Entgegen dem Trend in der Region: Mosnang belässt den Steuerfuss bei 137 Prozent

Die Bürgerversammlung genehmigte das Budget und den Steuerplan 2020 einstimmig. Im Budget resultiert ein Ertragsüberschuss von rund 184'000 Franken.

Timon Kobelt
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Gemeindepräsident Renato Truniger (links) konnte durch eine ruhige Bürgerversammlung führen. Ratsschreiber Roland Schmid (rechts) musste bestimmt schon mehr Notizen machen als am Mittwochabend. (Bild: Timon Kobelt)

Gemeindepräsident Renato Truniger (links) konnte durch eine ruhige Bürgerversammlung führen. Ratsschreiber Roland Schmid (rechts) musste bestimmt schon mehr Notizen machen als am Mittwochabend. (Bild: Timon Kobelt)

Der Aufmarsch konnte nicht mit demjenigen der denkwürdigen Bürgerversammlung (BV) im Frühling mithalten. Damals strömten 381 Stimmberechtigte ins Oberstufenzentrum in Mosnang und schmetterten den Antrag des Gemeinderates ab, der einen Austritt Mosnangs aus dem Zweckverband des Solino bewirkt hätte.

Da am Mittwochabend keine Themen mit solcher Sprengkraft auf der Traktandenliste standen, fanden auch weniger Bürger den Weg in die Turnhalle. 132 Stimmberechtigte waren es genau, was einem Anteil von 6,3 Prozent entspricht. Ratsschreiber Roland Schmid hatte mit den Anzahl Stühlen recht gut gepokert.

Einstimmig für Belassung des Steuerfusses

«Vielleicht haben Sie sich bei der Einladung gedacht: ‹So en Seich, es gibt gar keine Senkung des Steuerfusses.› Man hat sich ja fast ein wenig daran gewöhnt», sagte Gemeindepräsident Renato Truniger. Doch der Gemeinderat beantrage immerhin keine Veränderung des Steuerfusses, der ja theoretisch auch nach oben gehen könne. Die Hauptgründe für die Belassung bei 137 Prozent wurden schon an der Vorgemeinde genannt: hoher Investitionsbedarf und Abbau von Fremdkapital. Auch wenn es in der Region in letzter Zeit tatsächlich fast schon zur Tradition geworden ist, den Steuerfuss zu senken, hatte niemand etwas gegen den Beibehalt von 137 Prozent einzuwenden. Die Bürgerschaft nahm den Antrag einstimmig an.

Gleiches galt für das Budget 2020. Dieses weist einen Ertragsüberschuss von knapp 184'000 Franken aus. Truniger machte auch eine Abschlussprognose für das laufende Jahr.

«Wir werden wohl mit einem Plus von 500'000 Franken abschliessen, was recht genau dem entspricht, was wir vor einem Jahr budgetiert haben.»

Somit werde das Eigenkapital der Gemeinde per Ende 2019 auf rund 4,4 Millionen Franken ansteigen.

Landschaftsgärtner ins Projekt involviert

Max Gmür, Schulratspräsident von Mosnang. (Bild: Timon Kobelt)

Max Gmür, Schulratspräsident von Mosnang. (Bild: Timon Kobelt)

Auch Schulratspräsident Max Gmür sprach zur versammelten Bürgerschaft. Zu den Schulraumerweiterungsprojekten in Mühlrüti und Libingen werde am 9. respektive 11. Januar in den beiden Dörfern separat informiert. «Ich kann allerdings jetzt schon sagen, dass sich die Projekte nochmals etwas entwickelt haben. In Libingen haben wir aufgrund der Rückmeldungen zum Beispiel nochmals den Umschwung angeschaut und dafür einen Landschaftsgärtner ins Projekt involviert», sagte er. Ausserdem sei geplant, an beiden Standorten rund 65 Zivilschutzplätze zu integrieren. Dafür hätten sie in der Gemeinde wenig alternative Orte. Ausgerechnet jetzt, da Mosnang zusätzlichen Schulraum schaffen will, sind die Geburtenzahlen rückläufig. Dies werde sich auch mit tieferen Schülerzahlen in der Primarschule bemerkbar machen.

«Davon lassen wir uns aber nicht abschrecken. Wir sind ein Rat, der langfristig plant.»

Gähwil, das zur Nachbargemeinde Kirchberg gehört, habe beispielsweise zu einem Zeitpunkt neuen Schulraum geschaffen, als die Schülerzahlen am tiefsten gewesen seien, und es habe sich trotzdem ausbezahlt, hatte Gmür an der Vorgemeinde gesagt. Die Schule sieht im Budget einen Finanzbedarf von rund 8 Millionen Franken vor. Die Anschaffung eines neuen Schulbusses für 121'000 Franken fliesst in die Investitionsrechnung.

Sonstige grössere Investitionen stehen in den Bereichen Verkehr und Umweltschutz an. Der Kredit in der Höhe von 1,6 Millionen Franken für die Sanierung der Sonnhaldenstrasse muss an der Urne abgesegnet werden. Im Nettenberg wurde 2019 in ein neues Einfamilienhaus eine Meterowasserentlastung eingebaut. Diese wird nächstes Jahr für 120'000 Franken mit der bestehenden Leitung vor dem Gemeindehaus verbunden und bis zur Nettenbergstrasse verlängert.