Mormonen erweitern ihr Einzugsgebiet

Das Einzugsgebiet der Kirche Jesu Christi wurde um die Region Wil vergrössert. Neu steht Armin Cziesla, unterstützt von zwei Ratgebern, an der Spitze der gut 9000 Mitglieder umfassenden Gemeinschaft.

Adi Lippuner
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Hermann Bätjer, scheidender Präsident, der zurücktretende Ratgeber, Matthias Ryser und Pfahlpräsident Christian Bolt (vorne von links) und die neu gewählten, Colin Ramsey, zweiter Ratgeber, Präsident Armin Cziesla und Paul Boos, erster Ratgeber (hinten von links). (Bild: Bilder: Adi Lippuner)

Hermann Bätjer, scheidender Präsident, der zurücktretende Ratgeber, Matthias Ryser und Pfahlpräsident Christian Bolt (vorne von links) und die neu gewählten, Colin Ramsey, zweiter Ratgeber, Präsident Armin Cziesla und Paul Boos, erster Ratgeber (hinten von links). (Bild: Bilder: Adi Lippuner)

Das älteste Schweizer Gemeindehaus der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage, umgangssprachlich auch als Mormonen bekannt, steht in Ebnat und geht bis ins 19. Jahrhundert zurück. Am Sonntagvormittag feierten die Mitglieder, sie bezeichnen sich gegenseitig als Geschwister, den Einbezug von Wil und den angrenzenden Dörfern. Für die Verantwortlichen bedeutet diese Erweiterung, sich Einigkeit und damit Harmonie, guten Willen und Verständnis füreinander auf die Fahne zu schreiben.

Die Mitglieder belohnten die Anstrengungen der Führungskräfte mit einem Grossaufmarsch, war doch der Kirchenraum an der Steinfelsstrasse bis auf den letzten Platz besetzt. Die personellen Veränderungen läuten auch eine Verjüngung des Gremiums an der Spitze ein. Mit dem Rücktritt von Präsident Hermann Bätjer, Ebnat-Kappel, und seinem Ratgeber Matthias Ryser, Gommiswald, erfolgte die Berufung seines bisherigen zweiten Ratgebers, dem erst 28-jährigen Armin Cziesla, Wil, zum Präsidenten. Dieser wird von den beien Ratgebern, Paul Boos, Bütschwil, und Colin Ramsey, Neu St. Johann unterstützt.

Gestärkter Zweig und das Wunder von Ebnat

In der Organisation der Kirche Jesu Christi auf der Ebene einzelner Länder werden die Gemeinden als Zweige bezeichnet. «Der Zweig Ebnat wurde durch den Einbezug von Wil und Umgebung gestärkt und wir feiern heute ein Fest der Dankbarkeit und Freude oder um es mit anderen Worten zu sagen, das Wunder von Ebnat,» so Pfahlpräsident Christian Bolt, Klosters. Für den Pfahlpräsidenten geschehen Wunder, wenn der Wille Gottes und der eigene Glauben zusammentreffen. Noch eine Erläuterung zu den Begriffen: Mehrere Gemeinden bilden einen Pfahl, welcher von einem Präsidenten geleitet wird.

Aus Sicht der Mitglieder der Kirche Jesu Christi geht dies auf das Alte Testament zurück. Dort wird die Kirche bildlich als Zelt, welches von Pfählen gestützt wird, betrachtet. Weltweit ist die Gesamtleitung in den Händen von 15 Aposteln, wobei der Dienstälteste als Präsident amtet und sich zwei Apostel als Ratgeber aussucht. Auf Gemeindeebene wird die Gemeinschaft von ehrenamtlich tätigen Mitgliedern mitgetragen, wobei vor allem in kleineren Zweigen jedes Gemeindemitglied eine oder gar mehrere Aufgaben zu erfüllen hat.

Vergleich von Glaube und Muskulatur

Der neu gewählte, zweite Ratgeber, Colin Ramsey, verglich in seiner Rede den Glauben mit der Muskulatur des Körpers. «Die Muskeln müssen über längere Zeit trainiert werden, um einen Erfolg zu sehen. Bei längerem Trainingsunterbruch bildet sich die Muskulatur zurück und so ähnlich ist es mit dem Glauben. Auch da braucht es lebenslanges Dran bleiben.» Der scheidende Präsident Hermann Bätjer schloss in seinen Dank alle Mitglieder, welche aktiv am Gemeinschaftsleben teilnehmen und immer wieder Aufgaben und Arbeiten übernehmen, ein.

Sein ebenfalls zurücktretender Ratgeber, Matthias Ryser, zeigte sich überzeugt, dass der Zweig Ebnat weiter wachsen werde. Er bezeichnete Hermann Bätjer als «grosses Vorbild, der seine Aufgaben mit grosser Demut ausübt».Zuversichtlich blickt auch der neue Präsident, Armin Cziesla, in die Zukunft: «Ich bin dankbar für die Chance, welche sich mit dem Einbezug von Wil und Umgebung bietet. Unsere Aufgabe wird es nun sein, den bestehenden Kern und die neu dazu gekommenen Mitglieder zu verbinden.»