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«Vater des Klanghauses» erwartet bei Abstimmungssieg einen Energieschub wie Bau der Chäserruggbahn

Peter Roth gilt als der «Vater des Klanghauses», doch hält er sich im Abstimmungskampf zurück und ist auch bei der Klangwelt Toggenburg kaum mehr aktiv. Ein Ja zum Klanghaus würde ihn für die Zukunft des Toggenburgs sehr freuen.
Sabine Camedda
Das Klanghaus soll sich in die Natur am Schwendisee einfügen und den Besuchern eine Möglichkeit zur Entschleunigung bieten. (Visualisierung: PD)

Das Klanghaus soll sich in die Natur am Schwendisee einfügen und den Besuchern eine Möglichkeit zur Entschleunigung bieten. (Visualisierung: PD)

17 Jahre ist es her, seit Peter Roth erstmals mit dem Architekten Peter Zumthor über ein Klanghaus am Schwendisee gesprochen hat. «Die Begeisterung bei Peter Zumthor war sehr gross, er gab mir spontan die Zusage, dieses Haus zu bauen», erinnert sich Peter Roth.

Peter Roth, Musiker und Komponist. (Michel Canonica)

Peter Roth, Musiker und Komponist. (Michel Canonica)

Seither ist viel Wasser die Thur hinab geflossen und vieles ist anders geworden. Peter Roth, einer der Initianten der Klangwelt Toggenburg und «Vater des Klanghauses» ist in den Hintergrund gerückt, überlässt die Fäden bei der Klangwelt Toggenburg jüngeren Händen. Für Peter Zumthor ist das Klanghaus kein Thema mehr. Er hat nicht am Architekturwettbewerb teilgenommen, der vom Kanton ausgeschrieben worden war. Für den Bau des Klanghauses ist nun das Architekturbüro Meili-Peter in Zürich verantwortlich.

Nutzung weit über Klangkurse hinaus

Nicht nur bezüglich des Äusseren hat sich viel getan. Die Verantwortlichen der Klangwelt Toggenburg haben das Klanghaus mit Inhalten gefüllt. So wurde beispielsweise klar, dass der grösste Teil der Klangkurse in den Räumen des Klanghauses stattfinden soll. Sänger und Musiker sollen dort Probemöglichkeiten finden.

Ausserdem soll auch die Stille am Schwendisee einbezogen werden. Peter Roth findet:

«Die Besucher sollen sich auf die Landschaft, die Kultur, die Stille und das Klangthema einlassen.»

Damit gehe auch eine Entschleunigung einher. Diese könne in der Nähe der Natur mit den entsprechenden Klängen erreicht werden.

Peter Roth geht bezüglich Ideen für die Nutzung des Klanghauses noch viel weiter. Er hat an einer internationalen Konferenz von Globethics.net in Genf einen Pilotversuch zum Thema «Resonanz und Ethik» durchgeführt. «Mein Vortrag, den ich mit einem Workshop verbunden habe, hat eingeschlagen», erzählt Peter Roth begeistert.

«Ein Teilnehmer hat mir nachher gesagt: Die Konferenz war sehr trocken, du hast uns Wasser gegeben!»

Diese Erfahrung brachte ihn nicht nur auf die Idee, dass Kongresse und Symposien zu diesem Thema auch im Toggenburg stattfinden könnten. Er konnte auch wichtige Kontakte knüpfen. Mit solch weiterführenden Ideen, gerade auch dank des Tourismusentwicklungskonzepts Toggenburg (TEK), könnten Investoren gefunden werden, um die zukünftige Infrastruktur im Tal weiter zu entwickeln.

Klanghaus kann ganze Region weiterbringen

Dies sei nur eine der Ideen in den Reihen von Klangwelt Toggenburg, wie es weitergehen könnte und welche Strukturen es dafür brauche. «Wenn die St.Galler Bevölkerung am 30. Juni Ja sagt zum Klanghaus und seinen vielen Möglichkeiten, gibt das einen Innovationsschub für das Toggenburg, wie zuletzt beim Bau der Chäserruggbahn in den 1970er-Jahren», glaubt Peter Roth.

Genau eine solche Aufbruchstimmung brauche es jetzt in der Region. Denn das Klanghaus bringe nicht nur der Klangwelt Toggenburg und der Gemeinde Wildhaus-Alt St.Johann Vorteile. In einen ersten Schritt werden die angrenzenden Gastrobetriebe, die Lagerhäuser und andere Anbieter einbezogen, die im Rahmen der Klangschwendi eine entsprechende Absichtserklärung abgegeben haben.

Peter Roth ist aber überzeugt, dass auch Anbieter in der ganzen Gemeinde und sogar weiter unten im Tal profitieren können. «Gerade deshalb hat der Kanton das TEK erstellt», sagt Peter Roth. Darin sollen für die Region vier Schwerpunkte gesetzt und entwickelt werden: Klang mit den Angeboten in Klanghaus und Klangschwendi, Natur auf der Wolzenalp, Kulinarik in Lichtensteig und Holz mit dem Baumwipfelpfad und dem Hotelresort in Mogelsberg. Das sei erfolgversprechend, glaubt Peter Roth.

«Es ist entscheidend, dass hier keine Geschichten erfunden werden. Wir zeigen authentisch gelebte Kultur, der wir Sorge tragen, die wir weiter pflegen und auf welcher wir neue Themen entwickeln.»

Damit entspricht das Toggenburg den Megatrends von Schweiz Tourismus, die unter den Kategorien Natur, Bildung und Gesundheit zusammengefasst sind.

Gerade weil sich seit der ersten Idee von Peter Roth einiges verändert hat, glaubt er überzeugter als je zuvor an die Notwendigkeit und den Nutzen des Klanghauses. Als der Kantonsrat gefordert habe, dass seitens der Klangwelt Toggenburg ein Beitrag an den Bau geleistet und ein Fonds für den Betrieb des Klanghauses errichtet werden soll, habe er sich dafür engagiert und Geld gesammelt, sagt Peter Roth. Zuvor habe er sich fast gänzlich aus der Klangwelt Toggenburg zurückgezogen, den aktuellen Abstimmungskampf überlasse er anderen.

Netzwerk eröffnet neue Perspektiven

Peter Roth ist an Stiftungen gelangt und hat die nötigen Millionen gesammelt, um den Kanton von jährlichen Betriebsbeiträgen an das Klanghaus vollständig zu entlasten. Einige dieser Stiftungen sind im Beirat vertreten. «Sie bleiben so am Thema dran und unterstützen uns bei weiteren Anliegen.» Das Netzwerk, das so entsteht, erlaubt der Klangwelt, die Möglichkeiten der Themen Klang und Resonanz in ihrer ganzen Vielfalt auszuschöpfen. Das berge ein grosses Potenzial für das ganze Toggenburg und bringe viel Kraft ins Tal, ist Peter Roth überzeugt.

«Wenn es uns gelingt, dass dies der Bevölkerung bewusst wird, ist das für die Abstimmung wichtig und förderlich.»

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