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Familie rückt wieder ins Zentrum

Verschiedene Gemeinden bieten niederschwellige Angebote für Familien an. In Ricken sogar schon seit 21 Jahren. Im letzten Jahr folgte Wattwil, unlängst das Städtli Lichtensteig.
Miranda Diggelmann
Ziel des Familientreffs ist die Niederschwelligkeit. Es soll Raum und Zeit für die Kinder geschaffen werden. (Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone)

Ziel des Familientreffs ist die Niederschwelligkeit. Es soll Raum und Zeit für die Kinder geschaffen werden. (Symbolbild: Gaëtan Bally/Keystone)

«Ursprünglich wollten wir zusammen mit der Schulgemeinde, der Kita und Pro Juventute ein ganzes Familienzentrum eröffnen. Schliesslich fehlten uns jedoch die nötigen Mittel und geeignete Räume», erklärt Brigitte Looser, Präsidentin des Vereins Familientreff Wattwil. In Zusammenarbeit mit der Spielgruppe Chäferhuus konnte jedoch im letzten Juni der Verein gegründet werden. Dieser wird zusätzlich von der Gemeinde und der Schulgemeinde unterstützt. «Ziel unseres Familientreffs ist in erster Linie die Niederschwelligkeit. Wir wollen Raum und Zeit für die Kinder schaffen», sagt Yvonne Seiler, ein weiteres Mitglied des Vorstands.

Frühe Förderung ist das Ziel

Das Angebot des Wattwiler Vereins ist breit. Die über 20 Mitarbeiterinnen des Familientreffs bieten einen Krabbeltreff, eine Mütter- und Väterberatung, eine Spielgruppe, eine Waldspielgruppe und mehrmals pro Jahr «Fun For Family» an. Der Krabbeltreff findet zweimal wöchentlich statt. Yvonne Seiler aus dem Vorstand leitet ihn und sagt: «Ziel ist es, dass die Kinder miteinander spielen können und so schon sehr früh Selbst- und Sozialkompetenz lernen.»

Fröhliche Einrichtung im Wattwiler Familientreff. (Bild: Miranda Diggelmann)

Fröhliche Einrichtung im Wattwiler Familientreff. (Bild: Miranda Diggelmann)

Die Mütter- und Väterberatung ist formal ein eigenständiger Verein, arbeitet jedoch stark mit dem Verein Familientreff zusammen. Die Beratungen finden gleichzeitig wie der Krabbeltreff, ebenfalls an der Volkshausstrasse 23 in Wattwil, statt. «Wir beraten die Eltern zu Themen wie Ernährung, Stillen, Entwicklung der Kinder, Erziehungsfragen und zum Familienwerden», erzählt Marianne Schläpfer von der Mütter- und Väterberatung. Die Beratungen wenden sich an alle Familien mit Kindern im Alter bis fünf Jahren und Begleitpersonen wie Grosseltern, Götti oder Gotte.

Ein Team aus sieben Frauen organisiert fünf bis sieben Mal pro Jahr Anlässe für Familien unter dem Namen «Fun For Family». Darunter befinden sich Events wie Chasperlitheater, Weihnachtsbasteln, Kleider- und Spielsachenbörse. «Das Tolle an ‹Fun For Family› ist, dass es sogar Anlässe für Teenies gibt, beispielsweise den Babysitter-Kurs. So bietet unser Familientreff wirklich für die ganze Familie etwas», sagt Looser.

Der Familientreff Wattwil werde rege genutzt und trotzdem haben Brigitte Looser und ihre Kolleginnen vom Vorstand noch Wünsche für die Zukunft. Looser denke da etwa an eine Zusammenarbeit mit der Ludothek oder der Bibliothek. Wenn es mehr Austausch zwischen all den Angeboten für Familien gäbe, könnten die Ressourcen geteilt und mehr Familien erreicht werden.

Ricken stärkt die Dorfgemeinschaft

Heidi Fässler, Präsidentin Familientreff Ricken (Bild: Miranda Diggelmann)

Heidi Fässler, Präsidentin Familientreff Ricken (Bild: Miranda Diggelmann)

Auch im Dorf Ricken gibt es einen Familientreff. Diesen gibt es bereits seit 1997. «Der Familientreff Ricken ist eine Untergruppe des Frauenvereins, durch welchen der Familientreff stark unterstützt wird», erklärt Heidi Fässler, die seit dem 1. Januar dieses Jahres Präsidentin des Familientreffs ist. Gegründet wurde der Familientreff Ricken vor 21 Jahren von fünf Frauen. Seit damals wird er zusätzlich zum Frauenverein auch von der Kirche Ricken und von der Gemeinde unterstützt.

Das Angebot des Familientreffs Ricken beinhaltet nebst der Spielgruppe und dem «Zwerglihöck» – ähnlich einer Krabbelgruppe, die sich viermal jährlich trifft – ein Jahresprogramm mit Anlässen für Familien. Diese Anlässe sind grösstenteils kostenlos, sodass sie auch von Familien mit nur kleinem Budget genutzt werden können. «An diesen Events unternehmen wir sehr viel. Wir wandern und grillieren, ein anderes Mal organisieren wir Spiel und Spass für Gross und Klein und ein weiteres Mal bemalen wir Ostereier», erzählt Heidi Fässler. Der Familientreff Ricken versuche im Jahresprogramm stets etwas anzubieten, das für die Kinder jeden Alters taugt. Damit das Ziel, die Dorfgemeinschaft und den Zusammenhalt zu stärken, auch erreicht werden kann, organisiert der Familientreff Ricken mindestens einmal im Monat einen solchen Anlass.

Auch im Treff von Ricken ist die Einrichtung farbig gehalten. (Bild: Miranda Diggelmann)

Auch im Treff von Ricken ist die Einrichtung farbig gehalten. (Bild: Miranda Diggelmann)

Der Familientreff Ricken werde laut der Präsidentin Heidi Fässler sehr gut genutzt. Nur die Zukunft der Spielgruppe sehe weniger rosig aus. «Derzeit wird die Spielgruppe von sieben Kindern besucht, nächstes Jahr sind es nur noch fünf. Da die Geburtenzahlen gesunken sind, haben wir Angst um die Erhaltung der Spielgruppe», sagt Judith Gämperle, Mitglied des Vorstands. Trotzdem sind Heidi Fässler und Judith Gämperle zuversichtlich, was die Zukunft des Familientreffs Ricken betrifft.

Familienzentrum in Lichtensteig

Peter Bünzli, Präsident Verein Familienzentrum (Bild: Miranda Diggelmann)

Peter Bünzli, Präsident Verein Familienzentrum (Bild: Miranda Diggelmann)

Nach Ricken und Wattwil zog auch die Gemeinde Lichtensteig nach und gründete das momentan wohl grösste Angebot für Familien im Toggenburg, den Verein Familienzentren Toggenburg mit Sitz in Lichtensteig. «Unsere Einrichtung befindet sich noch in der Aufbauphase», sagt Peter Bünzli, Präsident des Vereins.

Auch das Familienzentrum, das derzeit in Räumen des ehemaligen UBS-Gebäudes untergebracht ist, will ein niederschwelliges Angebot für Familien bieten. Peter Bünzli ist seit 2014 Präsident der Mütter- und Väterberatung Toggenburg, welche nur eines der unzähligen Angebote des Familienzentrums in Lichtensteig ist. Der Verein will künftig externe Fachleute einladen und ihnen Raum für Angebote wie Hebammen-Beratung, Still-Beratung, Kommunikationstraining für Eltern und vieles mehr bieten. Ein Familienzen­trum ist laut Peter Bünzli in erster Linie in der Prävention tätig. Es gehe darum, durch niederschwellige Beratung kleine Probleme zu lösen, bevor sie gross würden, viel Leid und enorme Kosten verursachten. «Ich wünsche mir auch, dass der Verein Familienzentren Toggenburg dafür sorgen kann, dass die Grenzen zwischen den Dörfern ‹aufgeweicht› werden können und wir die Angebote im ganzen Toggenburg miteinander vernetzen können», so Bünzli.

Auch in den weiteren Toggenburger Gemeinden sind im Bereich Familientreff Überlegungen im Gang. Konkrete Pläne liegen da jedoch noch nicht auf dem Tisch. Klar scheint aber: Die Toggenburger wollen das Familienleben wieder mehr ins Zentrum der Gesellschaft rücken.

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