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Einst ist er aus Sri Lanka geflohen, heute geniesst «Siva» das Leben in seinem Wattwiler Kleinimbiss: «Meine Kunden brauchen ein reichliches Mittagessen»

Kumarasamy Sivanesan, besser bekannt als Siva, betreibt in Wattwil eine kleine Imbissbude. Alles andere als klein sind die Portionen, die man bei einem Mittagsmenü erhält. Dafür ist Siva weithin bekannt.
Aufgezeichnet von Timon Kobelt
Kumarasamy Sivanesan, in Wattwil besser als Siva bekannt, bereitet seinen Gästen gerne üppige Mahlzeiten. (Bild: Timon Kobelt)

Kumarasamy Sivanesan, in Wattwil besser als Siva bekannt, bereitet seinen Gästen gerne üppige Mahlzeiten. (Bild: Timon Kobelt)

Das Schönste an meiner Arbeit in der Imbissbude Siva Hot ist die Selbstständigkeit. Ich spüre Zufriedenheit, weil nun ich seit drei Jahren meine eigenen Gerichte zubereiten kann. Das freut mich sehr. Zuvor habe ich lange in der Pizzeria Capri in Wattwil gearbeitet, was auch eine gute Erfahrung war. Allgemein tut es mir gut, für mein Geld etwas zu tun.

Da ich aus Sri Lanka komme, ist asiatische Küche meine Spezialität. Ich liebe scharfes Essen, deshalb heisst mein Stand auch Siva Hot. Wenn ich mit meinen Kunden rede, haben viele Freude an der Currywurst. Sie sagen, die Wurst schmecke bei mir anders. Ich verwende ein spezielles Curry und kreiere so eine ganz eigene Sauce. Ich glaube, das ist es, was meine Currywurst beliebt macht. Die Leute sagen mir auch oft, dass meine Portionen fast zu gross sind. Doch in Sri Lanka isst man am Mittag viel. Und ich glaube, auch meine Kunden hier brauchen ein reichliches Mittagessen. Das gibt Energie. Schliesslich sind die meisten von ihnen Arbeiter.

Grosses Vertrauen in die Kunden

Inzwischen kennen mich fast alle Gäste, die bei mir essen. Aber nur unter dem Namen Siva. Das ist die Abkürzung meines Nachnamens, der sehr kompliziert ist. Mir ist es wichtig, dass auch ich die Kunden persönlich kenne. Ich probiere gastfreundlich zu sein und mit ihnen zu reden, wenn ich Zeit habe. Hat mal jemand kein Geld dabei, ist das kein Problem. Dann bezahlt er halt beim nächsten Mal, denn ich vertraue meinen Kunden. In der Küche arbeite ich alleine, jemand hilft im Service mit. Abends ist das manchmal meine Frau. An einem Mittag unter der Woche gebe ich rund 30 Menus raus. Während der Sommerferien kommen weniger Gäste. Deshalb mache auch ich bald Ferien.

Für meine Familie und mich ist es super, hier zu leben. Meine beiden Kinder gehen in Wattwil zur Schule und sprechen gut Schweizerdeutsch. Gerade sie profitieren davon, dass ich Sri Lanka verlassen habe und in die Schweiz gekommen bin. In Sri Lanka gab es viele Probleme wegen Kriegen. Hier können wir frei leben.

Via Schulbus zur eigenen Imbissbude

Kumarasamy Sivanesan stammt aus Sri Lanka. Seit 1988 lebt er in der Schweiz, wo er besser als Siva bekannt ist. Zunächst kam er im Asylzentrum in St.Gallen unter, doch fand er schnell eine Anstellung in der Küche der Pizzeria Capri, wo er 28 Jahre lang gearbeitet hat. Inzwischen ist der 51-Jährige seit drei Jahren selbstständig und betreibt an der Industriestrasse in Wattwil eine kleine Imbissbude namens Siva Hot. Mit seiner Frau Shanthahumari, die im Altersheim arbeitet, und seinen zwei Kindern, die 18 und 13 Jahre alt sind, lebt Siva nun schon lange in der Zentrumsgemeinde.

Mein erstes Geld verdiente ich...
...in Sri Lanka, wo ich als Schulbus-Chauffeur gearbeitet habe.

Meine liebste Speise, die ich vorher nicht gekannt habe, ist...
...ganz klar Schnipo. Darum steht es auch in der Speisekarte von Siva Hot. (tik)

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