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Familiengeschichten: Holenstein - einst mit Pferden, heute mit Lastwagen

Ein Familienbetrieb ist es noch immer. Die Bazenheider Holenstein AG, Transporte/Logistik, hat sich in ihrer 120-jährigen Geschichte aber vom Einmannbetrieb zum Unternehmen mit rund 300 Angestellten entwickelt.
Beat Lanzendorfer
Rosa (unten links) und Johann (unten rechts) Scherrer-Widmer 1926 mit ihren fünf Söhnen und zwei Töchtern, von links: Willi, Martha, Othmar, Johann, Anna, Anton und Werner. (Bild: PD)

Rosa (unten links) und Johann (unten rechts) Scherrer-Widmer 1926 mit ihren fünf Söhnen und zwei Töchtern, von links: Willi, Martha, Othmar, Johann, Anna, Anton und Werner. (Bild: PD)

Am Ende des 19. Jahrhunderts ist Bazenheid ein landwirtschaftlich geprägtes Dorf. Einige seiner Einwohner erlangen durch die Blüte der Weberei- und Stickereiindustrie bescheidenen Wohlstand. Mit dem Ausbruch des Ersten Weltkrieges (1914 bis 1918) nimmt der Aufschwung ein abruptes Ende.

Kurz davor (1898) kauft der gelernte Sticker Johann Nepomuk Scherrer das Grundstück an der Bahnhofstrasse 37 und errichtet ein landwirtschaftliches Heimwesen mit angebauter Scheune. In diese Zeit fällt die Gründung eines Fuhrhalterbetriebs, aus dem sich später die Familienunternehmen Holenstein AG Transporte/Logistik, Willi Scherrer Kies- und Betonwerk AG sowie die Sepp Holenstein Reisen AG entwickeln.

Firmengründer Johann Nepomuk Scherrer-Widmer mit einem landwirtschaftlichen Pferdegespann. (Bild: PD)

Firmengründer Johann Nepomuk Scherrer-Widmer mit einem landwirtschaftlichen Pferdegespann. (Bild: PD)

Die nachfolgenden Zeilen gehen im Wesentlichen auf die Holenstein AG Transporte/Logistik ein. Zwei Jahre nach Gründung des Geschäfts ehelicht Johann Nepomuk Scherrer Rosa Widmer. Aus der Ehe gehen acht Kinder hervor.

Der erste Lastwagen wird 1925 angeschafft

Anton (1901) und Johann (1903), die beiden ältesten Söhne des Firmengründers, werden 1942, mitten in den Wirren des Zweiten Weltkrieges (1939 bis 1945), die Fuhrhalterei ihres Vaters übernehmen. Johann Nepomuk Scherrer ist ein umsichtiger Geschäftsmann, der durch Fleiss und den Erwerb kleinerer Heimwesen seinen landwirtschaftlichen Betrieb stetig vergrössert. Als Fuhrhalter führt er zuerst mit dem Ochsengespann, später mit Pferden Lohnfuhren aus. Weil das Geschäft floriert, ist es 1925 möglich, den ersten Saurer-Lastwagen zu kaufen. Dieser kann mit einer auswechselbaren Brücke zum Personentransporter umgerüstet werden. Die steigenden Kundenbedürfnisse führen drei Jahre später zum Kauf des zweiten Lastwagens.

Im Jahre 1925 hat das Unternehmen den ersten Saurer-Lastwagen angeschafft. (Bild: PD)

Im Jahre 1925 hat das Unternehmen den ersten Saurer-Lastwagen angeschafft. (Bild: PD)

Die Söhne Anton und Johann treten 1942 in die Fussstapfen der Eltern und können in den Jahren nach Kriegsende den Betrieb stetig vergrössern. Um 1950 beschäftigen sie rund zehn Fahrer, drei landwirtschaftliche Mitarbeiter, ein bis zwei Dienstmädchen sowie Kiesgrubenarbeiter. Letztere in der Kiesgrube in der Au, welche zur von Vater Johann 1918 ersteigerten landwirtschaftlichen Liegenschaft gehört. Einschneidend für den Betrieb wird das Jahr 1965.

Die Brüder trennen sich

Das Verhältnis zwischen den Brüdern Anton und Johann ist seit längerer Zeit nicht mehr harmonisch. Es kommt zur Trennung – die Besitzverhältnisse werden aufgeteilt. Die Familie von Johann übersiedelt nach Weinfelden und baut ein eigenes Transportgeschäft auf. Anton seinerseits betreibt das Geschäft in Bazenheid mit Hilfe seines Neffen Kurt Holenstein weiter.

Nach dem Hinschied von Anton Scherrer im Jahr 1969 übernimmt Kurt Holenstein das Transportunternehmen seines Onkels. Der damals 28-Jährige wollte ein Jahrzehnt zuvor den Weg des Postbeamten einschlagen, war aber kurz vor seiner Ausbildung auf Geheiss seines Onkels in dessen Betrieb eingetreten.

Rosmarie und Kurt Holenstein haben die Holenstein AG Transporte/Logistik während mehrerer Jahrzehnte geprägt. (Bild: PD)

Rosmarie und Kurt Holenstein haben die Holenstein AG Transporte/Logistik während mehrerer Jahrzehnte geprägt. (Bild: PD)

Die vierte Generation übernimmt

Als er und Ehefrau Rosmarie sich im Jahre 2006 nach über 37 Jahren an der Spitze der Holenstein AG Transporte/Logistik aus dem aktiven Geschäftsleben zurückziehen, übergeben sie ihren Kindern Roman, Reto, Kurt, Peter und Yvonne ein Transportunternehmen, das national und international tätig ist. Trotz nicht immer einfacher Wirtschaftslage beschäftigt die vierte Generation an mehreren Standorten in der Schweiz und im Ausland aktuell rund 300 Angestellte, davon sind etwa 35 Auszubildende.

Die vierte Generation, von links: Reto Holenstein, Peter Holenstein, Yvonne Züger- Holenstein, Kurt Holenstein und Roman Holenstein. (Bild: PD)

Die vierte Generation, von links: Reto Holenstein, Peter Holenstein, Yvonne Züger- Holenstein, Kurt Holenstein und Roman Holenstein. (Bild: PD)

Die Firma will sich auch in Zukunft ihre Eigenständigkeit bewahren und lebt nach der Maxime: «Verantwortung für kommende Generationen und für die Umwelt zu übernehmen ist langfristig erfolgreicher als kurzfristige Gewinnmaximierung.»

Die Holenstein AG Transporte/Logistik ist heute mit umweltfreundlichen EURO-6 Lastwagen unterwegs. (Bild: PD)

Die Holenstein AG Transporte/Logistik ist heute mit umweltfreundlichen EURO-6 Lastwagen unterwegs. (Bild: PD)

Familiengeschichten

Alle kennen ihre Namen. Zumindest im Heimatdorf, meist im ganzen Toggenburg. Doch was verbirgt sich dahinter? Das «Toggenburger Tagblatt» erkundet diesen Sommer Familiengeschichten und stellt sie vor.

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