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Kirchberg: Rund 4'000 Menschen pilgerten ans «Spektakulair»

Trotz herbstlichen Wetters zog das Strassenfest Spektakulair am Samstag viele Menschen auf die Strassen Kirchbergs. Ein in vielerlei Hinsicht reichhaltiges Angebot liess die Besucher in eine liebevoll gestaltete Welt eintauchen.
Pablo Rohner
Adam’s Wedding, die Band aus dem Zürcher Oberland und Gewinner des Bandwettbewerbs von Spektakulair, heizte dem begeisterten Publikum am Samstagnachmittag ein. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Adam’s Wedding, die Band aus dem Zürcher Oberland und Gewinner des Bandwettbewerbs von Spektakulair, heizte dem begeisterten Publikum am Samstagnachmittag ein. (Bild: Beat Lanzendorfer)

Regenfäden und Rauch hängen in der Luft, Knallfrösche knallen. Ein Hauch von Herbst liegt über dem Tellplatz. Man hätte sich gewünscht, der Sommer wäre etwas länger geblieben, wenigstens noch bis zum Samstag, bis zum Spektakulair. Doch am Nachmittag zeigt sich, dass das grosse Kirchberger Strassenfest atmosphärisch auch unter kühlem Grau funktioniert. Die Öfen und Feuer auf dem Tellplatz – in ihnen schmoren Raclette, Schweinshalsbraten, Schlangenbrot und Holzofenpizza – verströmen ihre Magie in der kühlen Luft besonders betörend und beim elektrischen Rodeo kommt man so wenigstens nicht allzu arg ins Schwitzen.

Kreative Festmacher – ideenreiche Vereine

Die Besucher lassen sich die Festfreude ohnehin nicht trüben und flanieren zwischen den Ständen des lokalen Gewerbes und der Vereine, die sich von der Kreativität der Festmacher vom Verein Spektakulair haben anstecken lassen. Das ganze Dorfzentrum ist verwandelt in eine andere, mit Liebe zum Detail gestaltete Welt. Die Passerelle zwischen Eintracht und Kirche, die verschiedenen Bühnen, Buden und Tanzböden verfremden den Raum zwischen Depot und Eintracht. Man habe keinen Aufwand gescheut, sagt Mitorganisator Marc Ledergerber: «Du könntest auch einfach ein Zelt hinstellen. Wir haben stattdessen Holzhäuschen aufgebaut.»

Anja und Céline Eberl sowie Aimé Kaufmann. Drei von rund 4000 Besuchern des Strassenfestes Spektakulair. (Bilder: Beat Lanzendorfer)
Dani Kuhn, Rolf Oehninger und Tom Elmiger. Viel Zeit für das Foto bleibt nicht. Die Betreiber der Essenstände waren im Dauerstress.
Kommentatoren-Legende Dani Wyler sagte die Bands an.
Paolo Mendoza: Rockimport aus Schweden.
Basement Saints hatten ihren Auftritt am Samstagabend auf der Eintracht-Bühne. Die Band aus Solothurn traf auf ein Publikum, das mitzog.
Die Strassen im Kirchberger Zentrum verwandelten sich am Samstag in eine friedliche Festmeile.
6 Bilder

So ging es am «Spektakulair» zu und her

Bei einer Kirchberger Holzbaufirma nageln Kinder mit ihren Eltern Vogel-Nistkästen zusammen, ein paar Meter daneben klettern Buben und Mädchen auf Türme aus Harassen, an einem Kran hängend und überwacht von Jungwächtlern. Der Fussballclub hat ein Gitter aus Holzstäben aufgestellt, durch das die Bälle mit viel Gefühl gepasst werden müssen. Hoch über dem Postplatz flattern bunte Fähnchen im Wind, unten drängen sich die Menschen in den schützenden Pavillons. Es ist früher Nachmittag und der Platz vor der Vollmondbühne gut gefüllt. Gerade hatte der Dietschwiler Songschreiber Andrin Künzle alias Aendael seinen Auftritt, jetzt sind die Gewinner des Bandwettbewerbs des Spektakulair an der Reihe: Adams Weding. Die Musik der Zürcher Oberländer zwischen Erntedankfest-Folk und Indierock wärmt die Gemüter, sodass Punsch und Kafi Lutz abgestellt werden, um die Hände zum Tanzen freizuhaben.

Inzwischen ist es Abend und im Bus von Wil nach Kirchberg gibt es kaum noch Platz. Vielleicht kam dem Spektakulair die Absage der Sömmeribar bei Wil entgegen, sagt Marc Ledergerber später, jedenfalls ist es längst nicht nur die Bevölkerung der Gemeinde, die den Platz vor der schwedischen Funklegende Paulo Mendonca mit Tanzwut füllt.

4000 Gäste habe jemand geschätzt, sagt Ledergerber, der kurz vor dem abschliessenden Konzert der Bazenheider Tigershead in der Eintracht ein zufriedenes Fazit zieht. «Trotz des Wetters ist alles aufgegangen. Die Leute sind gekommen und die Qualität der Bands war super.»

Ein Stilbruch zum Schluss des Spektakels

Es gibt Leute, die sagen, AC/DC könne man nicht covern. Es gibt Leute, die sagen, AC/DC dürfe man nicht covern. Und es gibt FA/KE. Wenn jemand den australischen Rockdinosauriern nahekommt, dann die Band aus Fulda. Die Raspelstimme, das präzise Schlagzeug, die krachenden Gitarren, die Grimassen und Frisuren – alles sitzt und im Publikum schnellen die Luftgitarren in den Nachthimmel. Zum Schluss dann der harte Stilbruch. Nach FA/KE spielen Tigershead das letzte Konzert in der Eintracht, in der inzwischen raue Saloon-Stimmung herrscht.

Der Boden ist mit Bier eingeseift, die Stimmen werden immer lauter und unverständlicher und manch einer ist auch schon eingeschlafen über ein letztes Glas. Doch der live mit Synthesizer, Gitarre, Kontrabass und E-Schlagzeug gespielte und vom Bazenheider Trio so getaufte «Biotechno» bringt nochmals Feuer unter das Dach. Und so klingt das Spektakulair aus, wie es das verdient: laut und tanzend.

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