Eines Tages will der Wiler Skirennfahrer Cédric Noger mit Toggenburger Wurzeln zuoberst auf dem Podest stehen und zusehen, wie die Schweizer Fahne hochgezogen wird

Ein Verkehrsverein, der trotz Coronapandemie nicht aufgegeben hat und Skirennfahrer Cédric Noger, dem die Schweizer Fahne viel bedeutet: Am Fest zum Nationalfeiertag in Ebnat-Kappel trat Noger zum Interview auf und drei junge Athleten wurden ausgezeichnet.

Corinne Bischof
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Der Verkehrsverein Ebnat-Kappel organisierte ein Gemeinde-Picknick. Mit viel Platz für die Gäste.

Der Verkehrsverein Ebnat-Kappel organisierte ein Gemeinde-Picknick. Mit viel Platz für die Gäste.

Bild: Corinne Bischof

Die Sommerhitze drückte schwer auf die Wiese hinter dem Schulhaus Schafbüchel in Ebnat-Kappel. Farbige Sonnenschirme spendeten den Gästen der 1.-August-Feier Schatten. Das Fest zum Nationalfeiertag ist Tradition: Jedes Jahr treffen sich die Einheimischen aus Ebnat-Kappel, um gemeinsam zu feiern.

«Wir haben durchgebissen»

Doch dieses Mal ist alles anders. Anstelle des Brunchs vom Bäuerinnenverein gab es ein Gemeindepicknick, organisiert vom Verkehrsverein Ebnat-Kappel. Das Konzept: Jede Familie bringt ihre Picknickdecke und ihr Essen mit auf die Fussballwiese. So können die nötigen Schutzmassnahmen rund um die Coronapandemie eingehalten werden. Vereinspräsident Patrick Zollinger ist zufrieden: «Wir haben nicht so schnell aufgegeben», sagt er. Rundherum habe er zuschauen können, wie die Organisationskomitees von anderen Feiern aufgegeben haben. «Wir haben durchgebissen und gehofft, das alles gut kommt», sagt Patrick Zollinger.

Ein Interview auf zwei Strohballen

Gestartet hat die Veranstaltung mit der Blasmusik Blechkollision. Diese stimmten die Besucherinnen und Besucher mit volkstümlichen aber auch modernen Stücken auf die Feier ein. Auch das gemeinsame Singen der Nationalhymne kam nicht zu kurz.

Der Höhepunkt kam um 11 Uhr: ein Interview mit dem Schweizer Skirennmeister Cédric Noger aus Wil. Präsident Patrick Zollinger interviewte den 28-jährigen Sportler auf zwei Strohballen. «Ich komme mir vor wie im ‹Sportpanorama›», beginnt Patrick Zollinger das Interview. «Nur das ich nicht Jann Billeter bin und du nicht Didier Cuche.»

Patrick Zollinger blickt in das Meer von kleinen Schweizerfahnen, die rund auf der Wiese verteilt sind. «Was bedeutet dir die Schweizer Fahne?», fragt er Cédric Noger. «Die Fahne bedeutet mir viel», meint dieser. «Sie steht für meine Heimat und für jede Siegerehrung. Eines Tages will ich zuoberst auf dem Podest stehen und zusehen, wie die Schweizer Fahne in der Mitte hochgezogen wird», erzählt der Schweizer Meister im Riesenslalom. Momentan befindet er sich in der Vorbereitung für die nächste Rennsaison und auf die Qualifikation für die Weltmeisterschaften 2021 in Cortina d’Ampezzo.

Die Autogramme von Cédric Noger waren bei den Kindern begehrt.

Die Autogramme von Cédric Noger waren bei den Kindern begehrt.

Bild: Corinne Bischof

Der Wiler mit den Toggenburger Wurzeln kommt gerne ins Toggenburg zurück. Cédric Noger: «Mein Vater ist in Ebnat-Kappel aufgewachsen. Beim Skilift Girlen habe ich Skifahren gelernt und dort bin ich auch mein erstes Skirennen gefahren», erzählt er.

Auch wenn das nicht erfolgversprechend war: «Mitten auf der Strecke habe die Handschuhe ausgezogen und auf die Piste geworfen. Der Hang war mir zu steil.» Nach seinem Interview wurde Noger sofort von Kindern umringt, welche sein Autogramm auf ihre Fähnchen, Hütchen und T-Shirts haben wollten.

Auszeichnungen für Anouk Fässler und die Zwillingsbrüder Sutter

Zu der Nationalfeier in Ebnat-Kappel gehört traditionell die Ehrung der besten Sportlerinnen und Sportlern aus dem Dorf. Dieses Jahr durften sich die Erfolgsschützin Anouk Fässler sowie die beiden Sprinter und Zwillingsbrüder Robin und Dennis Sutter über die Auszeichnung freuen. Dafür erhielten sie vom Ebnat-Kappler Gemeindepräsident Christian Spoerlé ein Glas Bienenhonig und einen finanziellen Zustupf für ihre Sportlerkarriere.

Etwas Lohnendes auf die Beine stellen

Bereits kurz nach Mittag war die Veranstaltung fertig. «Es lohnt sich immer, etwas für die Dorfgemeinschaft auf die Beine – oder eben auf die Wiese – zu stellen», sagt Präsident Patrick Zollinger zum Abschluss. Die Brassband leitete ihre letzten Stücke ein, die Besucherinnen und Besucher verweilten auf der Wiese oder machten sich zur nächsten Feier im familiären Rahmen auf. Bevor sie gingen, mussten sie ihre Kinder vom Fussballplatz abholen. Diese trainierten nämlich dort ihre scharfen Schüsse aufs Tor. Mittendrin: Skirennfahrer Cédric Noger.