Fazit nach 42 Dienstjahren am BWZT in Wattwil: «Der Teamspirit an dieser Schule ist schlicht und einfach genial»

Paul Forster war während eines grossen Teils seines Berufslebens im Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg tätig. Ende September wurde er pensioniert und blickt nun zurück auf die Highlights seiner Zeit an der Schule.

Julia Engel
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Der Verwalter Paul Forster blickt auf eine lange Karriere am Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg zurück. (Bild: Julia Engel)

Der Verwalter Paul Forster blickt auf eine lange Karriere am Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg zurück. (Bild: Julia Engel)

Der Verwalter Paul Forster kennt fast jede Schraube im Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT). Nach fast 42 Dienstjahren an der Schule sei es für ihn an der Zeit, «sein» BWZT zu verlassen. Er arbeitete noch bis Ende September, nun ist er in den Ruhestand getreten.

Am 1. November 1977 betrat er das neu erbaute Gebäude als Sekretär mit der Vorstellung, ein paar Jahre dort zu arbeiten. Doch die Dienstjahre kumulierten sich und seine Aufgabenbereiche erweiterten sich stetig. Zu Beginn sei er das «Mädchen für alles» gewesen. Nun, nach all den Jahren war er ein wichtiger Teil des BWZT geworden.

Die Schreibmaschine kann nicht mehr mithalten

In den letzten 42 Jahren veränderte sich viel im BWZT. Von Schulleitungs- und Lehrerwechseln über neue Berufsgruppen, die dazukamen, über Standortserweiterungen und Sanierungen des Schulhauses bis zu technischen Erneuerungen, wie zum Beispiel der Realisierung des Informatik-Zusammenschlusses mit der Kantonsschule Wattwil. Viele dieser Projekte haben Paul Forsters Aufgabenbereich stark tangiert. Auch für die Stundenpläne, das Lohn- und Vertragswesen, Personalanstellungen und -abgänge war er zusammen mit dem Rektor verantwortlich. So kam es, dass das Sekretariat ausgebaut werden musste, da eine einzelne Person nicht mehr alle Aufgaben selbst bewältigen konnte.

Auch die technologische Entwicklung sei in diesem Zeitraum enorm vorangeschritten, wie Forster anhand eines Beispiels veranschaulichte:

«Früher haben wir mit der Schreibmaschine Briefe geschrieben, die zwei Tage später in St.Gallen angekommen sind. Heutzutage schreibt man ein E-Mail und erwartet nach wenigen Minuten schon die Antwort.»

Man könne sich diesem Wandel nicht verwehren und das mache er auch nicht, erklärte er weiter. Er sei stets mit der Zeit gegangen, nicht zuletzt, weil er wollte, dass «sein» BWZT gut dastehe.

60 Prozent des Lebens im BWZT verbracht

Es waren die Kontakte mit den Lernenden und Lehrpersonen, die Forster so lange im BWZT hielten. Man bleibe am Ball, wenn man mitbekomme, was die jungen Leute bewegt. «Einen spannenderen Job als diesen gibt es nicht», fand Forster für sich persönlich. Er habe unzählige positive Erinnerungen an dieses Schulhaus, besonders Diplomfeiern und Elternabende seien immer spannend gewesen. «Der Teamspirit hier ist schlicht und einfach genial.» Man sage sich im BWZT mit der Hand «grüezi», arbeite gut zusammen und respektiere sich gegenseitig. «Ich hoffe, das wird hier so weitergeführt», fügte er an.

Die Arbeit habe für ihn immer oberste Priorität gehabt, denn sie erfüllte ihn. Er sei alt geworden in diesem Schulhaus. «Mein Sohn hat einmal ausgerechnet, dass ich rund 60 Prozent meines Lebens hier im BWZT verbracht habe. Zuerst habe ich ihm das nicht geglaubt, aber wahrscheinlich kommt das etwa hin», so Forster lächelnd.

Nur noch ein bisschen Arbeit neben Familienzeit

Die Pension lasse er auf sich zukommen, geplant habe er noch nicht viel, doch Vorstellungen hat Forster bereits: «In meiner Pension möchte ich mich endlich mehr bewegen», verriet er. Mehr in die Natur gehen, wolle er, mehr Zeit für seine Enkelkinder haben und mehr im Haushalt mithelfen, da seine Frau noch berufstätig sei. Ausserdem habe er bereits Anfragen für weitere Projekte bekommen, unter anderem darf sich Forster noch weiter am Projekt «Campus Wattwil» beteiligen, worüber er sich sehr freut. Bereits in den letzten Jahren arbeitete er stets engagiert an diesem Projekt mit.

Auf die Frage, ob er mit einem lachenden oder weinenden Auge auf seine Zeit am BWZT zurückblicke, antwortete er schlagfertig:

«Zum Glück habe ich zwei Augen. Das eine lacht schelmisch, da ich jetzt das tun kann, was ich will. Das andere weint, denn die täglichen Begegnungen mit meinen Kolleginnen und Kollegen werden mir sehr fehlen.»

Zur Person

Paul Forster wurde im Mai 1955 geboren und ist in Lenggenwil aufgewachsen. Nach der Schule absolvierte er eine Banklehre bei der Raiffeisenbank. Später arbeitete er bei der Firma «Philips» in Zürich am Flughafen. Seine Karriere am Berufs- und Weiterbildungszentrum Toggenburg (BWZT) startete am 1. November 1977. Im Voraus hatte er vom Neubau des BWZT durch Bekanntschaften erfahren und bewarb sich auf gut Glück. Bis heute hat er diese Entscheidung nie bereut. (jue)