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«Einigkeit macht stark» als Motto

Mitten in den Krisenjahren wurde im Neckertal die Bäuerinnenvereinigung Mogelsberg gegründet. Der Blick auf die Vereinsgeschichte zeigt: Frauen haben damals wie heute vielfältige Aufgaben zu bewältigen.
Adi Lippuner
Die amtierende Aktuarin Annelies Jud (links) und die Präsidentin Ursi Jäger mit den historischen, handschriftlich geführten Protokollbüchern des Vereins. (Bild: Adi Lippuner)

Die amtierende Aktuarin Annelies Jud (links) und die Präsidentin Ursi Jäger mit den historischen, handschriftlich geführten Protokollbüchern des Vereins. (Bild: Adi Lippuner)

Angepasst an die heutige Zeit nennt sich der Verein seit 1990 Bäuerinnen und Landfrauenvereinigung Mogelsberg-Hoffeld. Bei der Gründung im Jahr 1943 war es die Bäuerinnen Vereinigung Mogelsberg. Doch weshalb wurde dieser Verein eigentlich gegründet? In den damaligen Unterlagen ist festgehalten: «Die heutige Zeit mit ihren Nöten stellt auch die Bauersfrau vor neue Aufgaben. Der Ackeranbau bringt auch mehr Arbeit, die Rationierung vielfach eine Umstellung beim Kochen, wobei die Selbstversorgung, Anpflanzung aller möglichen Eigenprodukte, deren Pflege, Ernte und Haltbarmachung nicht die Kleinsten sind.»

Erwähnt wird auch das Instandhalten der Textilien – also das Flicken der Kleider, und damit eine Aufgabe, die heute kaum mehr ausgeführt wird. Den Initianten zur Vereinsgründung – als treibende Kraft wird Dora Caprez-Stauffacher, Kursleiterin vom Custerhof erwähnt – ging es darum, den Frauen eine Unterstützung zu bieten, «den viele sehen ob der auf sie zukommenden Aufgaben kaum mehr darüber hinaus. Zudem sollen auch die Familie und das Wohlbefinden nicht zu kurz kommen». Im Zentrum der damaligen Überlegungen stand das Sprichwort «Einigkeit macht stark» – und so stellten sich 30 Bäuerinnen mit ihrer Unterschrift am Ostermontag des Jahres 1943 hinter die Gründung der Bäuerinnen Vereinigung.

Die Kriegsjahre und ihre Auswirkungen

In den Händen des Bauernstandes lag im Jahre 1943 viel Verantwortung für die Versorgung der Bevölkerung mit Nahrungsmitteln. Dies wird in den Worten des Bauerndichters Alfred Huggenberger deutlich: «Es sitzt kein Fürst so hoch im Land, er nährt sich durch des Bauern Hand.» Und die Aktuarin hielt dazu fest: «Die Folgen des Krieges drücken von Tag zu Tag schwerer und ob wir bestehen werden, hängt davon ab, wie jeder einzelne an seinem Platz seine Aufgabe erfüllt.»

Parallelen bezüglich der Nahrungsmittel-Sicherheit sind das Eine, die Suche nach Vorstandsfrauen, in den Protokollbüchern «die Kommission» genannt, das Andere. Nach langem Suchen für dieses Ehrenamt konnten Frau Pfändler vom Bürgerheim als Präsidentin, Frau Sutter, Felsenburg, als Kassierin und Frau Näf, Lü, als Aktuarin gewählt werden. Vornamen wurden damals noch nicht in die Protokollbücher geschrieben – da wird einer der Unterschiede zur heutigen Zeit deutlich. Wegen der Weitläufigkeit der Gemeinde gab es Gruppenführerinnen und der Jahresbeitrag wurde auf einen Franken festgelegt.

Künstlerische Betätigung der Verantwortlichen

Die Rückblick zur jeweiligen Hauptversammlung wurden, passend zum Thema gestaltet. Dies ganz ohne Photoshop und Computer, dafür mit viel Liebe zum Detail und dem Einsatz von Freizeit. Beispiele sind die HV 1943 mit «Hühnerhaltung in der heutigen Zeit» oder die HV 1957, welche auf den 21. Januar angesetzt war, aber wegen starken Schneegestöbers nicht durchgeführt werden konnte.

Zum Jahr 1968 ist zu lesen, dass Gründungsmitglied Dora Caprez Stauffacher für die Hauptversammlung verschiedenen Bünder Spezialitäten spendete, welche dann versteigert wurden, um damit den Kassabestand zu verbessern. 1945 ist auch ein erstes Foto im Protokollbuch vorhanden.

Das erste Bild der Bäuerinnen aus dem Jahr 1945 – Namen sind leider keine bekannt.

Das erste Bild der Bäuerinnen aus dem Jahr 1945 – Namen sind leider keine bekannt.

1957 dann eine weitere künstlerische Leistung der damaligen Aktuarin, sie erinnert mit der Zeichnung ans Schaukochen und den Beratungsabend mit Hanni Pestalozzi. Diese Frau ist eine der massgebenden, treibenden Kräfte für die Ausbildung der Bäuerinnen. Sie lebte von 1905 bis 1986 in Wil und hat, kurz vor ihrem Tod, die Einrichtung einer Stiftung verfügt, welche Bauernfamilien in einer finanziell angespannten Lage unterstützen soll.

Zusammen lernen und Zeit verbringen

Wie ein roter Faden zieht sich das Kurswesen durch die Protokollbücher. Waren es während der ersten Jahrzehnte Angebote im Bereich Kochen, haltbar machen von Lebensmitteln, Flicken und Nähen, sind es in jüngster Zeit Apéro-Gebäck, Aquarellmalen, aber auch Trachten nähen, Heu Igel herstellen, Tanzkurse oder Torten backen, um nur einige zu nennen. Es geht also weniger ums Überleben der Familie und die Grundausbildung, dafür ums Gesellschaftliche und je nach Thema ums Verschönern des eigenen Daheims.

Auch umweltfreundliches Verhalten wird gepflegt. So stand 1988 ein Kurs «Umweltfreundlicher Einkauf und Hausapotheke» auf dem Programm. Die Schlussfolgerung: «Kaufe nicht, was du kaufen kannst, sondern kaufe, was du nicht entbehren kannst.» Nicht zu vergessen die verschiedenen Ausflüge, mal in die nähere Umgebung, mal auch etwas weiter weg.

Feiern mit Attraktionen

Schon heute weisen die Bäuerinnen und Landfrauen auf das Fest vom Samstag, 11. August, hin. 24 Heinzen, liebevoll und abwechslungsreich dekoriert stehen an verschiedenen Orten im und ums Toggenburger Dorf. Sie alle wollen auf das Strassen-Familienfest zum 75-jährigen Bestehen des Vereins aufmerksam machen. Der Dorfplatz wird an diesem Tag zum Festplatz und ein Blick auf die Ankündigung zeigt: Die Frauen haben sich dazu einiges einfallen lassen. Auf dem Programm stehen: eine Bäuerinnen-Olympiade, Attraktion für Kinder, Verkaufsstände und musikalische und kulinarische Überraschungen, also viele Gründe, um am 11. August in Mogelsberg dabei zu sein. (adi)

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