Expertenbericht stützt Kanton bei den flankierenden Massnahmen in Bütschwil – die Diskussionen bleiben

Ein Gutachten stützt die vom Kanton geplanten flankierenden Massnahmen in Bütschwil, sieht aber Handlungsbedarf im Lerchenfeld.

Martin Knoepfel
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Wo die Ottilen- in die Landstrasse einmündet, will der Kanton einen Kreisel bauen. Bild: Anina Rütsche

Wo die Ottilen- in die Landstrasse einmündet, will der Kanton einen Kreisel bauen. Bild: Anina Rütsche

Wenn im kommenden Jahr die Umfahrung Bütschwil eröffnet wird, bricht im Bütschwiler Dorfzentrum ein neues Zeitalter an. Statt 16000 Fahrzeugen sollen noch 5000 pro Tag über die Landstrasse rollen.

Diese neue Ausgangslage möchten Kanton und Gemeinde mit flankierenden Massnahmen im Dorfzentrum begleiten, um die Sicherheit für Fussgänger und Velofahrer zu erhöhen und das Ortsbild aufzuwerten.

Dass solche flankierende Massnahmen umgesetzt werden müssten, sei Teil des Kantonsratsbeschlusses von 2008 über den Bau der Umfahrung Bütschwil. Das sagte Manfred Huber als Vertreter des kantonalen Tiefbauamts an der Präsentation eines externen Expertenberichts. Dieser wurde erstellt, weil sich das «Komitee für echte flankierende Massnahmen» (Keflam) gegen die Pläne des Kantons gestellt und eigene Vorschläge präsentiert hatte.

Kanton sieht sich durch Gutachten bestätigt

Man könne deshalb nicht mehr diskutieren, ob solche Massnahmen realisiert würden, sondern nur noch, wie diese aussehen sollen, sagte Huber weiter. Die geplanten Massnahmen umfassen unter anderem Radstreifen an der Landstrasse und die Umklassierung einzelner Strassen. Die Ottilienstrasse soll neu als Kantonsstrasse den Verkehr nach Mosnang aufnehmen.

Geplant ist, die Einmündung von der Landstrasse in die Ottilienstrasse mit einem Kreisel neu zu gestalten. Diese Massnahme war von Anfang an umstritten. Während der Expertenbericht die Massnahmen des Kantons grundsätzlich stützt, sei offen, ob der Ottilienkreisel die beste Lösung sei. Angeführt wird die geringe Frequenz: 1500 Fahrzeuge sollen die Ottilienstrasse dereinst pro Tag befahren. Zu den anderen Massnahmen halten die Gutachter fest, dass die Massnahmen, die der Kanton plant, mehr Sicherheit bringen und die Gestaltung verbessern.

Die Massnahmen des Kantons würden die Strasse für Fussgänger und Velofahrer attraktiver machen, heisst es weiter. Ein grösseres Optimierungspotenzial sehen die Experten an der Wilerstrasse zwischen dem Dorfeingang und Engi, wo Tempo 50 statt Tempo 60 zu prüfen sei. Insgesamt stütze der Expertenbericht die Massnahmen des Kantons, freute sich Huber. Er zog daraus den Schluss, dass die vom Kanton vorgesehenen flankierenden Massnahmen weiterverfolgt werden sollten.

Knoten Langenrain-/Wilerstrasse muss überprüft werden

Von den Alternativvorschlägen des Keflam versprechen sich die externen Experten weder einen Gewinn an Sicherheit noch eine Verlagerung des Verkehrs zwischen Mosnang und der Strasse Wil-Wattwil auf die Langenrainstrasse. Das Keflam hatte vorgeschlagen, die Langenrainstrasse zu einer Kantonsstrasse zu machen und den Verkehr mit einem Kreisel in der Nähe des Bahnhofs Lütisburg auf diese zu lenken (siehe Karte).

Dass der Knoten Langenrain-/Wilerstrasse aber überprüft werden müsse, sei richtig. Dies wegen der Entwicklung des Industrie- und Gewerbegebiets Lerchenfeld, die mehr Verkehr generieren dürfte. Zu empfehlen seien eine Detailstudie und eine Verkehrszählung. Der Bericht legt sich aber nicht fest, ob ein Kreisel die beste Lösung wäre.

Einverstanden mit Bericht, nicht aber mit dem Fazit

Fritz Rutz und Aktuar Christian Vogel als Vertreter des Keflam zeigten sich erfreut, dass der Handlungsbedarf beim Knoten Lerchenfeld bejaht wird. Zudem lobten sie die vorbildliche Zusammenarbeit. Nicht einverstanden sind sie allerdings mit dem Fazit der Experten.

Das Komitee halte an seinen Forderungen fest, sagte Fritz Rutz. Er ist überzeugt, dass der Kanton den drohenden Mehrverkehr unterschätzt. Die kürzeste Strecke von St.Gallen nach Luzern sei die durchs Toggenburg. Fritz Rutz nannte den Ausbau der Hulfteggstrasse, die Entwicklung von Wil-West, neue Wohnbauten in Mosnang sowie häufige Staus in Zürich und Winterthur als Gründe dafür, dass er mehr Verkehr erwartet als der Kanton. Er befürchtet auf der Ottilienstrasse, die von vielen Schüler gequert wird, in der Zukunft rund 2250 statt 1500 Fahrzeuge pro Tag.

Noch ist nichts in Stein gemeisselt

Man müsse Kompromisse eingehen, sagte Karl Brändle, Gemeindepräsident von Bütschwil-Ganterschwil, in fast schon beschwörendem Ton. Es sei noch nichts in Stein gemeisselt. Nötig sei eine rollende Planung. In Bezug auf den Anschluss des Lerchenfelds sollten weitere Detailstudien mögliche Lösungen zeigen, wobei es die Zustimmung der Gemeinde Lütisburg brauche.

Der Anschluss des Lerchenfelds sei nicht gelöst, pflichtete ihm Imelda Stadler, Gemeindepräsidentin von Lütisburg, bei. Ihrer Ansicht nach braucht es ein Gesamtprojekt, das die Zubringerstrassen, die Parkplätze am Bahnhof sowie die Schulwege berücksichtigt und bei dem man über die Gemeindegrenzen hinaus schaut.

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