Wattwil: Fast doppelt so viel erneuerbare Energie produziert

Die Erzeugung von Wärme und Strom aus erneuerbaren Energien wurde in der Toggenburger Zentrumsgemeinde seit 2010 um mehr als 95 Prozent gesteigert.

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Wattwil strebt als Energiestadt, wie auch alle Gemeinden im Energietal Toggenburg, die 2000-Watt-Gesellschaft an. Dieses Ziel beinhaltet einerseits den Vorsatz, möglichst wenig Energie zu verbrauchen und möglichst viel Nutzen aus der Energie zu ziehen. Gebräuchlich sind dafür auch die beiden Fachbegriffe Energiesuffizienz und Energieeffizienz. Anderseits sollen die heute mehrheitlich nicht erneuerbaren Energieträger durch erneuerbare Energiequellen ersetzt werden.

10 Prozent erneuerbare Energie

Mit Hilfe der Erfassungs- und Analysesoftware «Toggenburg Energieentwicklung» der Toggenburger Gemeinden konnte die Entwicklung der erneuerbaren Energieproduktion Wattwils zwischen 2010 und 2017 ausgewertet werden. In nur sieben Jahren konnte die Wärme- und Stromproduktion aus erneuerbaren Energien von 13'378 Megawattstunden (MWh) pro Jahr auf 26'098 MWh gesteigert werden, was, wie der Gemeinde zu entnehmen ist, einer Zunahme von mehr als 95 Prozent entspricht. Bezogen auf den gesamten Energieverbrauch von Wattwil beträgt heute der Anteil an erneuerbaren Energien schon 10,8 Prozent gegenüber 6 Prozent Eigenproduktion im Jahr 2010.

Einen grossen Beitrag an diese positive Entwicklung leistet der Wärmeverbund Wattwil (WVW) der Thurwerke AG mit der Holzschnitzel-Heizzentrale im Flooz. Diese hat im vergangenen Jahr 6998 MWh erneuerbare Wärme produziert. Bemerkenswert ist auch die installierte Fläche an Fotovoltaikmodulen. Mit mehr als drei Quadratmeter pro Person liegt sie in Wattwil rund dreimal höher als im schweizerischen Durchschnitt.

28'000 Quadratmeter Fotovoltaikmodule

Insgesamt sind auf Liegenschaften im Gemeindegebiet über 28'000 Quadratmeter Fotovoltaikmodule installiert, die rund 4400 MWh Strom erzeugen. Zusammen machen Holz und Sonne 76 Prozent der erneuerbaren Energieproduktion aus. Die Nutzung von Umweltwärme mittels Wärmepumpe beträgt 14 Prozent, gefolgt von Wasser mit 8 Prozent und Wärmerückgewinnung mit 2 Prozent.

Eine Pilotuntersuchung aus dem Jahr 2017 in Wattwil zeigt ausserdem die Verteilung der Energieträger bei den Heizungen: Ein Fünftel der Wärmeproduktion stammt aus erneuerbaren Quellen, während es sich bei knapp 41 Prozent um Gas- und bei gut 35 Prozent um Ölheizungen handelt.

Energiekonzept 2050 ist machbar

Gemäss dem kommunalen Energiekonzept, das 2012 anhand der Daten aus dem Jahr 2010 formuliert wurde, weist Wattwil bis 2050 ein Potenzial von 73'000 MWh an erneuerbaren Energien auf. Lässt sich die Eigenproduktion im gleichen Tempo wie in den vergangenen sieben Jahren steigern, wäre das prognostizierte Ziel tatsächlich erreichbar, heisst es in der Mitteilung der Gemeinde. (gem/fll)