Fahnenhissen in Kirchberg: Das Haus für Betagte «Sonnegrund» feiert 30-jähriges Bestehen

Am Montag startete die Jubiläumswoche am «Sonnegrund» in Kirchberg. Die Bewohnenden erhielten einen Rückblick zur Geschichte des «Sonnegrunds» und als Geschenk eine neue Fahne.

Natascha Gmür
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Martha Storchenegger, eine Bewohnerin und Denise Huber (von links) präsentieren den Bewohnenden die neue Fahne vom «Sonnegrund».

Martha Storchenegger, eine Bewohnerin und Denise Huber (von links) präsentieren den Bewohnenden die neue Fahne vom «Sonnegrund».

Natascha Gmür

Im Eingangsbereich des «Sonnegrunds» in Kirchberg haben sich die Bewohnerinnen und Bewohner sowie einige Mitarbeitende eingefunden. Anlässlich des 30-jährigen Jubiläums hätte Anfangs Mai das Jubiläumsfest stattfinden sollen. Da dieses dem Lockdown zum Opfer fiel, startete stattdessen gestern eine Jubiläumswoche. Unter anderem soll eine gemeinsame Andacht in der katholischen Kirche, verschiedene Unterhaltungen, Mittagessen und zum Abschluss am Samstag ein Grillfest stattfinden.

Es sei zwar ein kleines Fest, und trotzdem eine schöne Feier, um in die Zukunft und die Vergangenheit des «Sonnegrunds» zu schauen, sagt Betriebsleiterin Martha Storchenegger zur Eröffnung des Anlasses. Die ehemaligen Betriebskommissionspräsidenten und die aktuelle Präsidentin wurden eingeladen und gaben einen Rückblick, sowie einen Ausblick.

Rückblick von ehemaligen Präsidenten

Otmar Ledergerber war bis Ende 1996 Betriebskomissionspräsident. Er erzählte, dass in den 80er Jahren vom Kanton ein Konzept erarbeitet wurde, wie die Bürgerheime und Altersheime in einer neuen Form geführt werden könnten. Unter anderem wurde die Anzahl der Betten in den Zimmern beschränkt: es durften nur noch Einer- und Zweierzimmer gebaut werden. Bis dahin war es gang und gäbe, in den Bürgerheimen ein Viererzimmer zu bewohnen.

1988 wurde der Bau des «Sonnegrunds» an der Bürgerversammlung bewilligt. 1989 wurde die Heimkomission gegründet und eine erste Sitzung einberufen. Der Wirt des Toggenburgerhofes habe damals, obschon das Konzept der Cafeteria intern galt, Bedenken gehabt, dass die Cafeteria des «Sonnegrunds» seine Gäste abwirbt, weiss Ledergerber. So wurde die Forderung gestellt, dass der «Sonnegrund» beim Toggenburgerhof drei Zimmer fest einmieten solle, sodass der Hotel- und Restaurantbetrieb gesicherte Einnahmen hat, für den Fall, dass der «Sonnegrund» mit seiner Cafeteria doch Gäste abwerben sollte.

Ab 1997 bis 2011 übernahm Ruedi Wehrli das Präsidiumsamt der Betriebskomission. Er erzählte von seinen Erfahrungen mit dem damaligen Heimleiter Peter Vollmeier. «Wenn ihr zu allem Ja sagt, seid ihr zum Nachtessen eingeladen», sagte Vollmeier jeweils vor Sitzungen der Komission. Natürlich habe man nicht immer zu allem «Ja» sagen können, sagte Ruedi Wehrli schmunzelnd. Trotzdem gab es im Anschluss ein Nachtessen. Während seiner Amtszeit erfolgte der Ausstieg aus dem Zweckverband Wil und die Dementen-Wohngruppe mit acht Plätzen wurde gebaut.

Von 2011 bis 2016 hatte Lucia Räbsamen das Amt der Betriebskomissionspräsidentin. Betriebsleiter Peter Vollmeier ging in dieser Zeit nach über 20 Jahren «Sonnegrund» in Pension und Christof Gisler übernahm seine Aufgabe. 2011 trat die neue Pflegefinanzierung in Kraft. Laut dieser leistet die obligatorische Krankenpflegeversicherung einen vom Bund gesamtschweizerisch festgelegten Betrag an die Pflegekosten. Die restlichen Kosten für die Pflege werden vom Kanton und der Gemeinde übernommen.

2013 liess man den Gesamtzustand des «Sonnegrunds» begutachten, denn der Zahn der Zeit nagte unter anderem an der Aussenfassade. Die Sanierung kostete etwa eine halbe Million Franken.

Geschenke zum Jubiläum

Denise Huber ist die aktuelle Präsidentin der Komission und seit 2017 im Amt. Eines ihrer Erlebnisse war, dass mit wirtschaftlichem Hintergrund die Dementenabteilung geschlossen wurde. Das sogenannte integrative Wohnen ermöglicht Menschen mit einer Demenzerkrankung nun ein Zusammenleben auf Augenhöhe. Mit einem Dank an die Bewohner, Mitarbeitenden und Angehörigen beendete Huber ihre Rede und fügte einen Gedanken an:

«Nicht nur hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine starke Frau, hinter jedem erfolgreichen Unternehmen steht ein starkes Team».

Zum Schluss halfen drei Bewohnende beim Auspacken der Geschenke. Pünktlich zum 30-jährigen Jubiläum erhält der «Sonnegrund» neue Fahnen. Diese wurden nach dem Mittagessen mit den Bewohnenden feierlich gehisst.