Ennetbühl
Brücke Luteren wird doch nicht abgebrochen – neues Gutachten zeigt: Teile davon sind schutzwürdig

Das Projekt des Kantons, das einen Neubau der Brücke über die Luteren bei Ennetbühl vorsieht, muss überarbeitet werden. Die nun im Vordergrund stehende Option sieht zwar immer noch einen Neubau vor, die bestehende Brücke soll aber bestehen bleiben und als Geh- und Radweg umgebaut werden.

Larissa Flammer
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Ein neues Gutachten stuft einen Teil der Brücke als schutzwürdig ein.

Ein neues Gutachten stuft einen Teil der Brücke als schutzwürdig ein.

Bild: Sabine Camedda

Die Pläne des Kantons waren schon weit fortgeschritten. Die Brücke über die Luteren zwischen Ennetbühl und Gillsäge in Nesslau sollte abgebrochen und eine neue erstellt werden. Der Kantonsrat hat im Februar bereits in erster Lesung über das Projekt und den Kredit diskutiert – und zugestimmt.

Doch während der Diskussion kam die Frage auf, ob die Brücke, die im Jahr 1901 erbaut wurde und aus drei Bögen besteht, nicht schutzwürdig sei. Das Baudepartement verneinte diese Frage, da die Brücke in keinem gültigen Schutzinventar erwähnt ist. «Auch die vorgängigen Abklärungen mit der Gemeinde zeigten keine schützenswerten Objekte im Projektperimeter auf», teilt der Kanton mit. Um die Frage der Schutzwürdigkeit eindeutig zu klären, liess das Baudepartement nach der ersten Lesung ein externes Gutachten erstellen. In der Medienmitteilung vom Freitag heisst es: Laut Gutachten sei ein Teil der Brücke als schutzwürdig einzustufen. Die Brücke trage massgebend zum örtlichen Landschaftsbild bei.

Eine Brücke für Autos, eine für den Langsamverkehr

Aufgrund der Ergebnisse des Gutachtens muss das Projekt überarbeitet werden. «Die Option Abbrechen wird nicht weiter vertieft», sagt Kantonsingenieur Marcel John auf Anfrage. Für die heutigen Strassenlasten kann die Brücke nicht verstärkt werden, weshalb der Kanton sich für einen Neubau entschieden hatte. Zu diesem Schluss kommt auch der Experte, wie John sagt. Deshalb empfiehlt das Gutachten, die bestehende Brücke zu erhalten und als Geh- und Radweg umzubauen sowie für den Strassenverkehr eine neue Brücke zu erstellen.

Der Kantonsingenieur sagt: «Diese Option steht für uns jetzt im Vordergrund.» Es sei die naheliegende Lösung und käme der Schutzwürdigkeit sogar entgegen. Denn der neue obere Teil der Brücke sei nicht schützenswert und könnte umgebaut werden, wenn nur noch ein Geh- und Radweg darüber führen soll.

«Damit würde das Gesamtbild eher einer historischen Brücke entsprechen.»

Auch die Attraktivität des Wanderwegs würde so gesteigert werden.

Bei den Kosten ändert sich voraussichtlich nicht viel

Da das Projekt nun überarbeitet wird, kann es nicht in zweiter Lesung in der Aprilsession des Kantonsrats behandelt werden. Voraussichtlich im August 2021 wird die Regierung die überarbeitete Vorlage dem Kantonsrat zuleiten, heisst es in der Medienmitteilung. John geht davon aus, dass die finanziellen Auswirkungen der Überarbeitung nicht sehr gross werden, da die Kosten für den Abbruch der schützenswerten Brücke wegfallen. Für das bisherige Projekt wurde mit Gesamtkosten über 6,6 Millionen Franken gerechnet.