Finanzielle Lage ist angespannt: Zoohaus Rüegg in Dietfurt bleibt dennoch vorerst offen

Der Zoohändler Peter Rüegg aus Dietfurt wendete die Streichung aus dem Handelsregister ab und plant für die Zukunft.

Fabio Giger
Drucken
Teilen
Schon von aussen sieht man, dass hier vorwiegend Fische verkauft und gezüchtet werden: Das Zoohaus Rüegg in Dietfurt.

Schon von aussen sieht man, dass hier vorwiegend Fische verkauft und gezüchtet werden: Das Zoohaus Rüegg in Dietfurt.

Bild: Fabio Giger

Peter Rüegg steckt in einem Dilemma. Der Inhaber der Zoohandlung Rüegg in Dietfurt will seinen Laden auf keinen Fall schliessen. «Ich möchte den Menschen und ihren Haustieren helfen und mein Wissen weitergeben», sagt der 72-Jährige. Doch um die finanzielle Lage steht es schlecht.

Auf dem Betreibungsamt in Bütschwil stapelten sich Betreibungen und Verlustscheine vom Steueramt und Gläubigern, wie Rüegg erzählt. Das St.Galler Amt für Handelsregister und Notariate drohte, die Zoohandlung aus dem Handelsregister zu streichen, sollten sich die Inhaber bis Ende Februar nicht schriftlich melden. Für das Fachgeschäft wäre es das sofortige Aus gewesen. 

Soweit liessen es die Inhaber aber nicht kommen. Rüegg setzte sich mit den St.Galler Behörden in Kontakt. Sie schilderten ihm den Ernst der Lage. Gemeinsam mit der Bank konnte er eine Lösung finden. Wie diese genau aussieht, möchte Rüegg nicht sagen.

«Kredite bekomme ich keine mehr. Ich stecke all mein Geld und meine ganze Energie in die Zoohandlung».

Nur darum kann der Laden bis auf weiteres bestehen.

Das Zoohaus ist mehr als ein Fachhandel

Rüeggs Sorgen sind damit aber längst nicht aus der Welt geschafft. In den letzten zehn Jahre brach der Umsatz um fast 80 Prozent ein. Angestellte musste er entlassen. Es fehlt an Arbeit und Aufträgen. Fragt man ihn nach den Gründen für die Flaute, kommt der Fisch-Spezialist ins Grübeln: «Die jungen Leute haben kaum mehr Interesse an Tieren. Sie schauen lieber den ganzen Tag aufs Handy und stecken sich Kopfhörer ins Ohr», sagt Rüegg verzweifelt. Wenn mal Leute im Laden sind, kaufen sie nur selten etwas, schauen sich nur etwas um.

Seine Aquarium-Ausstellung ist in der Tat eindrücklich. Fische aus aller Welt sind in seinem Laden zu sehen. Rüegg gilt in der Aquaristik-Szene als Pionier. Er züchtete verschiedene Unterwasserwesen, während andere schier daran verzweifelten. Zudem erfand der Tüftler vor Jahren einen eigenen Filter für Aquarien, der weltweit zum Einsatz kam. Diesen liess er patentieren, verdiente gutes Geld. Mittlerweile ist das Patent abgelaufen und auch dieser Einkommenskanal weggefallen.

Vermehrt auf Trends und Technik setzen

«Wie es weitergeht, steht in den Sternen», sagt Rüeggs Tochter Cornelia Rauscher. Sie würde die Zoohandlung gern übernehmen, kann die körperliche Arbeit aber nicht alleine stemmen. Zukunftspläne hätte sie:

«Mein Traum wäre aus dem Zoohaus ein Tierkompetenzzentrum mit einer Naturheilpraxis zu machen.»

Um mehr Leute in den Laden zu holen, will Rauscher stärker auf aktuelle Trends und die neueste Aquariums-Techniken setzten. Auch ein eigener Onlineshop schliesst sie nicht aus. «Dafür brauchen wir einen neuen Geldgeber oder Teilinhaber», sagt Rauscher. Aufgeben will sie, genauso wie ihr Vater keinesfalls: «Ich mache weiter, wenn es sein muss bis zum Konkurs», bekräftigt Peter Rüegg.

Mehr zum Thema