Fernwärmeprojekt in Alt St.Johann und Unterwasser kann verwirklicht werden

Nach intensiven Vorarbeiten wird das Fernwärme-Projekt in Alt St.Johann und Unterwasser ab April umgesetzt. Insgesamt 4,6 Millionen Franken werden investiert, wie die Stimmbürger am Montagabend an ihrer Versammlung erfuhren.

Adi Lippuner
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Ortsgemeindepräsident Walter Looser zeigt auf dem Plan das Bauvorhaben der Heizzentrale Weier in Alt St. Johann. (Bild: Adi Lippuner)

Ortsgemeindepräsident Walter Looser zeigt auf dem Plan das Bauvorhaben der Heizzentrale Weier in Alt St. Johann. (Bild: Adi Lippuner)

Mit dem Ersatz von zwei in die Jahre gekommenen Heizungen, eine in Alt St.Johann, die andere in Unterwasser wird ein Projekt realisiert, das in der Vergangenheit etliche Hürden nehmen musste. Walter Looser, Präsident der Ortsgemeinde Alt St.Johann, informierte am Montagabend die 55 anwesenden Stimmbürgerinnen und Stimmbürger über die nächsten Schritte.

Fördergelder des Kantons und der Berghilfe

So soll ab April der Heizstrang Alt St.Johann bis Unterwasser, Sändli, gebaut werden. «Wir konnten vereinbaren, dass zum gleichen Zeitpunkt und in den gleichen Gräben auch die Elektro- und Wasserleitungen verlegt werden. Dies ist sicher ein Vorteil, wenn die Arbeiten, welche Kulturland durchqueren, nur einmal ausgeführt werden müssen», betont Walter Looser. Ein Jahr später könne die Heizzentrale Weier, gebaut werden. Die Finanzierung von insgesamt 4,6 Millionen Franken sei sichergestellt, erläutert Walter Looser.

Nebst Eigenmitteln der Ortsgemeinde werde auch die politische Gemeinde einen Beitrag leisten. «Dazu kommen Beiträge der Berghilfe, Fördergelder des Kantons St.Gallen und die Anschlussgebühren. Die Nachfrage ist sehr gut, wir sind positiv überrascht und müssen uns bezüglich zukünftiger Abnehmer keine Sorge machen.» Die Wärme in der neuen Heizzentrale werde zu 95 Prozent aus Holzschnitzel erzeugt, trotzdem brauche es, um Ausfälle zu überbrücken oder Spitzen zu brechen, einen zweiten, mit Heizöl zu betreibenden Ofen. Mit Bildern zeigte der Präsident, wie die isolierten Rohre – in der gleichen Ummantelung werden Vor- und Rücklauf verlegt – aussehen.

Rechnungen schliessen mit Gewinn ab

Sowohl die Rechnung der Ortsgemeinde als auch die der Alpverwaltung Laui-Gräppelen-Mutteli schliesst mit Gewinn ab. Der Überschuss der Alprechnung wird für die Vorfinanzierung von Alpgebäuden und Wegen, die der Ortsgemeinde als Vorfinanzierung Fernheizung verwendet. Bezüglich Waldbewirtschaftung war zu hören, dass die Zusammenarbeit mit der Foag (Forstbetriebe Obertoggenburg AG) eine sehr gute Lösung sei. «Betriebsleiter Reto Hürlimann und sein Team können sich im immer schwieriger werdenden Umfeld der Waldbewirtschaftung behaupten», sagt Walter Looser.

Ab Frühjahr werden zwischen Alt St.Johann und Unterwasser die Rohre für die Fernwärme verlegt und verschweisst. (Bild: PD)

Ab Frühjahr werden zwischen Alt St.Johann und Unterwasser die Rohre für die Fernwärme verlegt und verschweisst. (Bild: PD)

Ein geplanter Neubau eines Alpgebäudes in der Laui müsse, aufgrund der Lawinengefahr neu bewertet werden. «Die Situation vor Ort zeigt, dass wir bezüglich Standort nochmals über die Bücher gehen müssen», liess Walter Looser die Anwesenden wissen. Insgesamt seien diesen Winter im Alpgebiet einige Lawinen niedergegangen, «deshalb stehen Aufräumarbeiten bevor». Peter Diener, seit 20 Jahren Mitglied der Gemeinde-Lawinenfachkommission und langjähriger Rettungschef, gab an der Versammlung dem Publikum Einblick in diese Tätigkeit und zeigte auf, welche Verantwortung er und seine Kollegen tragen.

Lawinenfachkommission ist gefordert

«In Zentrum unseres Tuns steht immer die Sicherheit der Bevölkerung, deshalb sind, bei kritischen Situationen Sperrungen, Umwege und allenfalls auch Evakuationen unumgänglich.»

Dass in diesem Winter der Schnee am St.Johannerberg, trotz einer Hangneigungen von über 30 Grad gehalten habe, sei für ihn auch heute noch unerklärlich, fügt Diener hinzu. Ganz im Gegensatz zum Lawinenwinter im Jahr 1999, denn damals gingen nach Regenfällen zahlreiche Nassschnee-Lawinen ab. Auch am Gulmen, oberhalb von Wildhaus, sei die Lawinenfachkommission gemäss Diener in der Beurteilung der Lage immer wieder gefordert.