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Ersetzt das Handy bald die Lehrmittel?

Dass das Handy nicht in die Schule gehört, ist die Meinung von Vielen. Nun wird jedoch vermehrt von den Schulen versucht, das Handy sinnvoll in den Unterricht zu integrieren. Ob dies eine Zukunft hat?
Emilie Jörgensen
Handys werden immer mehr zum Bestandteil des Unterrichtes, da sie schnell Informationen liefern und breit gefächert verwendet werden können. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Handys werden immer mehr zum Bestandteil des Unterrichtes, da sie schnell Informationen liefern und breit gefächert verwendet werden können. (Bild: Keystone/Christian Beutler)

Chatten, fotografieren, surfen – was man heute mit dem Smartphone machen kann, konnte sich vor 35 Jahren kein Mensch erträumen. Mittlerweile ist unser alltägliches Leben mit dem starren Blick aufs Display stark geprägt, denn die Beschäftigungsmöglichkeit ist schier unendlich. Vor allem bei Jugendlichen sorgt das Handy für Diskussionen und birgt Konfliktpotenzial. Es ist ein Spagat, den die Schulen vollziehen müssen.

Wie viele Schüler ein Smartphone besitzen, ist unklar. Die Schulen zwischen Wattwil und Ebnat-Kappel sind sich aber sicher, dass rund 98 Prozent der Lernenden Zugriff auf ein eigenes Handy haben. Es ist eine Plattform, auf der ein intensiver Austausch rund um die Uhr stattfindet. Dabei ist der Störfaktor, den ein Handy aufweist, nicht das grösste Problem. Vielmehr geht es darum, dass Jugendliche lernen müssen, die technischen Geräte in einem gesunden Mass anzuwenden.

Smartphones sind ein Fluch und Segen zugleich

«Für viele Schüler stellt das Smartphone nicht nur ein Telefon dar, sondern ein Multimediagerät, mit welchem eine unkontrollierte Menge an Daten und Worten ausgetauscht werden kann», meint Norbert Stieger, Schulratspräsident der Gemeinde Wattwil-Krinau. Die Aufgabe der Lehrpersonen so wie auch der Eltern sei es, den Schülern einen altersgerechten Umgang mit ihren Smartphones beizubringen. «Werden die technischen Mittel falsch eingesetzt, so sind sie ein Schaden. Werden sie richtig eingesetzt, stellen sie einen Nutzen dar», ergänzt er.

Dieser Meinung ist auch Peter Egli, Abteilungsleiter der Allgemeinbildung des BWZT in Wattwil. «Werden die Handys gezielt während des Unterrichtes einbezogen, ist es natürlich eine Bereicherung und eine gute Abwechslung», erklärt Egli. Bis dahin gilt jedoch, dass das Handy ausgeschaltet an einem Ort versorgt ist, wo man es nicht sieht. Diese Regel wird mehr oder weniger eingehalten. Dass die Jungen geschickt sind, ist für Peter Egli jedoch nichts Neues. «Ich bin mir sicher, dass Lernende auch auf einem Toilettengang das Handy benutzen», meint er. Deswegen werden die Handys von einigen Lehrpersonen am BWZT in Wattwil während der Prüfungen eingesammelt.

Tablet-Klassen in Ebnat-Kappel

Nebst den Regeln rund um das Smartphone wird in ein paar Schulen das Gerät auch ganz bewusst in bestimmte Unterrichtsfächer einbezogen. «Wir führten versuchsweise drei Jahre lang zwei Tablet-Klassen, in denen jede Schülerin und jeder Schüler Zugriff auf ein eigenes Tablet hatte. Die Lehrpersonen versuchten, so oft es Sinn machte, mit dem Tablet zu arbeiten. Den Schülern wurde es aber bald einmal zu viel, denn sie wollten die Arbeitsblätter lieber von Hand ausfüllen», erklärt Ivo Stäger, Schulleiter der Oberstufe Wier in Ebnat-Kappel.

Tatsächlich bevorzugt die Mehrheit der Jugendlichen, etwas in der Hand zu halten, da die Bildschirme nicht genug übersichtlich sind. Allerdings hätten digitalisierte Lehrmittel Vorteile, die das Papier nicht bieten kann, wie zum Beispiel aktuellere Lerninhalte. «Für längeres und vertieftes Arbeiten sind die kleinen Handybildschirme jedoch wenig geeignet», meint Martin Gauer, Rektor der Kantonsschule Wattwil. Er beobachtet in der Freizeit der Kantonsschüler eine zunehmende Tendenz zum Handygebrauch.

Allerdings haben die Handys an der Kanti Wattwil nie zu ernsthaften Problemen geführt. Den Lehrpersonen ist es selber überlassen, wie und wann das Handy in den Unterricht integriert wird. «Die Digitalisierung bietet im Bildungsbereich zweifellos riesige Chancen. Die zunehmend breite und aktuelle Online-Verfügbarkeit von Wissen sowie die neuen Möglichkeiten von orts- und zeitunabhängiger Online-Zusammenarbeit verändern die bisherigen Rahmenbedingungen auf allen Bildungsstufen», erklärt Martin Gauer.

Fehlende Antworten für eine sichere Lösung

Die Umsetzung, Schulbücher mit einem Smartphone oder Tablet zu ersetzen, scheint gar nicht so weit weg zu sein. Peter Egli vom BWZT in Wattwil sieht darin jedoch administrative Probleme, die vorher dringend gelöst werden müssten. Denn auf die Fragen, wer das bezahlt, wer was wissen muss und ob die Technik immer funktionieren wird, hat er nämlich noch keine Antwort.

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