Kolumne

Einkaufen mit der Taschenlampe – in Afrika wird vieles nicht so eng gesehen

Redaktor Beat Lanzendorfer kam mit vielen neuen Eindrücken von seinen Ferien aus Südafrika zurück. 

Beat Lanzendorfer
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Beat Lanzendorfer Redaktor

Beat Lanzendorfer Redaktor

Bild: Ralph Ribi

Unsere Tochter Luana arbeitet seit bald drei Monaten in Südafrika als Bäckerin-Konditorin. Sie erlebt Schönes, aber auch Unangenehmes.

«Heute hatten wir wieder einen Stromausfall», erklärte sie bei einem ihrer Telefonanrufe. Diese werden zwar regelmässig angekündigt, können aber auch aus dem Nichts auftreten.

Das aus ihrer Sicht Ärgerliche daran: Wenn der Stromausfall, der im Englischen mit «Load shedding» bezeichnet wird, genau dann auftritt, wenn der Backofen läuft und dieser voll mit Broten und Gebäcken ist. Meistens ist die Produktion danach nicht mehr zu retten.

So waren wir gewarnt, als wir sie besuchten. Bei unserem Aufenthalt in Südafrika haben wir ein «Load shedding» zweimal hautnah miterlebt. Einmal gingen bei einer Shopping-Tour in einem Einkaufszentrum plötzlich die Lichter aus. Panik brach keine aus, die Menschen sind das gewohnt, betätigen bei ihrem Smartphone die Taschenlampe und gehen dann mit ihrer Notbeleuchtung durch die Gestelle – wir auch.

Mit dieser Methode geht es zwar etwas länger, bis die gewünschten Artikel gefunden sind und für uns war es etwas schwierig, das Kleingedruckte zu lesen, aber wir hatten ja Zeit.

Einige Gegenstände sind abhandengekommen

Beim zweiten Mal waren wir im Hotel und mussten zwischen 20 und 22 Uhr auf den Strom verzichten. Wer Afrika mit einer gewissen Lockerheit angeht und akzeptiert, dass dort andere Massstäbe gelten, nimmt unvergessliche Eindrücke mit nach Hause. Und trotz einiger Gegenstände, die uns abhandengekommen sind – unter anderem das Smartphone meiner Frau aus dem Hotelzimmer – fällt das Fazit sehr positiv aus.

Zurück in der Schweiz gehe ich davon aus, dass wir die Lockerheit Südafrikas kaum auf unseren Alltag übertragen können – eine schöne Erfahrung war es trotzdem.

Luana kehrt übrigens Ende Januar aus Port Alfred, das sich rund 150 Kilometer östlich von Port Elisabeth befindet, in die Schweiz zurück. Sie wird noch weitere Geschichten zu erzählen haben.