Den ersten «Stützli-Sex» in Bazenheid gab es im Restaurant Schäfli

Die Dorfkorporation Bazenheid feierte am Montagabend an der Bürgerversammlung ihr 60-jähriges Bestehen. Höhepunkt war die Vorstellung des Buches «Gastliches Bazenheid», das aus der Feder von Josef Moser stammt.

Beat Lanzendorfer
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Die Bücher von Josef Moser fanden reissenden Absatz, natürlich signierte der Autor sein Werk auf Wunsch. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Die Bücher von Josef Moser fanden reissenden Absatz, natürlich signierte der Autor sein Werk auf Wunsch. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Eine noch nie dagewesene Zahl: 206 Stimmberechtigte wohnten am Montagabend der Bürgerversammlung der Dorfkorporation Bazenheid bei. Laut Präsident Felix Forster entspricht dies 10,8 Prozent der Stimmberechtigten. Gemäss Rechnung resultierte im Ressort Wasserversorgung ein Ertragsüberschuss von 190'000 Franken. In der Kommunikation konnten mit einem Ertragsüberschuss von 146'000 Franken ebenso schwarze Zahlen geschrieben werden.

Die heutige Dorfkorporation Bazenheid ist 1959 aus dem Zusammenschluss zwischen den Korporationen Oberbazenheid und Unterbazenheid entstanden. Ihr Hauptauftrag ist es, den im Korporationsgebiet lebenden Einwohnern Wasser in der erforderlichen Qualität zur Verfügung zu stellen. Im Weiteren besteht ihre Aufgabe darin, die Kommunikation via Glasfasernetz sicherzustellen. Darüber hinaus fördert sie die Erhaltung der Dorfkultur durch Unterstützung der Dorfvereine.

Restaurant im Bären soll wieder vermietet werden

Die sich im Besitz der Dorfkorporation befindliche Liegenschaft Bären wurde mit einem Rezeptions- und Frühstücksraum erweitert. Die Umbauarbeiten werden mit 84'400 Franken beziffert. Der in Eigenregie geführte Hotelbetrieb bringt eine gute Auslastung, in erster Linie wegen des Militärs. Um wieder vermehrt Leben in den «Bären» zu bringen, werden die Anstrengungen erhöht, mögliche Pächter für den Restaurationsbetrieb zu finden.

Die Investitionsrechnung sieht für den Ausbau des Glasfasernetzes weitere 450'000 Franken vor. Im Jahre 2021 sollen alle Wohneinheiten über ein leistungsfähiges Glasfasernetz verfügen. Im Wassernetz sind Investitionen für 500'000 Franken eingestellt. Die Arbeiten werden mit der sich im Bau befindlichen dritten Etappe der Fernwärme koordiniert. Das Budget 2019 sieht einen gleich bleibenden Wasserpreis von 85 Rappen pro Kubikmeter vor.

In der allgemeinen Umfrage deponierte Joseph Koch den Wunsch der Bevölkerung, den «Bären» wieder zu öffnen. Das Restaurant in Bahnhofsnähe solle wieder zum Dorftreffpunkt werden. Ebenso erinnerte er an das Versprechen, Fernwärme für alle zugänglich zu machen. «Leider besteht aus Sicht der Verantwortlichen kein Interesse am Erschliessen der Einfamilienhäuser.» Forster versprach, die Wünsche einzubringen, auch wenn sein Einfluss in dieser Sache begrenzt sei. Nach dem trockenen letzten Sommer kam seitens von Bruno Huser die Frage nach genügend Wasser auf. «Wir hatten immer genügend Wasser», erklärte Forster. Zudem hätten die Niederschläge von November bis März für Entspannung gesorgt. Im Weiteren werde ein Verbund mit Jonschwil-Schwarzenbach sowie Wil und Bütschwil geprüft.

Ein Winterzauber als Geburtstagsgeschenk

Nach dem offiziellen Teil war es an Chronist Josef Moser, sein im Auftrag der Dorfkorporation erstelltes Buch vorzustellen. Er unterteilte seine Präsentation in drei Teile und erntete mehrmals Applaus, als er einzelne Passagen daraus vorlas. Speziell die Vorgänge im «Schäfli» mit der Bezeichnung «Erster Stützli-Sex und Verbannung wegen fortlaufenden öffentlichen Ärgernisses», dürften mit ein Grund gewesen sein, weshalb das Buch danach reissenden Absatz fand.

Dazu beigetragen hat auch der Preis: Für alle Anwesenden betrug er 20 Franken, ab sofort kostet «Gastliches Bazenheid – unsere Wirtshäuser – Träger der Dorfkultur» 50 Franken. Laudator Markus Frick, Mitglied des Verwaltungsrates der Dorfkorporation, fand für Autor Josef Moser die richtigen Worte.

Zu den weiteren Aktivitäten im Jubeljahr gehören die Neugestaltung der Webseite sowie ein Winterzauber vom 22. November 2019 bis 5. Januar 2020. Auf der Sportanlage Ifang soll ein für alle zugängliche Eisfeld entstehen. Vereine erhalten hierzu die Gelegenheit, abseits des Eisfeldes für weitere Attraktionen zu sorgen.