Toggenburger Herbstschwingertag: Erster Titel für Beat Wickli

Trotz Teilnahme von Saisondominator Samuel Giger geht der Sieg an einen Einheimischen. 1200 Zuschauer erlebten am Sonntag bei herbstlichen Bedingungen ein gelungenes Herbstschwingfest in Wildhaus.

Pascal Schönenberger
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Der Ennetbühler Beat Wickli (rechts) verteidigte sich im vierten Gang geschickt gegen Samuel Giger und erzielte gegen den Saisondominator einen Gestellten. Einer der Schlüssel zum späteren Festsieg. (Bild: Pascal Schönenberger)

Der Ennetbühler Beat Wickli (rechts) verteidigte sich im vierten Gang geschickt gegen Samuel Giger und erzielte gegen den Saisondominator einen Gestellten. Einer der Schlüssel zum späteren Festsieg. (Bild: Pascal Schönenberger)

Die Kunde von der Nachmeldung von Schwägalpsieger und Saisondominator Samuel Giger sorgte schon im Voraus für viel Spannung. Dies dürfte auch dazu beigetragen haben, dass der Zuschaueraufmarsch beim Fest im obersten Toggenburg äusserst erfreulich ausfiel. Mit 600 bis 800 Besuchern hatten die Organisatoren gerechnet – gekommen sind annähernd doppelt so viel.

Die meisten dürften davon ausgegangen sein, dass der Thurgauer Giger im Toggenburg abräumt und sich einen weiteren Sieg holt. Bereits ab dem ersten Gang war aber klar, dass die Toggenburger den Heimsieg nicht einfach so verschenken würden.

Daniel Bösch brachte Samuel Giger im ersten Gang immer wieder an den Rand einer Niederlage. Bösch war nach der Schlussgangniederlage auf der Schwägalp nahe dran, Revanche zu nehmen. Schlussendlich stellten die beiden Eidgenossen. Dadurch erlitt Giger auf dem Weg zum Tagessieg bereits einen ersten Dämpfer.

Beat Wickli tritt von Beginn weg überzeugend auf

Beat Wickli, der spätere Gewinner, besiegte im ersten Gang mit seiner Waffe, dem Stöckli, den St. Galler Lars Geisser. Auf seinem Siegeszug legte er schon im zweiten Gang den Appenzeller Eidgenossen Marcel Kuster ins Sägemehl. Vor der Mittagspause musste dann auch der Thurgauer Lukas Wolfer als Verlierer gegen den gelernten Landwirt aus Ennetbühl vom Platz.

Nach diesen drei Siegen, die ihm jeweils eine 10 eintrugen, führte Beat Wickli die Rangliste bei Halbzeit an. Dicht hinter ihm stand Samuel Giger. Zum Duell der Führenden kam es dann im vierten Gang. Ein intensiver Kampf, in dem sich Wickli geschickt verteidigte und Rekrut Giger kein Rezept fand, den Toggenburger zu bodigen, endete gestellt. Für Giger bedeutete dies, dass er nach vier Gängen im Kampf um den Tagessieg aus dem Rennen war.

Wickli seinerseits holte sich mit einem weiteren Sieg über den St. Galler Oberländer Michael Bernold die Schlussgangteilnahme. Diese erkämpfte sich auch der Flawiler Michael Rhyner. Zuerst stellte er im Anschwingen gegen Marcel Kuster, anschliessend gewann er seine vier weiteren Gänge.

Der Flawiler Michael Rhyner kann nicht nachdoppeln

Der Sieger des Toggenburger Verbandsschwingfestes vom letzten April hatte somit die Chance, auch das Herbstschwingfest zu gewinnen. Dieser Traum wurde aber von Beat Wickli jäh zerstört. Der Ennetbühler gewann nach 6.30 Minuten mit einem «Stöckli» und feierte somit auf überzeugende Weise seinen ersten Regionalfestsieg.

Von den insgesamt 28 Auszeichnungen konnten die Toggenburger Schwinger über die Hälfte erkämpfen, womit sie einen guten Saisonabschluss hinlegten. Mit den beiden Toggenburger Schlussgangteilnehmern sowie vielen jungen Schwingern, welche in dieser Saison einen Schritt nach vorn zurückgelegt haben, kann Urban Götte, der Technische Leiter der Toggenburger, sehr zufrieden sein. Insgesamt holten in der abgelaufenen Saison fünf Toggenburger zum ersten Mal den begehrten Kranz.

Die Zukunft sieht viel versprechend aus. Auch die Doppelzweige am Eidgenössischen Nachwuchsschwingfest in Landquart vom 26. August durch Werner Schlegel und Marco Forrer sind Zeichen der guten Nachwuchsarbeit. Nun ist die Saison zu Ende. Die Schwinger bekommen allerdings nur eine kurze Pause. Bereits Ende Oktober geht die Vorbereitung mit dem Ziel Eidgenössisches Schwingfest 2019 in Zug wieder los.