Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Lesen.

Interview

Felix Forster von der Bazenheider Dorfkorporation: «Fernwärme ist ein Generationenprojekt»

Mit dem Abschluss der dritten Bauetappe finden die drei Grossprojekte, mit denen das Dorf mit Fernwärme ausgerüstet worden ist, gemäss Felix Forster ein vorläufiges Ende.
Beat Lanzendorfer
In Bazenheid sind in den vergangenen drei Jahren rund hundert Liegenschaften mit Fernwärme erschlossen worden. Das Fernwärmenetz soll in den nächsten Jahren weiter verdichtet werden. (Bild: Beat Lanzendorfer)

In Bazenheid sind in den vergangenen drei Jahren rund hundert Liegenschaften mit Fernwärme erschlossen worden. Das Fernwärmenetz soll in den nächsten Jahren weiter verdichtet werden. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Das Regionalwerk Toggenburg (RWT) hat seit 2017 in drei Etappen das Netz der Bazenheider Fernwärme gebaut. Bauleiter vor Ort war Felix Forster, der als Präsident der Dorfkorporation die Örtlichkeiten bestens kennt.

Die dritte Etappe der Bazenheider Fernwärme ist abgeschlossen. Konnten die Arbeiten fristgerecht beendet werden?

Felix Forster, Bauleiter und Präsident der Dorfkorporation. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Felix Forster, Bauleiter und Präsident der Dorfkorporation. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Felix Forster: Unser Ziel war, dass wir am 1. Oktober Fernwärme liefern können. Letztendlich ist es der 9. Oktober geworden. Dies hängt damit zusammen, dass wir statt der ursprünglich geplanten 2700 Laufmeter Fernwärmerohre 3400 Laufmeter verlegt haben. Ich bin um die Geduld der Einwohner dankbar, denn in der guten Woche, in der sich die Belieferung verzögerte, hätte man durch die einsetzende Kälte bereits heizen können.

Wo gab es die grössten Schwierigkeiten?

Eigentliche Schwierigkeiten traten keine auf. Die Herausforderung war, dass wir viel mehr bauen mussten, als vorgesehen war. Aber so gesehen ist das ein positiver Aspekt. Kommt hinzu, dass wir erneut Wetterglück hatten und die beteiligten Handwerker bei der dritten Etappe von der Erfahrung der vorangegangenen zwei profitierten. Ein Vergleich mit den Vorjahren hat gezeigt, dass wir wöchentlich rund 20 Prozent mehr Rohre verlegten als in den Jahren 2017 und 2018.

Fliesst die Wärme problemlos?

Ja, auch bei denjenigen, die schon in den zwei Jahren zuvor mit Fernwärme angeschlossen wurden. Für sie gab es zu keiner Zeit während der diesjährigen Bauphase einen Unterbruch.

Wie viele Bezüger haben sich gesamthaft für die Fernwärme entschieden?

Wir haben seit 2017 rund hundert Liegenschaften mit der Fernwärme angeschlossen.

Gibt es weitere Einwohner, die mit Fernwärme beliefert werden möchten?

Wir haben seit dem Jahr 2017 drei grosse Fernwärmeetappen realisiert. Ähnlich grosse Projekte sind vorerst nicht vorgesehen. Kleinere Etappen wird es aber nach wie vor geben – das Interesse in der Bevölkerung ist vorhanden.

Trotzdem wird es so sein, dass einzelne Bazenheider Quartiere nicht mit Fernwärme beliefert werden können. Weshalb?

Wir müssen immer auch die Wärmedichte berücksichtigen. Wie viele Abnehmer gibt es im Verhältnis zu den Leitungen, die dafür erforderlich sind. Deshalb haben wir Quartiere, die mittelfristig nicht mit Fernwärme erschlossen werden können. Beispiele sind das Hofmattquartier und der Weiler Nuetenwil. Sie kommen vorerst nicht zum Zug. Es gilt aber anzumerken, dass die Anschlüsse soweit vorhanden sind, falls der Bedarf zu einem späteren Zeitpunkt vorhanden sein sollte. Heute und morgen ist es aber nicht angedacht.

Haben sich Ihre Erwartungen in punkto Fernwärme erfüllt?

Auf jeden Fall. Es hat sich gezeigt, dass wir auf den ersten zwei Bauetappen, die wir in den Jahren 2017 und 2018 realisierten, in diesem Jahr bereits weitere Anschlüsse hinzukamen. Dies erklärt die vorher erwähnte Zunahme der verlegten Laufmeter Fernwärmerohre.

Mit der gesammelten Erfahrung nach drei Bauetappen, was würden Sie im Nachhinein anders machen?

Ich denke, viel anders kann man es nicht machen. Während der einzelnen Bauphasen hat sich aber gezeigt, dass die Belastung der Einwohner sehr hoch war. Speziell an der Toggenburger- und der Wilerstrasse war seitens der Verkehrsteilnehmer sehr viel Geduld gefragt. In diesem Zusammenhang gilt es aber anzumerken, dass die Dorfkorporation Bazenheid von den Bauarbeiten profitierte, weil sie gleichzeitig viele Wasser- und Stromleitungen erneuern konnte, was im Endeffekt den Einwohnern zu Gute kommt.

Wagen Sie noch einen Blick in die Zukunft. Wird Bazenheid irgendwann grossflächig mit Fernwärme erschlossen sein?

Ja, wir denken hier in Bazenheid explizit an ein Fernwärmenetz. Es kann und soll im Verlaufe der Jahre weiter verdichtet werden.

Mit welchem Zeithorizont rechnen Sie?

In diesem Zusammenhang spricht man von Heizungsgeneration, die sich in der Regel über einen Zeitraum von zwanzig Jahren erstreckt. So gesehen ist die Fernwärme ein Generationenprojekt, das uns noch einige Zeit beschäftigen wird.

Das Volk sagt ja zur Fernwärme

Nachdem die Stimmberechtigten an der ordentlichen Bürgerversammlung der Dorfkorporation Bazenheid im März 2016 Ja zur Fernwärme sagten, begannen in den folgenden Monaten die Vorarbeiten für das Grossprojekt.

Die erste Bauetappe verlief vom Industriegebiet nach Unterbazenheid und endete beim Schulhaus Eichbüel (inklusive Dreifachturnhalle Ifang) . Im Jahr darauf wurde das Gebiet Wilerstrasse, Neugasse und Spelterinistrasse erschlossen.

Die dritte Etappe umfasste mehrheitlich Gebiete in Oberbazenheid. Produziert und geliefert wird die Fernwärme vom Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB). (bl)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.