Fatlum bohrt weiter

Die Bazenheider sind über das Abschneiden von Fatlum Musliji bei «Die grössten Schweizer Talente» enttäuscht. Er nicht sehr – er habe viele Anfragen für Auftritte.

Sebastian Keller
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Fatlum Musliji (Bild: seb.)

Fatlum Musliji (Bild: seb.)

Bazenheid. Er bohrte sich in die Herzen des Publikums: Mit seiner Bohrmaschine und dem roboterartigen Tanzstil standen Fatlum Muslijis Aktien nicht nur bei Christa Rigozzi hoch im Kurs. Die Ex-Miss-Schweiz sass in der dreiköpfigen Jury bei der SF-Produktion «Die grössten Schweizer Talente». Sie zeigte dabei ihr grosses Repertoire an deutschen Adjektiven für den Bazenheider: lieb, süss, witzig, herzig – sind nur einige davon.

Auch die anderen beiden Juroren, DJ Bobo und Roman Kilchsperger, waren von den Auftritten des 19-jährigen Lehrlings begeistert. Kilchsperger in einer Sendung: «Wäre die Sendung ein frisch gezapftes Bier, du wärst der erste Schluck.» Zum Sieg reichte es am Sonntag nicht. Die singende Busfahrerin Maya Wirz aus dem Aargau holte sich das Preisgeld von 100 000 Franken.

Enttäuschung in Bazenheid

Die Bazenheider Bevölkerung zeigt sich enttäuscht, dass nicht ihr tanzender Mitbürger gewonnen hat. Die Kioskfrau am Bahnhof sagt: «Es ist schade, aber es kann halt nur einer gewinnen.» Zwei Schülerinnen sind traurig, auch weil sie für ihren Fatlum angerufen haben: «Für uns war er der Beste! Und ist es immer noch. Wir haben sogar zweimal angerufen.» Ein Passant versteht die Frage nicht, will dem Journalisten aber gleich zeigen, wo Fatlum Musliji wohnt.

«Das Halbfinal war top»

Diese Reaktionen beglücken Fatlum Musliji: «Es freut mich sehr, dass so vielen Leuten gefällt, was ich mache.» Er gratuliere der Siegerin Maya Wirz. Über seinen Auftritt gibt er sich ein wenig selbstkritisch: «Der Auftritt im Halbfinal war nicht mehr zu toppen.» Dennoch sei er mit dem Auftritt am Sonntag zufrieden. Er hatte nur wenige Tage Zeit, um das Tanzen zu üben. «Effektiv getanzt habe ich zwei Stunden, den Rest der Zeit habe ich für das Schneiden der Musik gebraucht.»

Ausgetanzt hat es sich für Fatlum Musliji noch lange nicht: «Ich habe schon viele Anfragen für Auftritte an Hochzeiten, Geburtstagen, Abschlussfeiern und in Clubs», so der 19-Jährige, «aber noch gar keine Zeit, diese zu beantworten.» Dies hole er nun nach. Und sein Ziel einer eigenen Tanzschule werde er weiterverfolgen. «Aber zuerst kommt die LAP.» Die Bohrmaschine – die mittlerweile zu seinem Markenzeichen geworden ist – pflege er er weiterhin. «Es kann gut sein, dass ich dieses Werkzeug für ein Logo meiner Tanzschule verwende.»