Förderung der Prostitution, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung: Die Vorwürfe waren heftig, nun spricht das Kreisgericht Toggenburg alle Angeklagten frei

Drei Personen standen in den letzten zwei Wochen vor dem Kreisgericht Toggenburg. Sie wurden der Förderung der Prostitution sowie weiterer Delikte bezichtigt. Nun sind die Urteile ergangen: Das Kreisgericht Toggenburg sieht die Schuld nicht als erwiesen an.

Martin Knoepfel
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Striptease-Tänzerin in einem einschlägigen Lokal.

Striptease-Tänzerin in einem einschlägigen Lokal.

Symbolbild: Urs Bucher

Drei Männer mussten sich diese und letzte Woche vor dem Kreisgericht Toggenburg in Lichtensteig verantworten. Es ging jeweils um Vorkommnisse aus den Jahren 2008 und 2009.

Der Schweizer Betreiber eines Sex-Etablissements in der Nähe von Wil und ein Kroate waren der mehrfachen Förderung der Prostitution angeklagt, der Kroate zusätzlich der versuchten Vergewaltigung. Zwei junge Ostschweizerinnen - die eine war noch minderjährig - arbeiteten im Sex-Etablissement als Tänzerinnen und Prostituierte. Sie beschuldigten den Betreiber und den Kroaten, Druck auf sie ausgeübt zu haben, damit sie mit der Arbeit nicht aufhörten.

Ein weiterer Schweizer wegen mehrfacher Förderung der Prostitution und der mehrfachen sexuellen Nötigung angeklagt. Er war beschuldigt worden, die beiden Frauen nach deren Weggang aus dem Sex-Etablissement unter Druck gesetzt zu haben, damit sie für ihn als Prostituierte arbeiteten und in Pornos, die er dreht, mitwirkten.

Beiträge an die Anwaltsrechnungen

Das Kreisgericht sprach nun alle Angeklagten von sämtlichen Vorwürfen frei. Die Zivilforderungen der beiden jungen Frauen wurden auf den Zivilweg verwiesen.

Alle drei Männer erhalten Beiträge von je rund 13'000 Franken an ihre Anwaltsrechnungen. Die Verfahrenskosten in allen Fällen trägt ebenfalls der Kanton. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.