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Damals: «Einheimische» Steine für die Bachverbauung verwendet

Das «Toggenburger Tagblatt» veröffentlicht jede Woche Begebenheiten aus vergangenen Zeiten. Was ist vor 100, 50, 20 oder 10 Jahren im Toggenburg passiert?
Trotz starken Regens wurde in Ulisbach fleissig an der Mauer gearbeitet. (Bild: PD)

Trotz starken Regens wurde in Ulisbach fleissig an der Mauer gearbeitet. (Bild: PD)

Vor 100 Jahren

24. August: Wattwil. Die Getreideernte ist in unserer Gegend gegenwärtig in vollem Gang und bietet für unsere Bewohner einen ungewohnten Anblick. Mit dem Ertrag der wertvollen Kornfrucht ist man durchwegs befriedigt. Derselbe übertrifft die Erwartungen meistenteils und dürfte die Freude am Getreidebau für nächstes Jahr mächtig gefördert haben. Mittelmässigen, zum Teil ganz geringen Ertrag liefert die schon da und dort begonnene Kartoffelernte.

28. August: Kanton St. Gallen. Selbst in den hintersten Alpgegenden ist der unheimliche Gast, die Grippe, aufgetreten. Die Aerzte wissen sich der Lage kaum zu erwehren. Zu Fuss, mit Velo und Auto eilen sie Tag und Nacht von Haus zu Haus, um all’ den vielen Hilferufen gerecht zu werden. Leider nimmt die Krankheit auch da und dort ernste Gestalt an. Seine grosse Zahl Lungenentzündungen liegen vor und hin und wieder klopft der bleiche Tod an’s Tor. Die Sanitätskommission berichtet über die ärztlich gemeldeten Fälle von Grippe-Erkrankungen in der Wochen vom 11. Bis 17. August: Obertoggenburg (Wildhaus, Alt St. Johann, Ebnat-Kappel) 52, Neutoggenburg (Wattwil, Lichtensteig, Oberhelfenschwil, Brunnadern) 42, Alttoggenburg (Bütschwil, Mosnang, Kirchberg) 16, Untertoggenburg (Mogelsberg, Oberuzwil, Henau, Flawil) 190.

Vor 50 Jahren

23. August: St. Peterzell. Neue Industrie. Beim westlichen Dorfeingang wird eine Industriefirma ihre Arbeit aufnehmen. Es handelt sich um einen Zweigbetrieb der bekannten Toggenburger Metallwaren- und Werkzeugfabrik, Alex Neher AG in Ebnat-Kappel. Der neue Betrieb installiert sich im Gebäude von E. Giezendanner, Massplatten, gegenüber dem Restaurant Hörnli. Im neuen Zweigunternehmen werden hauptsächlich Baugruppen für eine bekannte schweizerische Büromaschinenfirma montiert. Es handelt sich um saubere, interessante Arbeit, die jedoch Sorgfalt und gewisse Fingerfertigkeit voraussetzt. Der Betrieb verursacht praktisch keinen Lärm und gibt auch keine störenden Abgase und Gerüche in die Umgebung ab. Es ist vorgesehen, im Betrieb ca. 15 einheimische, vor allem weibliche Arbeitskräfte zu beschäftigen. Interessant dürfte sein, dass die normale Arbeitszeit 44 Stunden pro 5-Tagewoche beträgt und keine Schichtarbeit vorgesehen ist.

Vor 20 Jahren

25. August: Libingen. 63 Zeichnungen aus dem Grasland. Das 200. Todesjahr von Ulrich Bräker veranlasste den Ebnat-Kappler Roman Menzi, seine vor neun Jahren begonnene Werkfolge von 63 Zeichnungen zu vollenden und auszustellen. Die Vernissage fand auf der Kreuzegg statt. Der Raum im Dachgeschoss zeigt genau Richtung Dreischlatt, wo Ulrich Bräker seine Jugendzeit verbracht hatte. Der Künstler Roman Menzi wies darauf hin, dass es genau 63 Zeichnungen seien, weil Ulrich Bräker in seinem 63. Lebensjahr gestorben sei.

25. August: Wattwil. Wis-Bachverbauung erhält mit Bruchstein-Schichtmauerwerk ein natürliches Aussehen. Auf etwa vierzig Metern Länge zwischen der Ebnaterstrasse und der Brücke Egg wird am Wisbach zurzeit eine Mauer aus quadratischen Natursteinen erstellt. Eingesetzt werden Steine vom Bruch in Starkenbach. Gut hundert Tonnen Natursteine werden bald das linksseitige Ufer des Wisbaches zwischen der Brücke zu Egg und der Ebnaterstrasse festigen. Die in der Fachsprache Bruchstein-Schichtmauerwerk «schottisch» genannte Natursteinmauer soll sich laut Hanspeter Gross von der Firma Pozzi selbst mit Moos und später mit natürlichem Pflanzenwuchs beleben. Eine Bepflanzung sei nicht möglich, weil die ganze Mauerhöhe bei Hochwasser überflutet werden könne. Diese Art von optischer Bachverbauung sei heute üblich und werden von Kanton und sogar vom Bund zur Auflage gemacht. Betonmauern dürften höchstens noch im Brückenbau sichtbar bleiben.

Vor 10 Jahren

28. August: Wattwil. An der Hembergerstrasse wird kein gewöhnlicher Film, sondern ein Film für das Schweizer Fernsehen gedreht. Da müssen keine Werbetrommeln gerührt und Journalisten umgarnt werden, denn da steht ein mächtiger Verbündeter im Rücken. Die verursachte Aufregung wegen einem einzelnen unangemeldeten Journalisten macht doch ziemlich neugierig. Wieso diese ganze Heimlichtuerei? Wird da etwa eine Doku über ein politisch brisantes Thema gedreht? Vielleicht das Leben eines lokalen Parteipräsidenten verfilmt? Oder ist man gar auf einen «Toggi» gestossen, eine prähistorische Mumie à la Ötzi benannt nach dem Tal des Fundes? Weit gefehlt – da wird doch tatsächlich ein romantisches Märchen verfilmt. Grosse Teile des Films werden an der Hembergerstrasse in Wattwil aufgenommen. Obwohl die eigentliche Geschichte des Films am Rosenberg in St. Gallen spielt, wurde die Liegenschaft an der Hembergerstrasse von Location-Scouts ausgewählt. Der Standort sei ideal, da ein Grossteil der Geschichte in einer Villa und einem Bedienstetenhaus spielt, so Regisseurin Sabine Boss.

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