Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Wildhauser Schülerin sucht Lehrstelle via eigene Website

Eine 16-jährige Sekundarschülerin aus dem Obertoggenburg hatte Pech bei der Suche nach einer Lehrstelle. Mit Hilfe ihrer Klasse hat sie nun eine Website aufgeschaltet, um doch noch Konditor-Confiseur lernen zu können.
Anina Rütsche
Die Schülerin Sandra W. möchte ihr Hobby, das Backen, zum Beruf machen. (Bild: Anina Rütsche)

Die Schülerin Sandra W. möchte ihr Hobby, das Backen, zum Beruf machen. (Bild: Anina Rütsche)

Konditor-Confiseur – das ist der Traumberuf von Sandra W. aus Wildhaus. Die 16-Jährige schliesst diesen Sommer die Sekundarschule am Oberstufenzentrum Büelen in Nesslau ab. Wie es danach weitergeht, ist offen – noch ist nämlich keine Lehrstelle in Sicht. «Ich hatte Pech, weil ich im Herbst länger krank war, operiert werden musste und deshalb erst spät mit der Suche beginnen konnte», erklärt Sandra W. ihre Lage.

Trotz allem hofft die junge Frau darauf, dieses Jahr eine Ausbildung im von ihr gewünschten Bereich beginnen zu können. Um ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen, hat sie vor rund drei Wochen etwas Besonderes gewagt: Im Internet gibt es nun eine Seite, sandra.lbo.ch, auf der Sandra W. sich selbst, ihre Geschichte und ihre beruflichen Ziele präsentiert. Ebenso besteht für potenzielle künftige Arbeitgeber die Möglichkeit, die Berufsanwärterin direkt zu kontaktieren. Sandra W.s Vorgeschichte zur Lehrstellensuche wird folgendermassen beschrieben: «Sie ist 16 Jahre alt, hat gute Noten und sucht eine Lehrstelle als Konditor-Confiseur. Zweimal bekam sie von unterschiedlichen Betrieben eine provisorische Zusage, wurde vertröstet und steht jetzt doch mit leeren Händen da.»

Die ganze Klasse hat mitgeholfen

Betreut wird die Sandra-Website von einem Klassenkollegen, Philipp, der demnächst eine Lehre als Informatiker beginnt. Strahlend erzählt Sandra W. von dem grossen Engagement ihrer Mitschülerinnen und Mitschüler: «Beim Texten hat die ganze Klasse mitgeholfen.» Klassenlehrer Roland Bruderer hat sich als Coach betätigt. Und so entstand in kurzer Zeit ein Gemeinschaftswerk, das sich sehen lassen kann. Auf der Sandra-Website lässt sich auch in Erfahrung bringen, dass die 16-Jährige ihre Kameradinnen und Kameraden «häufig mit den besten und schmackhaftesten Kuchen und Torten verwöhnt». Weiter schreiben die Sekundarschüler: «Wir waren alle betroffen, als wir erfuhren, dass sie noch keine Lehrstelle hat. Deshalb entschloss sich unsere Klasse, ihr kurzerhand bei der weiteren Suche behilflich zu sein.» Nach diesem Text folgt eine kleine Fotogalerie, in der eine Auswahl von Sandra W.s selbst kreierten Kuchen und Torten zu sehen ist.

Seit Jahren begeistert in der Backstube

Backen sei schon seit mehreren Jahren ihr liebstes Hobby, erzählt Sandra W. – dies neben der Mitgliedschaft im Militärschützenverein, neben dem Singen, Zeichnen und Musikhören. Grossen Spass hat die 16-Jährige zudem daran, ihre süssen Kreationen zu dekorieren. «Mir gefällt dabei das Kreative, das Detailreiche, und ich experimentiere gerne mit verschiedenen Zutaten sowie mit Farben, Formen und Mustern.» So verwendet die 16-Jährige verschiedene Teigsorten, aber auch Fondant und geschlagenen Rahm, um den Backwaren das gewisse Etwas zu verleihen. Auf die Frage, wo sie das alles gelernt habe, antwortet Sandra W. verschmitzt: «Durch Ausprobieren, Übung und mit Hilfe von Videos, die ich mir im Internet angeschaut habe.» Und Sandra W. scheint damit Erfolg zu haben: Mit Freude erzählt sie von verschiedenen Auftragsarbeiten, die sie für Geburtstage und Hochzeiten ausgeführt hat.

Suche auch ausserhalb des Toggenburgs

Um ihren beruflichen Traum zu verwirklichen, zieht die Wildhauserin Lehrstellen im Toggenburg, aber auch angrenzenden Regionen wie dem Rheintal in Betracht. «Einfach ist es aber nicht», sagt sie, denn im Bereich Konditor-Confiseur gebe es nicht mehr allzu viele freie Plätze. Und nachdenklich gestimmt fügt sie an: «Wenn man genau weiss, was man machen möchte, ist es manchmal schwieriger, als wenn man sich mehrere Möglichkeiten vorstellen kann.»

Sandra W. hofft, mit ihrem Gang an die Öffentlichkeit einiges bewegen zu können. «Um Zuschriften bin ich sehr dankbar», sagt sie. Und was, wenn es dieses Jahr nicht klappt, obwohl die junge Frau alle Hebel in Bewegung gesetzt hat? «Dann», sagt Sandra W., «werde ich ein halbes Jahr als Au-pair ins Tessin gehen und anschliessend einen neuen Anlauf starten, um Konditor-Confiseur zu werden. Auf alle Fälle gebe ich nicht auf.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.