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Interview

Toggenburgerin veröffentlicht einen Roman: Es geschah einst im November

Das Toggenburg ist Schauplatz in «Novembereis», dem ersten Roman von Monika Rösinger aus Bütschwil. Die pensionierte Schulleiterin hat einen Mord an einem Mädchen aufgearbeitet, der im ausgehenden 19. Jahrhundert die Region erschütterte.
Anina Rütsche
Die Autorin Monika Rösinger am Ort, wo vor 140 Jahren die kleine Frida getötet wurde. Die Stelle befindet sich in der Nähe von Oberhelfenschwil, etwas ausserhalb von Wigetshof. (Bild: Carmen Wueest)

Die Autorin Monika Rösinger am Ort, wo vor 140 Jahren die kleine Frida getötet wurde. Die Stelle befindet sich in der Nähe von Oberhelfenschwil, etwas ausserhalb von Wigetshof. (Bild: Carmen Wueest)

Lange war sie an der Oberstufe BuGaLu in Bütschwil als Lehrerin tätig, hatte auch das Amt der Schulleiterin inne. Seit ihrer Pensionierung vor zwei Jahren ist Monika Rösinger aus Bütschwil Autorin. Vor kurzem ist ihr Erstlingswerk im Orte-Verlag erschienen – «Novembereis», ein historischer Roman, angelehnt an wahre Begebenheiten rund um einen Mordfall an einem Mädchen aus dem Toggenburg, der sich im Frühwinter 1878 ereignet hatte. Trotz des düsteren Themas war die Veröffentlichung für die 66-Jährige ein freudiges Ereignis.

Monika Rösinger, vor wenigen Wochen ist «Novembereis» erschienen. Wie war es für Sie, das fertige Buch erstmals in den Händen zu halten?

Der Roman «Novembereis» ist im Orte-Verlag, Schwellbrunn, erschienen. (Bild: PD)

Der Roman «Novembereis» ist im Orte-Verlag, Schwellbrunn, erschienen. (Bild: PD)

Das war wunderbar, denn auf diesen Moment habe ich lange hingearbeitet. Vom Paket mit den zehn Belegexemplaren, die mir der Verlag zur Verfügung stellt, wurde ich überrascht. Es traf Anfang September bei mir in Bütschwil ein, viel früher als erwartet. An jenem Tag war meine Tochter bei mir zu Besuch, und so konnte ich dieses schöne Ereignis mit ihr teilen. Zu Beginn erschien es mir fast unwirklich, dass mein Name auf dem Buchumschlag stand. Unterdessen habe ich mehrere wohlwollende Rückmeldungen auf «Novembereis» erhalten. Dies hilft mir natürlich dabei, endgültig in der Rolle der Autorin anzukommen.

Worum es in «Novembereis» geht

Das Leben der Menschen im 19. Jahrhundert ist hart. In den 1870er-Jahren bringt der Bau der Eisenbahn Arbeit und Verdienst ins Toggenburg. Viele Frauen kennen Johann, den Taglöhner, der in der Gegend sein Unwesen treibt. Scham, Eigenmächtigkeiten und nachlässige Zurückhaltung der Obrigkeit fördern eine fatale Abwärtsspirale in Johanns Leben – bis es zu einem Mord kommt.

Der gewaltsame Tod der 11-jährigen Frida bei Oberhelfenschwil erhitzt die Gemüter in der ganzen Schweiz. Sie beflügelt die Argumentation all jener, welche die Todesstrafe im Kanton St.Gallen wieder einführen möchten. 1879 gelingt ihnen dies in der Volksabstimmung.

Johann hat es wirklich gegeben. Auch der Mordfall ist dokumentiert. Der Gedenkstein, den Fridas Eltern errichten liessen, ist heute im Toggenburger Museum in Lichtensteig ausgestellt. (pd/aru)

«Novembereis» spielt im Toggenburg. Wie wichtig war dieser Umstand für Sie bei der Auswahl des Themas?

Für mich war das Regionale ausschlaggebend. Mir ist es wichtig, einen persönlichen Bezug zum Thema zu haben, über das ich schreibe. Im Toggenburg kenne ich mich aus, daher fiel es mir leicht, die Ereignisse von früher zu verorten. Die Geschichte von Frida, die auf grausame Weise ermordet wurde, kenne ich übrigens seit meiner Kindheit. Ein Artikel von Emil Lehmann im Toggenburger Jahrbuch von 2012 hat mir das Ereignis in Erinnerung gebracht. Ich habe mich des Themas angenommen, um das Geschehene einzuordnen und auch, um dem toten Mädchen eine Ehre zu erweisen.

Um die historischen Fakten möglichst realitätsgetreu wiederzugeben, haben Sie viel Zeit in Archiven verbracht. Waren Sie zwecks Recherche auch am Schauplatz des Verbrechens?

Der Gedenkstein, der an die getötete Frida erinnert, steht heute nicht mehr am Tatort, sondern im Museum in Lichtensteig. (Bild: PD)

Der Gedenkstein, der an die getötete Frida erinnert, steht heute nicht mehr am Tatort, sondern im Museum in Lichtensteig. (Bild: PD)

Ja, sogar mehrmals. Der Tatort befindet sich in Oberhelfenschwil, nahe Wigetshof, auf einer Waldstrasse oberhalb des Tobels. Eigentlich eine schöne Gegend. Aber im Wissen um das Verbrechen war mir ein bisschen mulmig zumute. Heute erinnert an dieser Stelle nichts mehr an den Mord vom November 1878. Ich weiss aber noch, dass dort in meinen Jugendjahren ein verwitterter Gedenkstein stand. Diesen habe ich später im Toggenburger Museum wiederentdeckt.

Wie geht es nun weiter mit «Novembereis» und Ihrem literarischen Schaffen?

Am 30. November, 19 Uhr, findet im Ortsmuseum Bütschwil eine Vernissage mit Lesung aus «Novembereis» statt. Bereits trage ich die Idee für einen weiteren Roman mit mir herum. Auch diese Geschichte wird im Toggenburg spielen, so viel kann ich bereits verraten.

Informationen zum Buch

«Novembereis» von Monika Rösinger, 2018, 200 Seiten, 28 Franken.
www.verlagshaus-schwellbrunn.ch

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