Interview

«Es ist nicht absehbar, wann wir die Halle bauen»

Mit dem Rekurs gegen den Entscheid des Gemeinderats Ebnat-Kappel straft der WWF indirekt den Bauherrn, die Firma Alder + Eisenhut AG. Geschäftsleiter Robin T. Alder erklärt, was diese zeitliche Verzögerung für seine Unternehmung bedeutet.

Sabine Schmid
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Robin T. Alder, Geschäftsleiter der Alder+ Eisenhut AG, muss sich wieder für ein Bauprojekt stark machen. (Bild: Ralph Ribi)

Robin T. Alder, Geschäftsleiter der Alder+ Eisenhut AG, muss sich wieder für ein Bauprojekt stark machen. (Bild: Ralph Ribi)

Robin T. Alder, 2016 hat die Alder + Eisenhut AG in Ebnat-Kappel eine neue Lagerhalle in Betrieb genommen. Warum planen Sie bereits wieder den Bau einer Halle?

Das ist aus zwei Gründen nötig. Zum einen sind wir dazu gezwungen, damit wir als Unternehmen eine Baulandreserve schaffen können. Dazu muss man wissen, dass eine Unternehmung nur Land erwerben kann, wenn es nicht in der Landwirtschaftszone liegt. Umzonen wiederum kann man nur, wenn man ein bewilligungsfähiges Projekt hat, das man auch baut. Wir möchten primär über eine Baulandreserve verfügen. Denn kommt ein anderes Unternehmen mit einem Projekt, wird das Land wohl umgezont und überbaut. Wenn wir das Bauland jetzt nicht sichern können, dann können wir wohl nie mehr ausbauen.

Zum anderen werden wir in absehbarer Zeit neue Lagerkapazität brauchen. Seit wir unsere Halle in Betrieb genommen haben, hat der Geschäftsgang stark angezogen. Dazu kommt, dass wir für unsere Kunden grosse Konstruktionen herstellen und oftmals auch lagern müssen, das braucht viel Platz.

Warum haben Sie dies nicht bereits vor drei Jahren gemacht?

Wir können kein Bauland horten. Dazu kommt, dass ein solcher Landkauf immer auch viel kostet und ein Risiko darstellt. Wir müssen solche Investitionen auch finanziell stemmen können.

Haben Sie bereits konkrete Pläne, wie die neue Halle aussehen könnte?

Nein, noch nicht. Ich denke aber, dass sie sich nicht wesentlich von der bestehenden Halle unterscheiden wird.

Wie sieht der Zeitplan aus?

Es ist nicht absehbar, wann wir mit der Realisierung beginnen können. Wir stehen jetzt am Anfang eines Rechtsverfahrens und das kann jahrelang dauern.

Bereits bei der Planung der nun bestehenden Halle gab es Probleme bei der Umzonung. Jetzt hat der WWF Rekurs zu einer abgewiesenen Einsprache gemacht. Ist das ein Déjà-vu?

Ja, wir sind diesbezüglich trainiert und ein solches Verfahren erschreckt uns nicht. Es gibt mir aber schon zu denken, dass es heute nötig ist zu kämpfen, um letztlich Arbeitsplätze zu sichern. Früher wurde ein Unternehmer getadelt, wenn er keine Baulandreserven für sein Unternehmen hatte. Heute wird ein Unternehmer durch lange Verfahren gestraft, wenn man eine solche möchte.