Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Familiengeschichten: Aus Grämiger und Galalith wird Gremolith

Die Gremolith AG gibt es seit 1941. Die Firma, die sich auf die Entwicklung, Vermarktung und Herstellung von Spezialkunstharzen konzentriert, wird in dritter Generation von den Geschwistern Leonhard Grämiger und Christina Koch-Grämiger geführt.
Beat Lanzendorfer
Der Firmensitz der Gremolith AG befindet sich an der Industriestrasse in Bazenheid. (Bild: PD)

Der Firmensitz der Gremolith AG befindet sich an der Industriestrasse in Bazenheid. (Bild: PD)

Hinter jeder Firma steht ein Name. Bei der Gremolith AG, deren Anfänge auf das Jahr 1941 zurückgehen, ist es die Familie Grämiger. Um die Zusammenhänge besser verstehen zu können, bedarf es eines Eintauchens in die Zeit am Ende des 18. Jahrhunderts. Es muss zwischen 1791 und 1793 gewesen sein, als sich Johann Grämiger aus Wiesen kommend in Bazenheid niederliess und mit seiner Familie in Ober-Bazenheid ein Bauerngut übernahm. Er gilt als Stammvater der Bazenheider Grämiger. Es war dann sein Enkel Jakob Grämiger, der 1879 einen Stickereibetrieb gründete. 62 Jahre später sollte daraus die Gremolith AG entstehen.

Vorerst übernahm 1894 die nächste Generation unter dem Firmennamen «Gebrüder Grämiger, Stickereifabrikations- und Exportgesellschaft» das Unternehmen. Nach starkem Wachstum zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Stickereiindustrie in den 1920er- und 1930er-Jahren von der weltweiten Wirtschaftskrise gebeutelt, was die Firmeneigner 1934 zur Diversifikation in die Knopfherstellung und die Fabrikation des dafür notwendigen Vorproduktes «Kunsthorn» zwang.

1941 erfolgte die Auslagerung der Kunsthornfertigung in die Gremolith AG. Sechs Jahre später ging sie in den Besitz des Familienstamms Grämiger-Derungs über. Die Firmenbezeichnung Gremolith setzt sich im Übrigen aus Grämiger und Galalith, der technischen Bezeichnung für Kunsthorn, zusammen. Galalith ist ein alter Handelsname für einen Casein-Kunststoff, der 1897 von Wilhelm Krische und Adolf Spitteler entwickelt wurde.

Die Kunsthornproduktion in Bazenheid wird eingestellt

Die ersten 20 Jahre wurde das Unternehmen von Hans Fricker-Grämiger, dem Ehepartner der ältesten Tochter von Johann Josef Grämiger gemeinsam mit Hans Grämiger (1920 bis 2012), Vater der heutigen Firmenbesitzer Leonhard Grämiger und Christina Koch-Grämiger, geführt. Ein wichtiger Schritt in der Firmengeschichte war 1953 die Einführung der Kunstharzfabrikation in Bazenheid. Dieser Bereich wurde in Verlauf der Jahre zusammen mit der technologischen und wirtschaftlichen Entwicklung zum tragenden Standbein der Firma.

Hans Grämiger mit seinen Söhnen Leonhard (links) und Johannes. (Bild: PD)

Hans Grämiger mit seinen Söhnen Leonhard (links) und Johannes. (Bild: PD)

Mit dem Niedergang der Textilindustrie in der Schweiz und später auch in Europa ist die Nachfrage nach Knöpfen und deren Vorprodukten wie Kunsthorn stetig zurückgegangen. Auch die Technologieänderung zu Knöpfen aus Kunstharz, insbesondere aus Polyesterharzen, war in Europa nur von relativ kurzer Dauer, bis die Industrie grösstenteils nach Asien abgewandert ist. Ende der 70er-Jahre musste deshalb die Drei-Schichtproduktion von Kunsthorn in Bazenheid aus wirtschaftlichen Gründen eingestellt werden.

Ab 1967 hat Hans Grämiger dank Weitsicht und einem guten Gespür für erfolgreiche Partnerschaften die Firma Gremolith AG mittels Kooperationen und Partnerschaften gezielt ausgebaut: Dies führte 1968 zusammen mit vier Partnerunternehmen aus der Lackindustrie zur Gründung der IG Pulvertechnik AG. Diese Firma hat sich stetig vergrössert und hat ihren Firmensitz noch heute im Kirchberger Industriegebiet Stelz.

Die Gremolith AG ihrerseits hat zusammen mit dem weltweit führenden Giessereizulieferer ASK Chemicals aus Deutschland die Handelsfirma ASK Chemicals Gremolith als Zulieferer für die schweizerische Giessereiindustrie gegründet, ein Joint-Venture, welches bis heute erfolgreich tätig ist. 1978 kam die Gründung der Gremolith Italia mit Verlagerung der Kunsthornproduktion von Bazenheid nach Vermezzo hinzu.

Hans Grämiger prägt die Firma während 50 Jahren

Hans Grämiger hat das Unternehmen während 50 Jahren geführt und geprägt. Darüber hinaus hat er sich in verschiedenen Funktionen in der Öffentlichkeit engagiert. So sass er während zehn Jahre im Gemeinderat, engagierte sich zwölf Jahre im Kantonsrat und war 1938 Mitbegründer des FC Bazenheid.

Hans und Leonhard Grämiger sowie VR-Präsident Arthur Löpfe bei der Einweihung der Kunstharzanlage (2000). (Bild: PD)

Hans und Leonhard Grämiger sowie VR-Präsident Arthur Löpfe bei der Einweihung der Kunstharzanlage (2000). (Bild: PD)

1986 hat sein ältester Sohn Johannes die operative Leitung der Firma Gremolith AG übernommen. Nach dessen plötzlichem Unfalltod führt seit 1995 sein Bruder Leonhard die Geschicke der Firma. In den letzten 25 Jahren hat sich die Firma Gremolith AG ausschliesslich auf die Entwicklung, Herstellung und Vermarktung von Spezialkunstharzen konzentriert, welche in verschiedene Länder Europas exportiert werden.

Leonhard Grämiger und Christina Koch-Grämiger, die heutigen Teilhaber der Gremolith AG. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Leonhard Grämiger und Christina Koch-Grämiger, die heutigen Teilhaber der Gremolith AG. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Familiengeschichten

Alle kennen ihre Namen. Zumindest im Heimatdorf, meist im ganzen Toggenburg. Doch was verbirgt sich dahinter? Das «Toggenburger Tagblatt» erkundet diesen Sommer Familiengeschichten und stellt sie vor.

Lesen Sie alle Teile der Sommerserie «Familiengeschichten»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.