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Interview

«Es gibt gute Gründe für eine Fusion»

Weil kein Nachfolger gefunden werden konnte, tritt Elsbeth Roth von ihrem Rücktritt als Schulpräsidentin der Primarschulgemeinde Hemberg zurück. Der Entscheid weiterzumachen war jedoch an Bedingungen geknüpft.
Urs M. Hemm
Elsbeth Roth bleibt im Amt der Schulpräsidentin, möchte aber zu ihrer Entlastung vermehrt Geschäfte delegieren. (Bild: Urs M. Hemm)

Elsbeth Roth bleibt im Amt der Schulpräsidentin, möchte aber zu ihrer Entlastung vermehrt Geschäfte delegieren. (Bild: Urs M. Hemm)

Elsbeth Roth, Sie haben ihren Rücktritt vom Amt der Schulpräsidentin zurückgezogen und werden die Amtsdauer 2017 bis 2020 zu Ende bestreiten. Wie schwer ist Ihnen dieser Rückkommens-Entscheid gefallen?

Ich habe mir diesen Schritt lange und gut überlegt. Ich hatte nie gedacht, dass es einmal so rauskommen würde. Schliesslich ist mir der Entscheid aber leichtgefallen, weil es die beste Lösung für alle ist: für die Schule, die Schulgemeinde und auch für mich in meiner persönlichen Situation mit dem «Löwen». Zudem macht mir die Arbeit als Schulpräsidentin nach wie vor grossen Spass.

Zwischenzeitlich haben Sie zusammen mit ihrem Mann Ruedi als Wirtepaar das Gasthaus Löwen in Hemberg übernommen. Bleibt Ihnen genügend Zeit, um beiden Aufgaben gerecht zu werden?

Ursprünglich war die Übernahme des Löwens der Grund für meinen Rücktritt. Denn ich war mir sicher, dass es zeitlich sehr eng werden würde. In der Anfangsphase war es auch schwierig, beides, also das Schulpräsidium und das Wirten, unter einen Hut zu bringen. Denn das Amtsjahr als Schulpräsidentin hätte ich ja ungeachtet des Rücktritts zu Ende geführt. Mittlerweile haben sich aber die Abläufe im Löwen gut eingespielt, sodass mir genügend Zeit für beide Aufgaben bleibt. Zudem können wir ab diesem Sommer eine Festangestellte beschäftigen, was mich zusätzlich entlastet.

Worin sehen Sie den Grund, warum für das Amt des Schulpräsidiums keine Nachfolge gefunden wurde?

Einerseits ist es allgemein schwierig geworden, öffentliche Ämter zu besetzen. Alle Personen, die angefragt wurden, haben wohl grundsätzlich ihr Interesse bekundet, sind beruflich aber voll ausgelastet und hatten schlicht nicht die Kapazitäten, um ein solches Amt auszuüben. Darüber hinaus wäre eine intensive Einarbeitungszeit dazugekommen, da niemand vom aktuellen Schulrat das Präsidium übernehmen wollte. Andererseits wissen wir nicht, wie lange die Schulgemeinde noch besteht. Denn im Neckertal gibt es konkrete Fusionsgedanken zu einer Einheitsgemeinde Neckertal hin. Wahrscheinlich wollte sich daher niemand in ein Amt einarbeiten, das es vielleicht nicht mehr lange in dieser Form gibt.

Ist nun also definitiv auch für Hemberg die Zeit für eine Gemeindefusion mit Neckertal und Oberhelfenschwil auf politischer und schulischer Ebene gekommen?

Es gibt gute Gründe, die für eine Fusion sprechen. Diese liegen aber klar bei der politischen Gemeinde und nicht bei der Schulgemeinde. Denn seitens der Primarschulgemeinde Hemberg besteht kein unmittelbarer Druck für einen Zusammenschluss. Dieser besteht jedoch bei der politischen Gemeinde, wo es immer schwieriger wird, Personal für die Verwaltung zu finden. Bereits jetzt mussten die Öffnungszeiten der Gemeindeverwaltung Hemberg reduziert werden. Und die Gemeinde Neckertal hat ein Interesse daran, ihre zwei Schulgemeinden zusammenzuführen. Da der Schulrat Hemberg diese Probleme sieht, wird er sich an den Gesprächen beteiligen und sich nicht gegen Fusionsbestrebungen sperren.

Bevor Sie im März dieses Jahres an der Bürgerversammlung verabschiedet worden waren, haben Sie sich sicherlich Gedanken über die vergangenen zehn Jahre als Schulpräsidentin und ihre Amtsführung gemacht. Was werden Sie aufgrund dieser Rückschau künftig anders machen?

Eigentlich nichts. Ich werde das Amt die verbleibenden zwei Jahre in meinem Sinn weiterführen. Ich werde jedoch vermehrt Geschäfte an die Kollegen im Schulrat delegieren, um meine Arbeitsbelastung zu reduzieren. Zudem wird mich vor allem mein Vize-Präsident Werner Frei entlasten.

Er wird sich künftig unter anderem um das Projekt «Neubau Mehrzweckhalle» kümmern. War dieser Umstand entscheidend für ihr Umdenken bezüglich ihres Rücktritts?

Ja, das war ein entscheidender Grund dafür, dass ich weitermache.

Stellten Sie noch weitergehende Forderungen, damit Sie ihr Einverständnis geben, weiterzumachen?

Konkrete Forderungen habe ich keine gestellt. Es ist auch nicht entschieden, was ich abgeben werde oder wer diese Geschäfte dann übernehmen wird. Wenn es soweit ist, werden wir solche, nötige Entscheidungen von Fall zu Fall treffen.

Wo sehen Sie neben dem Neubauprojekt die grössten Herausforderungen in den kommenden Jahren für die Primarschule Hemberg?

Voraussichtlich im kommenden Jahr soll die Innenrenovation des Schulhauses Bächli mit der Sanierung der zwei verbleibenden Schulzimmer abgeschlossen werden. Somit wären an beiden Schulen, ausgenommen der Mehrzweckhalle, alle baulichen Massnahmen abgeschlossen. Zudem geht die Umsetzung des Lehrplans 21 weiter, was aber unter der Führung der Schulleitung steht. Ansonsten ist die Primarschulgemeinde gut aufgestellt, zumal die Abgänge in der Lehrerschaft durch Pensionierungen allesamt durch junge Lehrkräfte ersetzt werden konnten.

Im Wissen darum, wie schwierig eine Nachfolge für das Schulpräsidium zu finden ist, werden Sie und Ihre Kollegen dieses Mal früher um eine Nachfolgeregelung besorgt sein?

Wir wollen zuerst den Ausgang der Grundsatzabstimmung zur Gemeindefusion in einem Jahr abwarten. Zudem ist es nicht vornehmlich die Aufgabe des Schulrates, sondern der Bürger von Hemberg, Vorschläge für eine Nachfolge einzubringen. Ohnehin stehen bald wieder Neuwahlen an, an der alle Ämter zur Disposition stehen. Abhängig vom Resultat der Grundsatzabstimmung wird man dann wissen, wie lange die Ämter besetzt werden müssen.

Werden Sie als Löwenwirtin und Schulpräsidentin ihre Schüler und die Lehrerschaft einmal auf ein Glacé einladen?

Warum nicht. Es würde aber logistisch sicher eine grosse Herausforderung für unser Team und mich, wenn alle 120 Kinder mit ihren Lehrpersonen gleichzeitig kommen.

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