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Zwangsmassnahmen sind nicht nötig, aber das Wasser bleibt knapp

Der trockene Herbst führte dazu, dass die Pegel der Wasserversorgungen an einigen Orten wieder auf das tiefe Niveau des Sommers fielen. Zwangsmassnahmen zum Wassersparen sind aber nicht nötig.
Martin Knoepfel
Im Thurtal stehen verschiedene Grundwasserpumpwerke – wie dieses in der Nähe der Waisenhausstrasse in Wattwil. (Bild: Sabine Camedda)

Im Thurtal stehen verschiedene Grundwasserpumpwerke – wie dieses in der Nähe der Waisenhausstrasse in Wattwil. (Bild: Sabine Camedda)

Das Toggenburg ist von Natur aus relativ regenreich. Allerdings war dieses Jahr bisher vergleichsweise trocken. Die Folge sind tiefe Grundwasserspiegel und weniger ergiebige Quellen als sonst. Die Situation ist allerdings von Ort zu Ort verschieden. Das zeigt eine Umfrage bei Wasserversorgungen im Toggenburg.

Die Thurwerke Wattwil benötigten 1200 Liter Wasser pro Minute. Die Quellen lieferten momentan rund 700 Liter. Das sagt Geschäftsleiter Alex Hollenstein. Die Differenz müsse durch durch Wasser von den Grundwasser-Pumpwerken Kloster und Rickenhof gedeckt werden. Normal könne man in Wattwil den Wasserbedarf während 90 Prozent des Jahres aus Quellwasser decken. Dieses Jahr werde das anders sein, sagt Alex Hollenstein.

Quellen auf Höfen teilweise versiegt

Die Thurwerke hätten Anfragen für Wasserlieferungen an abgelegene Höfe, deren Quellen versiegt seien, erhalten. Normal kämen solche Anfragen im Januar oder Februar, sagt Alex Hollenstein. Die Brunnen wurden hingegen wegen des Winters abgestellt, nicht aus Spargründen.

Die Wasserversorgungen von Wattwil, Lichtensteig und Ebnat-Kappel bilden einen Verbund. Wenn es weiter so trocken bleibe, müssten die Thurwerke Wasser aus dem Verbund beziehen, sagt Alex Hollenstein. Lichtensteig verfügt über ein Grundwasserpumpwerk in Necker. Dort gibt es laut Alex Hollenstein noch keine Probleme mit der Wassermenge. Die Thurwerke führen den Betrieb der Wasserversorgungen von Lichtensteig und Oberhelfenschwil.

Frühling, Sommer und Herbst waren trocken

2003 sei nur der Sommer trocken gewesen, dieses Jahr der Frühling, der Sommer und der Herbst, sagt Thomas Rütsche, Geschäftsleiter der Dorfkorporation Ebnat-Kappel. Jetzt liege der natürliche Grundwasserspiegel wieder auf dem gleich Niveau wie am Ende der Trockenperiode am 13. August. Die Niederschläge in der zweiten Augusthälfte hätten die Grundwasserseen nur zum Teil füllen können. Seit September seien die Niederschläge unterdurchschnittlich gewesen.

Man habe die Situation aber gut gemeistert, sagt Thomas Rütsche. So könne die Dorfkorporation seit anfangs Oktober die drei Allmenquellen im Steintal wieder nutzen. Am Ende der Sommer-Trockenperiode hätten die Quellen im Mittel 15 Prozent der normalen Schüttung gebracht. Jetzt seien es 25 Prozent, sagt Thomas Rütsche. Die Dorfkorporation Ebnat-Kappel besitzt je zwei Quellgebiete und aktive Grundwasserpumpwerke, wobei das eine zur Hälfte Wattwil gehört.

Ebnat-Kappel hat Sorgen mit lecken Leitungen

Im Hinblick auf vermehrt längere Trockenperioden will Thomas Rütsche das Netz rascher erneuern als bisher, da durch Rostlöcher Wasser versickert, in Extremfällen bis zu 10'000 Liter pro Stunde. Das sei eine sehr effiziente Massnahme gegen Wasserknappheit, da das Leitungsnetz ja immer gefüllt sein müsse, sagt er.

Normal hält laut Thomas Rütsche eine Wasserleitung etwa zwei Drittel eines Jahrhunderts. In Ebnat-Kappel gebe es Leitungen aus den Jahren 1965 bis 1985, die wegen überdurchschnittlicher Rostlochbildung bereits nach 25 bis 50 Jahren ersetzt werden müssten. Nur die beschädigten Stellen zu reparieren, lohne sich nicht. Vielmehr müsse man einen ganzen Leitungsabschnitt auswechseln.

Da fast alle Quellen und beide Grundwasserpumpwerke das ganze Jahr zur Verfügung standen, war Wasserversorgung für die Dorfkorporation Ebnat-Kappel auch in diesem Jahr 2018 kein Problem. Wenn aber ein Grundwasserpumpwerk ausgefallen wäre, etwa wegen einer Grundwasserverschmutzung oder einer technischen Störung, hätte Ebnat-Kappel laut Thomas Rütsche für den Wasserbezug bei den Nachbarversorgungen anfragen müssen.

Ähnlich viel aus dem Grundwasser wie im August

«In Phasen mit regelmässigen Regenfällen genügen die Erträge unserer Quellen, um den Bedarf unserer Kunden zu decken. Aktuell ist der Anteil des Quellwassers auf 25 Prozent gesunken. 75 Prozent des benötigten Wassers beziehen wir aus dem Grundwasser. Dies entspricht etwa dem gleichen Stand wie in der Trockenphase im August», sagt Hanspeter Bär (Wald-Schönengrund). Er ist Verwaltungsratspräsident der Wasserkorporation Neckertal, die die Dörfer St.Peterzell, Wald-Schönengrund und Brunnadern versorgt.

Nach den Regenfällen im September hat sich der Grundwasserpegel relativ schnell erholt und sank nun im November wieder auf den Stand vom August. «Dank Verbindungen mit den Netzen von benachbarten Versorgungen sollte es aber auch bei einer Fortsetzung der aktuellen extremen Trockenphase nicht zu Engpässen kommen, betont Hanspeter Bär. Er blickt deshalb zuversichtlich, in die Zukunft.

Wildhaus muss noch kein Grundwasser pumpen

Die Quellen seien jetzt weniger ergiebig als sonst, antworten auch Arthur Tobler und Norbert Fischbacher, die Brunnenmeister der Wasserkorporation Alt St.Johann-Unterwasser und der Dorfkorporation Wildhaus. Versorgungsprobleme habe es aber keine gegeben, sagen die beiden Brunnenmeister. Bisher habe man noch nicht auf Grundwasser zurückgreifen müssen. Die beiden Korporationen können sich gegenseitig aushelfen.

Konkret lieferten die Quellen momentan etwa halb so viel Wasser wie üblich, sagt Arthur Tobler. Dass man bisher kein Grundwasser pumpen musste, sollte aber nicht zur Verschwendung animieren sollte, appelliert Arthur Tobler an die Konsumenten. Norbert Fischbacher hofft, dass es nicht noch trockener wird. Er weist darauf hin, dass der Grundwasserspiegel wegen der geringen Niederschläge ebenfalls gesunken ist. Allerdings sei jetzt auch der Verbrauch tiefer, ergänzt er.

So war es im Sommer

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