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Temporärer Flughafen und ein Rekordversuch - die Schweizer Meisterschaft der Fallschirmspringer in Ebnat-Kappel

Nächste Woche starten und landen in Ebnat-Kappel kleine Flugzeuge. Sie bringen die Teilnehmer der Schweizer Meisterschaft der Fallschirmspringer zu ihrem luftigen Startort.
Sabine Schmid
Das Team TNT der Fallschirmgruppe Sittertal bereitet sich mit Probesprüngen über Sitterdorf auf die Schweizer Meisterschaft vor. (Bild: PD)

Das Team TNT der Fallschirmgruppe Sittertal bereitet sich mit Probesprüngen über Sitterdorf auf die Schweizer Meisterschaft vor. (Bild: PD)

Die Vorfreude bei Marco Rancetti ist gross. Der Fallschirmspringer wird zwar nicht selber an der Schweizer Meisterschaft in Ebnat-Kappel an den Wettbewerben starten. Dafür habe er als OK-Mitglied keine Zeit, sagt er. Er ist aber überzeugt, dass die zweite im Toggenburg ausgetragene Schweizer Meisterschaft der Fallschirmspringer wiederum zum Erfolg wird.

«Für uns ist es einmal etwas anderes, über Ebnat-Kappel abzuspringen», erklärt er. Die Umgebung seiner Homebasis Sitterdorf kennt er aus dem Effeff, auch die rund zehn anderen von Fallschirmspringern genutzten Flugplätze sind ihm bekannt. Aber Ebnat-Kappel? Nein, da haftet wohl ein Hauch von Exotik an.

Für die Schweizer Meisterschaft nehmen die Organisatoren der Fallschirmgruppe Sittertal viel Arbeit auf sich. Aufwendig ist, dass ein temporärer Flugplatz eingerichtet wird, auf dem während der Wettkampftage drei Pilatus Porter starten und landen werden. Dazu kommt weiteres an Infrastruktur, angefangen von einem Festzelt über einen Platz, auf dem die Springer ihre Fallschirme zusammenlegen können, und den verschiedenen Zielgeländen bis zu einem Campingplatz, weil in der Umgebung von Ebnat-Kappel die Hotelzimmer mittlerweile rar geworden sind.

So präzise landen, dass das Publikum staunt

Bereits vor drei Jahren hat die Fallschirmgruppe Sitterdorf die Schweizer Meisterschaften nach Ebnat-Kappel geholt. Marco Rancetti spricht noch immer gerne davon, erzählt von einem Teilnehmerrekord und von Fallschirmspringern, die nach einer langen Pause wieder am Wettkampf teilgenommen haben. «Nur, weil sie Ebnat-Kappel nicht gekannt haben.» In guter Erinnerung sind ihm auch die Toggenburger geblieben. Die Unterstützung der Gemeinde sei grandios gewesen und ist auch jetzt wieder stark. Die Gewerbebetriebe stellen Parkplätze zur Verfügung und die Einheimischen werden sicher wieder aufs Festgelände gehen.

Es gebe viel zu sehen, ist Marco Rancetti überzeugt. Beim Zielspringen kann das Publikum über die Genauigkeit staunen, denn die besten liegen bei der kumulierten Wertung von mehreren Sprüngen nur gerade um wenige Zentimeter neben dem Zielpunkt. Interesse rufen auch die Trockenübungen der Formationen hervor. «Da sie bis am Vortag des Wettkampfes nicht wissen, welche Formationen sie in welcher Reihenfolge zeigen müssen, ist die Abstimmung wichtig. Und die üben die Teilnehmer unter den Augen eines Coaches auf dem Bauch liegend auf Rollwagen», erklärt Marco Rancetti.

Während des Wettkampfes sei es dann schwierig, die Formationen vom Boden aus zu beobachten, darum werden die Sprünge von einem Kameramann begleitet. «Im Festzelt können die Besucher die Videos sehen, die auch die Jury für die Bewertung nützt», sagt er. Zudem rechnet Marco Rancetti damit, dass viele interessiert zuschauen, wie die Springer ihre Fallschirme zusammenrollen und für den nächsten Sprung bereit machen.

Tandemsprünge, Training und ein Rekordversuch

Den Organisatoren kommt zu Gute, dass sie die Infrastruktur bereits einmal aufgebaut haben. Um den Aufwand zu relativieren, wird der Flugbetrieb für Fallschirmspringer bereits am Samstag, 4. August, aufgenommen. Fallschirmspringer können bis und mit Donnerstag ihrem Hobby frönen. Während dieser Tage bieten sie Tandemsprünge an.

«Wir nutzen dabei aber nicht nur ein Flugzeug, um auf Absprunghöhe zu gelangen. Jeweils am Morgen und am Abend steigt ein Heissluftballon auf, aus dem wir Absprünge wagen», erklärt Marco Rancetti. Auch dabei kann das Publikum mitfahren und die Absprünge eins zu eins erleben. Der Donnerstag steht den Teilnehmern für Trainingssprünge zur Verfügung, denn vom Freitag bis Sonntag gilt es ernst. «Wir hoffen, dass uns diesmal der Wettergott gnädig ist», sagt Marco Rancetti. Vor drei Jahren musste der Wettkampf abgebrochen werden, trotzdem gab es in jeder Disziplin genügend Wertungssprünge, um die Sieger zu ermitteln.

Schweizer Rekordversuch soll nachgeholt werden

Auf der Strecke blieb damals auch der Schweizer Rekordversuch. Dieser soll jedoch am Sonntagnachmittag nachgeholt werden. Geplant ist, dass mindestens 23 Fallschirmspringer einen Formationsflug absolvieren und dabei – gemäss Wettkampfwertung – mindestens drei Punkte erzielen.

Dass die zweite Schweizer Meisterschaft auch zugleich die letzte ist, schliesst Marco Rancetti nicht grundsätzlich aus. Zwar wird die Umfahrung Wattwil das Thurtal unterhalb von Ebnat-Kappel auf einer Brücke überqueren. Für eine 400 Meter lange Flugpiste ist daneben aber allemal noch Platz.

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