Energietal Toggenburg wirbt für sorgsamen Umgang mit Ressourcen: Duschwasser kann für WC-Spülung genutzt werden

An einem Energieapéro wurde eine Grauwasseraufbereitungsanlage beim Eventhaus von Energietal Toggenburg eingeweiht.

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Jürg Abderhalden erklärt am Energieapéro in Ebnat-Kappel die Funktionsweise der neuen Grauwasseraufbereitungsanlage.Bild: PD

Jürg Abderhalden erklärt am Energieapéro in Ebnat-Kappel die Funktionsweise der neuen Grauwasseraufbereitungsanlage.Bild: PD

(pd/sas) Am Energieapéro der Gemeinde Ebnat-Kappel am vergangenen Freitag wurde der Bevölkerung zum ersten Mal die neue Grauwasseraufbereitungsanlage im Eventhaus vorgestellt. Neben der Anlage standen unter anderem die 2000-Watt-Gesellschaft und der lokale Solarstrom im Fokus des Apéros. Im Anschluss hatte das Publikum Gelegenheit zu diskutieren und Fragen zu stellen.

«Es ist höchste Zeit, dass wir mit gezielten Massnahmen eine nachhaltige Energieversorgung voranbringen.»

So eröffnete Gemeindepräsident Christian Spoerlé den Energieapéro der Gemeinde Ebnat-Kappel im Eventhaus von Energietal Toggen- burg. Er zeigte sich auch stolz, dass Ebnat-Kappel zusammen mit den Gemeinden Nesslau und Wildhaus-Alt St.Johann, versucht, unter dem Label Energiestadt Region Obertoggenburg diese Ziele zu erreichen. Mit dem gemeinsamen regionalen Förderprogramm und der zehnjährigen Mitarbeit im Energietal Toggenburg sei man auf dem richtigen Weg.

Das richtige Mass bei den Ressourcen ist wichtig

Was dieser Weg noch mit sich bringt, zeigte Patrizia Egloff, Präsidentin von Energietal Toggenburg, während der Vorstellung des Eventhauses. So ist das Jubiläumsprojekt des Fördervereins unter dem Motto «2000-Watt-Gesellschaft leben» Beispiel dafür, wie sich jede und jeder Einzelne in seinem Alltag engagieren kann. Die Effizienz und die Nutzung erneuerbarer Quellen allein genügen nicht. Wichtig ist auch das richtige Mass bei der Verwendung von Ressourcen.

Beispiel für den sorgsamen Umgang mit Ressourcen ist die neue Grauwasseraufbereitungsanlage der Firma Ecopool und der ZHAW. Die Anlage – installiert von Jürg Abderhalden, Ecopool und Abderhalden Gartenbau AG – nutzt das Grauwasser aus Dusche und Küche und bereitet dieses innert zwei bis vier Tagen wieder auf. Dieses Wasser lässt sich beispielsweise für die Waschmaschine oder die WC-Spülung wieder benutzen. Das aus der Schwimmbadtechnik stammende System ist konzipiert für die Grösse eines Mehrfamilienhauses.

Neue Gebäude ganz ohne C02-Ausstoss

Stefan Wyss vom Büro Fent Solare Architektur, welches für das energetische Konzept des Eventhauses verantwortlich gewesen ist, informierte in seinem Referat über das Potenzial energieeffizienter Bauweise. So sollen Neubauten nach seinen Ausführungen heute als Plus-Energie-Gebäude konzipiert werden. Diese Gebäude verursachen keinen CO2-Ausstoss und erzeugen dank intelligenter Haustechnik mehr Energie, als sie verbrauchen. Strom und Wärme stammen dabei vollumfänglich aus der Sonnenenergie.

Dass sich auch Sonnenenergie aus Ebnat-Kappel nutzen lässt, erklärte Thomas Rütsche, Geschäftsleiter der Dorfkorporation Ebnat-Kappel. Dank verschiedener Strom-Mix-Varianten im Versorgungsgebiet der Dorfkorporation, kann auch Strom aus den über 100 Ebnat-Kappler Solarstromanlagen eingekauft werden: Strom aus der Gemeinde für die Bevölkerung der Gemeinde.