der Gehaltsfrage und bei Tagesentschädigungen. Das Wahlgeschäft vollzog sich rasch. Als Präsident wurde wiederum Messmer, Landjäger in Wattwil, gewählt und die übrigen Mitglieder der Kommission bestätigt. In der allgemeinen Umfrage wurde noch eine Reihe wertvoller Anregungen gemacht.

9. August: Obertoggenburg. Der eidgenössische Postkurs Nesslau–Wildhaus–Buchs beförderte mit seinen drei grossen Postomnibussen im Juni 5000 Personen und im Juli 8000 Personen.

13. August: Mosnang. Die drei Diebe, die hier kürzlich einen Einbruch verübten, wurden vom Bezirksgericht zu insgesamt 26 Monaten Zuchthaus verurteilt.

13. August: Hemberg. Das Dorf Hemberg hat auch dieses Jahr seinen guten Ruf als vorzüglicher Höhenkurort glänzend bewährt. Die Frequenzzahl der Kurgäste dürfte für diese Saison alle früheren übertreffen. Noch laufen täglich zahlreiche Anmeldungen für den Herbstaufenthalt ein.

13. August: Obertoggenburg. Im obern Toggenburg marschiert eine Berglerin mit einem Butterballen im Korbe nach Krummenau hinunter. Der Zufall will es, dass ihr der Kantonspolizist begegnet. «He, gute Frau, was habt ihr da im Korbe drin»?, lautet nun die Frage. «Schmalz!», antwortet die Mutige, ohne sich zu besinnen. «Was soll’s damit?», erkundigt sich der amtliche Behüter der Schmalzrationen, schon im Gefühl, einen «fetten» Fang gemacht zu haben.

Aber die wackere Berglerin gibt mit der grössten Seelenruhe und Bestimmtheit die Auskunft: «Der letzte Schmalzballen ist mir während meiner Abwesenheit vom Hause gestohlen worden. Von da ab nehme ich ihn immer mit, wenn ich ausgehen muss.» Sprach’s und ging heiter ihrer Wege.

Vor 50 Jahren

8. August: Wattwil. Ob jemand schon seit Jahrzehnten in Wattwil wohnt oder eben erst hierhergezogen ist, etwas kann er (oder sie) nicht übersehen: die Ruine «Iberg», stolzes Wahrzeichen von Wattwil. Wie ein Signet, das untrennbar mit einer Firma verbunden ist und ihr den Stempel aufdrückt, so ist die «Iberg» mit Wattwil verbunden. An herrlichster, dominierter Lage, ist sie das dankbare Ziel zahlreicher Spaziergänger.

Welcher Bub spielt nicht gerne auf der «Iberg» den Ritter und träumt vom Hufgeklapper der Pferde, vom Geklirr der Waffen; überhaupt von den Zeiten, die nur noch in Geschichtsbüchern, Sagen und Märchen weiterleben. Seit zwei Jahren erstrahlt die «Iberg» während der Sommermonate jede Nacht im Lichterglanz, im Frühjahr und Herbst jeweils an den Wochenenden. Wir möchten sie nicht mehr missen, «unsere Iberg», deren heutiger Turm seit Jahrzehnten das Leben und Treiben von Wattwil beobachtet.

13. August: Speer. Die von den St.Galler Wanderwegen organisierte Radiowanderung profitierte von der andauend guten und beständigen Witterung, sodass gegen 700 Wanderer aus allen Teilen der Schweiz in den Genuss einer angenehmen Tour kamen. Eine Grossleistung vollbrachten die Autobetriebe Amden, indem sie innert kürzester Frist nahezu 350 Teilnehmer und Teilnehmerinnen nach Amden beförderten. Nach der Mittagsrast auf Alp Oberchäseren wurde der 1950 m hohe Speer förmlich bestürmt. Wohl noch nie sah man auf diesem höchsten Nagelfluhberg Europas so viele Bergwanderer.

Vor 20 Jahren

9. August: Ebnat-Kappel. Mehr als 30 Flüge waren notwendig, um die demontierten Masten des Sesselliftes Girlen in «handlichen» Teilen ins Tal zu befördern. Die Aktion begann gegen 10.30 Uhr, kurz nach halb zwei hatte der Helipilot seine Arbeit erledigt und flog wieder weiter. Seit dem Frühjahr ist die Firma Bartholet Metallbau AG aus Flums mit den Vorbereitungen für den Transport ins Tal beschäftigt.

Nun war es soweit: Ein Helikopter-Team der Firma Rotex machte sich an die Arbeit. Nach gut drei Stunden waren etwa 50 Tonnen Stahl auf den unterhalb der Bahn gelegenen Parkplatz geschafft worden. Die Masten werden vor Ort weiter zerlegt und dann per LKW ins Werk nach Flums geschafft. «Die Teile werden bei uns revidiert», erklärte Projektleiter Niklaus Wildhaber, «ein Teil kann sicherlich noch verwendet werden, der Rest ist Schrott.» - Damit hat der Girlenlift aufgehört zu existieren.

11. August: Lütisburg. Dieses Jahr werden erstmals zwei Tage als Open Air durchgeführt. Das Festival «Tufertschwil 99» wird am 21. August mit einem Paukenschlag eröffnet. An der Rock/Pop-Night treten nebst den Status Quo, welche den Höhepunkt bilden, die Spider Murphy Gang, Desert Rats und Polo Hofer mit der Schmetter-Band auf. Alle Zahlen im Zusammenhang mit einer der dienstältesten Rockband der Welt sind wahrlich imposant. Status Quo verkauften weltweit rund 110 Millionen Platten. Sie haben mit 52 Musiktiteln mehr Singles in den britischen Charts platziert als jede andere Band. Ihr erster Hit hiess im Januar 1968 «Pictures of Matchstick Men».

Vor 10 Jahren

8. August: Brunnadern. Komplimente für Gastfreundschaft, Organisation und Landschaft erhalten das Neckertal und das OK der Islandpferde-WM in Brunnadern von Reitern, Gästen und Einheimischen. Bis auf, vor allem am Morgen vor den Toiletten und Duschen lange Warteschlangen, oder ein fehlender Parkplatz hie und da, scheint der Anlass bei allen ein voller Erfolg zu sein. Die Zwischenbilanz des OK-Präsidenten Roger Scherrer fällt positiv aus. Mit Schweizer Finalteilnehmern stimmen die sportlichen Resultate und auch Sicherheitschef Michael Dürst bemerkt, dass die bisherigen Zwischenfälle gemessen an der Anzahl Personen, im Rahmen liegen.

8. August: Obertoggenburg. Räumung von Munitionsrückstände. Unterhalb des Zuestollens, in der Nähe der Langlitten, haben sich die Mitglieder der Toggenburger Gesellschaft für Höhlenforschung und verschiedene Armeeangehörige eingefunden. Die anstehende Aufgabe hat es in sich, wollen Forscher und Armeeangehörige doch zusammen eine Höhle von militärischen Überbleibseln reinigen. Was für Munitionsrückstände genau in der Höhle liegen, kann erst vor Ort festgestellt werden. Wie genau die Munitionsrückstände in die Höhle gelangten – ob von Menschenhand, mit Schnee oder Geschiebe – weiss man nicht.

Peter Bochsler, Präsident der Toggenburger Gesellschaft für Höhlenforschung, ist mittlerweile in sein Höhlenforsch-Kombi geschlüpft, hat sich Helm und Klettergeschirr angezogen und ist bereit für einen ersten «Tauchgang». Mit der Winde wird er langsam und behutsam in die Tiefe gelassen. Doch schon auf halbem Weg gibt es das erste Problem – das Seil schürft über einen Vorsprung im Schacht. «Höhlenforscher verlassen sich normalerweise auf die Einseil-Technik. Mit dieser hatten wir dieses Problem nicht», erklärt Tobias Wunderli. Mit einem Hammer und viel körperlichem Einsatz an der Winde, kann das Problem schliesslich gelöst werden. Nicht nur einige Bergspezialisten sind froh, nicht selbst in die enge Höhle zu müssen – denn ein Foto vom dunklen Nichts sind keine 50 Meter Abseilen in Ungewisse wert.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.