Energie praktisch erklärt: Der Förderverein Energietal Toggenburg führt mit der Oberstufe Grüenau in Wattwil eine Jugendsolarwoche durch

Rund 28 Grad warm wurde es am ersten Tag der Jugendsolarwoche an der Oberstufe Grüenau in Wattwil. Perfektes Wetter, um den Solarkocher und die Gewinnung von Solarenergie vorzuführen.

Michael Hehli
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Der Zivildienstleistende Thoma Heeb zeigt den Schülerinnen und Schülern, wie mittels Solarzellen Strom produziert und in Akkus gespeichert werden kann. Der Zivildienst unterstützt das Energietal Toggenburg wahrend der Solarwochen mit zwei Dienstleistenden. (Bild: Michael Hehli)

Der Zivildienstleistende Thoma Heeb zeigt den Schülerinnen und Schülern, wie mittels Solarzellen Strom produziert und in Akkus gespeichert werden kann. Der Zivildienst unterstützt das Energietal Toggenburg wahrend der Solarwochen mit zwei Dienstleistenden. (Bild: Michael Hehli)

Die Jugendsolarwoche ist ein Angebot des Fördervereins Energietal Toggenburg. Sie wird in Zusammenarbeit mit Oberstufenschulen durchgeführt, und soll den Schülerinnen und Schülern das Thema Energie näherbringen.

Es besteht aus mehreren Modulen, aus denen die Lehrpersonen je eines, welches sie fasziniert, auswählen. Die Oberstufe Grüenau bietet derer fünf an. Die Schülerinnen und Schüler werden bis Ende der Woche alle fünf besuchen.

Davon ausgenommen sind die drei Werkgruppen. Diese werden sich die ganze Woche ihrem Projekt widmen. Zwei dieser Gruppen bauen Solarmobile, um schliesslich in einem Rennen gegeneinander anzutreten. Die dritte baut einen grossen Solarkocher.

Wie viel Erdöl steckt im Wasser?

Im Modul «Mobilität I» wird erklärt, was der Klimawandel ist und wodurch er verursacht wird. Die Gruppen bewerten danach in einem Fünfsterne-System verschiedene Verkehrsmittel in Hinsicht auf ihren Energieverbrauch. «Mobilität II» befasst sich mit der Entwicklung des Verkehrs im Laufe der Zeit.

«Nachhaltige Energiebildung» befasst sich mit Solarstrom. Die Gruppen lernen, wie Solarzellen funktionieren und stellen verschiedene Messversuche an. Zum Schluss können sie anhand kleiner Modellhäuser erörtern, wie Solarzellen auf Gebäuden am besten angeordnet werden und wie das Haus optimal ausgerichtet ist.

«Trinkwasser» vermittelt die Unterschiede zwischen Leitungs- und Mineralwasser und zwischen dem Wasser in der Schweiz und in anderen Ländern. Die Teilnehmer lernen, wie Wasser überhaupt gewonnen wird und wie viel Erdöl im Wasser steckt. Im Modul «Zero Waste» befassen sich die Schülerinnen und Schüler damit, wie Abfall minimiert werden kann, was überhaupt recycelt werden kann und wo sich die Sammelstellen in Wattwil befinden.

Backofen dank Treibhauseffekt

Auf dem Pausenplatz sind in einem Energieparcours verschiedene Arten der nachhaltigen Energiegewinnung und -nutzung sowie solarbetriebenes Spielzeug zu sehen. Darunter sind Wärmekollektoren, welche die Sonnenenergie nutzen, um zu heizen und Wasser zu erwärmen. Die ausgestellten Solarkocher funktionieren nach demselben Prinzip. Eine Version nutzt einen Parabolspiegel, ähnlich einer Satellitenschüssel, um die Sonnenstrahlen auf einen Topf im Brennpunkt zu lenken.

Eine andere Version nutzt den Treibhauseffekt. Eine innen schwarz bemalte Kiste mit einem Glasdeckel wird so zu einem Backofen. Wenn das Wetter mitspielt, kann dieser eine beträchtliche Temperatur erreichen, am Montag laut Thermometer 150 °C. Auch die Stromgewinnung mittels Solarzellen wurde den Schülerinnen und Schülern vorgeführt.

Am Donnerstag unternahmen alle Gruppen eine Exkursion zum Bergrestaurant Gamplüt in Wildhaus, welches mit erneuerbaren Energien betrieben wird. Zudem besichtigten sie das Wasserkraftwerk Trempel in der Thur bei Krummenau.