Einsprachen verzögern Ergänzungsbauten beim Baumwipfelpfad

Gegen zwei geplante Bauprojekte beim Baumwipfelpfad Neckertal sind zahlreiche Einsprachen eingegangen.

Urs M. Hemm
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Für den Erweiterungsbau des Wipfelhauses und für daraus resultierende Anpassungen im Innern rechnet die Genossenschaft mit Kosten in der Höhe von 300000 Franken.

Für den Erweiterungsbau des Wipfelhauses und für daraus resultierende Anpassungen im Innern rechnet die Genossenschaft mit Kosten in der Höhe von 300000 Franken.

Bild: Urs M. Hemm (8. Oktober 2019)

Anfang Oktober vergangenen Jahres hatte die Genossenschaft Baumwipfelpfad Neckertal zwei Baugesuche bei der Gemeinde eingereicht. Nach Ablauf des Auflageverfahrens sind die zwei Projekte jedoch ins Stocken geraten. «Wegen des laufenden Verfahrens kann ich nicht viel dazu sagen», antwortet die Neckertaler Gemeindepräsidentin Vreni Wild auf Anfrage. Sie bestätigt jedoch, dass gegen die zwei Projekte zahlreiche Einsprachen eingegangen sind.

Baubeginn voraussichtlich erst im Herbst

Nach Ablauf der Frist Mitte Oktober seien nun bezüglich der Einsprachen rechtliche Abklärungen getroffen worden. Als nächster Schritt sei demnächst ein Augenschein vor Ort mit allen Beteiligten vorgesehen. Danach würden die Einsprachen beurteilt werden. Wie lange das Verfahren dauern wird, kann Vreni Wild nicht abschätzen. «Manchmal können Einsprachen schnell bereinigt werden, in anderen Fällen dauert es halt ein wenig länger», sagt sie.

Bruno Vogt, Vizepräsident des Verwaltungsrates der Genossenschaft Baumwipfelpfad Neckertal, zeigt sich ob der aktuellen Entwicklung nicht überrascht. «Natürlich haben wir mit Einsprachen gerechnet. Wichtig ist jetzt, dass auf alle Einsprachen seriös eingegangen wird, damit am Ende eine für alle tragbare Lösung gefunden wird», sagt er. Da solche Abläufe in der Regel zeitintensiv seien, glaubt er nicht, noch in diesem Jahr mit den Bauarbeiten beginnen zu können. «Vor Herbst 2020 wird wohl nichts mehr passieren, unabhängig vom Stand des Verfahrens. Denn während der Hauptsaison will niemand eine Baustelle beim Baumwipfelpfad», sagt Bruno Vogt.

Neue Büroräume – Optimierung der Abläufe

Bei den zwei Baugesuchen handelt es sich einerseits um einen Erweiterungsbau des Wipfelhauses. Andererseits ist neben dem bestehenden Blockhaus der Neubau eines Sommerhauses geplant.

Der Erweiterungsbau des Wipfelhauses wird nötig, da die Bewilligung der Gemeinde für den Baucontainer, in dem zurzeit die Büros der Geschäftsleitung untergebracht sind, abläuft. «Für die Dauer der Bereinigung der Einsprachen hat die Gemeinde Neckertal die Bewilligung für die Container jedoch verlängert», sagt Vreni Wild. Im Anbau sollen zum einen diese Büros untergebracht werden. Zum anderen soll der Shop vergrössert und so die Abläufe optimiert werden. Unter anderem soll der Erweiterungsbau es ermöglichen, den Geschirrfluss künftig in reine und unreine Zonen aufzuteilen.

Platz für 50 Personen im Sommerhaus

Für das Sommerhaus ist ein luftiger Bau mit Schiebewänden aus Glas vorgesehen. Es soll Platz für rund 50 Personen bieten und im Untergeschoss Kühlräume beherbergen. Eine Getränkeausgabe ist nur geplant, um den Kiosk im Wipfelhaus bei grossem Besucherandrang zu entlasten. «Es ist nicht Idee des Sommerhauses, mehr Gäste anzulocken. Viel wichtiger ist es, unseren Gästen mehr Komfort bieten zu können», sagt Melanie Anon, Geschäftsführerin des Baumwipfelpfads. Denn die derzeitige Infrastruktur biete keine Möglichkeit, vor Regen oder Sonne Schutz zu suchen. Das Sommerhaus würde diesen Mangel beheben.

Für die beiden Projekte rechnet die Genossenschaft Baumwipfelpfad Neckertal mit Kosten von je 300'000 Franken.