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Flankierenden Massnahmen im Bütschwiler Zentrum droht ein Referendum

Wenn die Umfahrung Bütschwil in Betrieb ist, sollen im Dorf flankierende Massnahmen in Angriff genommen werden. Fritz Rutz aus Dietfurt ist mit den Plänen nicht einverstanden. Der ehemalige FDP-Kantonsrat hat daher einen Gegenvorschlag ausgearbeitet.
Anina Rütsche
Hier, wo die Ottilienstrasse in die Hauptverkehrsachse mündet, sehen die aktuellen Pläne zu den flankierenden Massnahmen den Bau eines Kreisels vor. (Bild: Anina Rütsche)

Hier, wo die Ottilienstrasse in die Hauptverkehrsachse mündet, sehen die aktuellen Pläne zu den flankierenden Massnahmen den Bau eines Kreisels vor. (Bild: Anina Rütsche)

«So nicht», dachte Fritz Rutz, als die Verantwortlichen der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil im vergangenen Jahr ihre Pläne zu den flankierenden Massnahmen an der Durchgangsstrasse präsentierten. Die Anpassungen, die nach der Eröffnung der Umfahrung ab 2020 erfolgen sollen, umfassen unter anderem einen Kreisel bei der Einmündung der Ottilienstrasse nahe der Migros und die Neuklassifizierung von Strassenabschnitten. Über die Ottilienstrasse soll künftig der Verkehr nach Mosnang geleitet werden.

Fritz Rutz, ehemaliger Kantonsrat. (Bild: Anina Rütsche)

Fritz Rutz, ehemaliger Kantonsrat. (Bild: Anina Rütsche)

In Bezug auf die flankierenden Massnahmen, die im Dorf viel zu reden geben, haben bereits mehrere Informationsabende stattgefunden – letztmals Mitte November. An jenem Anlass präsentierte Manfred Huber vom Tiefbauamt St.Gallen die aktuellen Projektskizzen. Wie immer, wenn in den vergangenen Monaten über die flankierenden Massnahmen diskutiert wurde, sass auch Fritz Rutz, wohnhaft in Dietfurt, im Publikum. Und wie immer, wenn ihm ein Anliegen wichtig ist, meldete er sich zu Wort. Der ehemalige FDP-Kantonsrat stört sich nämlich an den aktuellen Plänen von Kanton und Gemeinde und hat deshalb einen eigenen Gegenvorschlag ausgearbeitet, der den Verkehr über eine andere Strecke nach Mosnang leiten würde.

«Verkehr nimmt zu, Sicherheit nimmt ab»

Fritz Rutz ist der Ansicht, dass der Kanton mit den vorgeschlagenen flankierenden Massnahmen die Gesetzesgrundlagen nicht erfüllt. Deren Ziel bestehe darin, den überregionalen Verkehr sinnvoll um die Dörfer der Hauptverkehrsachse zu leiten und die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen. Aus seiner Sicht bewirkten die Vorschläge von Kanton und Gemeinde aber das Gegenteil. Rutz sagt, beide Kriterien könnten gemäss aktuellem Stand nicht erfüllt werden:

«Der Verkehr mit dieser Strassenführung und dem Ottilienkreisel ins Dorf statt drumherum geführt würde.»

Tatsache sei, dass der Kanton hier eine Kantonsstrasse plane, welche den eigentlichen Zweck gar nicht erfülle.

«Das ist nicht gesetzeskonform.»

Fritz Rutz befürchtet, dass der tägliche Verkehr nach dem Ausbau der Kantonsstrasse über die Hulftegg und nach Fischingen stark zunehmen würde – bereits heute seien es rund 3500 Fahrzeuge pro Tag auf dieser Strecke. «Das heisst, dass die Ottilien­strasse pro Jahr über eine Million Fahrzeuge des überregionalen Verkehrs ertragen müsste», rechnet Fritz Rutz vor. Dies sei problematisch, da viele Jugendliche diese Strasse mehrmals täglich überqueren müssen, um zum nahen Oberstufenschulhaus BuGaLu zu gelangen. Rutz betont:

«Von erhöhter Sicherheit kann hier keine Rede sein.»

Genau deshalb sei es ihm wichtig, sich gegen die aktuellen Pläne und für seine Alternative stark zu machen.

«Industrie im Lerchenfeld noch besser erschliessen»

Fritz Rutz’ Alternative sieht vor, bei der Einmündung der Ottilienstrasse keinen Kreisel zu bauen. Dafür schlägt der pensionierte Zimmermeister und Unternehmer vor, im Industriegebiet Lerchenfeld einen solchen zu erstellen. Dies, da dort mit der Langenrainstrasse ebenfalls eine Verkehrsachse in Richtung Mosnang abzweigt. Diese bisherige Gemeindestrasse könnte laut Fritz Rutz «problemlos» zur Kantonsstrasse gemacht werden: «So würde Mosnang endlich einen funktionierenden Anschluss ans Kantonsstrassennetz erhalten.»

Ginge es nach der Alternative des Bürgers Fritz Rutz, würde dieser Einlenker beim Restaurant Bahnhof Lütisburg zu Gunsten eines Kreisels aufgehoben. (Bild: Anina Rütsche)

Ginge es nach der Alternative des Bürgers Fritz Rutz, würde dieser Einlenker beim Restaurant Bahnhof Lütisburg zu Gunsten eines Kreisels aufgehoben. (Bild: Anina Rütsche)

Als besten Standort erachtet Rutz seinen Vorschlag Kreisel A. «So würde der Grossteil des Verkehrs gar nicht erst ins Dorf Bütschwil gelangen, sondern könnte vorher abgefangen und durchs Grüne nach Mosnang geleitet werden, was aus meiner Sicht weitaus besser und sicherer wäre», erklärt Rutz.

Die bessere Erschliessung des Gebietes Lerchenfeld sei ohnehin nötig, um dieses als wachsenden Industriestandort, an dem unter anderem der zweite Geflügelverarbeitungsbetrieb der Micarna geplant ist, zu stärken.

Zudem dürfe dieses Gebiet nur von der Langenrainstrasse her erschlossen werden, der Kanton dulde keine neuen Einlenker in die Kantonsstrasse. Auch der Ortsteil Lütisburg Station könne so von einer Entlastung profitieren. Falls diese Linienführung nicht mehr möglich wäre, könnte sich Rutz auch die Variante B vorstellen. Der grösste Gewinner sei bei beiden Varianten das Dorf Bütschwil, da die Ottilienstrasse bei diesem Vorgehen eine Gemeindestrasse bleiben könne und der von der Hulftegg kommende Verkehr direkt via Lütisburg auf die Umfahrung gelenkt würde.

Bei der Gemeinde Bütschwil-Ganterschwil hat man Kenntnis von Fritz Rutz’ Ideen, hat er sie doch mehrfach an Versammlungen und Infoabenden dargelegt.

«Wir werden Unterschriften gegen das Projekt sammeln»

Seine Ideen nennt der ehemalige FDP-Kantonsrat «echte flankierende Massnahmen» und «die Lösung des gordischen Knotens». Einige Mitbürgerinnen und Mitbürger aus Bütschwil habe er bereits von seiner Meinung überzeugen können, sagt der engagierte Pensionär. Er ruft die Bevölkerung dazu auf, sich vermehrt mit den flankierenden Massnahmen auseinanderzusetzen und sich dazu eine Meinung zu bilden. Rutz’ eigene Meinung steht fest: «Es wird dem Stimmbürger nichts anderes übrig bleiben, als gegen den Kredit für die flankierenden Massnahmen das Referendum zu ergreifen und so das ganze Projekt zurückzuweisen.»

Die flankierenden Massnahmen sollen nach Eröffnung der Umfahrung im Herbst 2020 umgesetzt werden. Sobald der definitive Projektplan steht, geht er in die Vernehmlassung beim Gemeinderat. Dies soll im kommenden Frühjahr der Fall sein. Mit Kosten von über einer Million Franken untersteht das Projekt dem fakultativen Referendum. Fritz Rutz sagt:

«Sobald der Kredit zu den flankierenden Massnahmen ausgeschrieben ist, werde ich mit meinen Mitstreitern Unterschriften gegen dieses Vorhaben sammeln.»

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