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125 Jahre Fischereiverein Thur: «Es muss nicht immer Forelle sein»

Mit einer aufwendig organisierten Jubiläumsfeier und einer straff geführten Hauptversammlung feierten die Thur-Fischer im Beisein von zahlreichen Gästen aus Wirtschaft und Politik das 125-jährige Bestehen.
Urs Nobel
Magier Ben Hyven überraschte die Zuschauer schon vor seiner Bühnenschau. (Bild: Urs Nobel)

Magier Ben Hyven überraschte die Zuschauer schon vor seiner Bühnenschau. (Bild: Urs Nobel)

«Es muss nicht immer eine Forelle sein. Fischt doch vermehrt Alerte oder Barben, solche gibt es noch genug in den Abschnitten 3 bis 6 unserer Thur», motivierte Markus Brunner, der Präsident des Fischereivereins Thur, jene Mitglieder, die nur schwer damit leben können, dass es ihr geliebter Edelfisch immer mehr in höhere Lagen zieht und ihr Vorkommen in den unteren Lagen der Thur praktisch inexistent ist. Die Abschnitte 3 bis 6 befinden sich der Thur nach abwärts zwischen Bütschwil und Wil.

Pflege der Kameradschaft ist auch wichtig

Fische und Fischen waren selbstredend unter den Mitgliedern und Gästen, welche der Hauptversammlung und der Jubiläumsfeier in der Markthalle in Wattwil beiwohnten, das Gesprächs- und Diskussionsthema Nummer 1. Aber auch der Pflege der Kameradschaft unter Gleichgesinnten kam ein grosser Stellenwert zu.

Die Mitglieder und Gäste hatten genügend Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. (Bild: Urs Nobel)

Die Mitglieder und Gäste hatten genügend Gelegenheit, sich untereinander auszutauschen. (Bild: Urs Nobel)

Es gab am späten Samstagabend wohl niemanden, der sich nach einem feinen Jubiläums-Menu, reichlich Tranksame sowie der Show des Magiers Ben Hyven, unzufrieden auf den Heimweg machte. Allenfalls noch Levin Wagner, der erfolglos einen Antrag platzierte, künftig vermehrt dem Nutzungsgedanken der Erhaltung und zum Schutz der noch vorhandenen Bachforellen das Fanglimit in den Abschnitten 1 und 2 (Wattwil bis Bütschwil) nicht mehr auf drei, sondern auf einen Edelfisch zu reduzieren. «Nur durch freiwilligen Verzicht können wir den nachfolgenden Generationen ermöglichen, dass auch sie noch heimischen Bachforellen nachstellen können.» Der Antrag Wagners wurde wuchtig bachab geschickt. Bereits vor einem Jahr haben die Mitglieder beschlossen, das Fanglimit von fünf auf drei Edelfische zu reduzieren.

Kurz und bündiger Jahresbericht

Markus Brunner wollte eine straff geführte Hauptversammlung führen, um nachher noch genügend Zeit für das Gesellige zu haben und das Jubiläum würdig zu begehen. Entsprechend hielt er sich auch in seinem Jahresbericht kurz und bündig. Der Vereinspräsident sprach die Inbetriebnahme der neuen Website an, kam auf den Unfall der Bachforellen-Hälteranlage in der Mühlau zu sprechen, der auf eine Verkettung vieler unglücklichen Umstände zurückzuführen war. Stolz zeigte sich der Präsident über die erneut erfolgreiche «Thurputzete», an der über 50 Mitglieder teilgenommen hatten. Bedauern kam dafür zum Ausdruck, dass sich das Thema Hochwasserschutz in Wattwil weiter hinauszögert.

Fischereiaufseher Christoph Mehr präsentiert sein modernstes Gerät, um Frischlinge zur Aufzucht zu fangen (Bild: Urs Nobel)

Fischereiaufseher Christoph Mehr präsentiert sein modernstes Gerät, um Frischlinge zur Aufzucht zu fangen (Bild: Urs Nobel)

Ein Dauerthema im Fischereiverein sind die Finanzen. Der Pachtzins, der dem Kanton jeweils geschuldet ist, frisst sämtliche Mitgliederbeiträge auf. Diese hätten im vergangenen Jahr nicht einmal genügt, wenn es den Vereinsverantwortlichen nicht gelungen wäre, eine temporäre Reduktion der jährlich anfallenden Kosten mit dem Kanton auszuhandeln. Peter Stocker, der Vereinskassier, zeigte sich deshalb erfreut darüber, dass im vergangenen Jahr der Verlust nicht zuletzt wegen mehrerer Sponsoren auf einem doch sehr kleinen Niveau bewegte.

Doch bereits im neuen Budget ist wieder ein Verlust von knapp 14'000 Franken vorgesehen. Deshalb stiess die Idee eines Votanten, beim Kanton vorzusprechen und in Anbetracht der schwierigen Fanglage für einmal die Pachtzins-Forderung gänzlich auszusetzen zwar auf grosse Zustimmung, wohlwissend aber, dass eine solche Massnahme kaum umsetzbar ist.

Sie standen am Samstag an vorderster Front: Vereinspräsident Markus Brunner und OK-Präsidentin der Jubiläumsfeier Beatrice Comminot. (Bild: Urs Nobel)

Sie standen am Samstag an vorderster Front: Vereinspräsident Markus Brunner und OK-Präsidentin der Jubiläumsfeier Beatrice Comminot. (Bild: Urs Nobel)

Ein würdiges Fest zum Jubiläum

Die Jubiläumsfeier startete bereits am Nachmittag und fand ihre Fortsetzung nach der Hauptversammlung. Verantwortlich für diesen Part der Veranstaltung zeigte Beatrice Comminot, die zusammen mit ihrem Helferteam keine Mühe scheute, um den Mitgliedern ein würdiges Fest zu ermöglichen. Die Vereinsaktuarin zeigte sich mindestens leicht enttäuscht darüber, dass derart viele Anmeldungen zum Fest verspätet oder gar nicht eingetroffen waren. «Das hat unsere Organisation doch ziemlich erschwert. Besonders schlimm finde ich jedoch, dass es 14 Mitglieder gab, die sich zwar anmeldeten, unserem Anlass schliesslich doch ohne Abmeldung fernblieben.»

Beatrice Comminot und ihr Team haben die Jubiläumsfeier mit viel Herzblut auf die Beine gestellt. Zahlreiche spontane Rückmeldungen vor Ort haben sie darin bestätigt, dass sich der grosse Aufwand dafür gelohnt hat.

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