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Wege für Wanderer und Biker benutzbar machen

Der Verein St.Galler Wanderwege organisierte im oberen Toggenburg einen Wegbaukurs. Ein Wanderweg muss vieles aushalten, vor allem, wenn ihn Mountainbiker und Wanderer gemeinsam benützen.
Christiana Sutter
Das Wegstück im Dürrenbach-Wald ist nun für Mountainbiker und Wanderer bereit. Die neuen Querschläge liegen richtig und können auch von Bikern befahren werden. (Bild: Bilder: Christiana Sutter)

Das Wegstück im Dürrenbach-Wald ist nun für Mountainbiker und Wanderer bereit. Die neuen Querschläge liegen richtig und können auch von Bikern befahren werden. (Bild: Bilder: Christiana Sutter)

Die Frage, wie ein Wanderweg, der auch von Mountainbikes befahren wird, saniert werden soll, war der zentrale Punkt des Wegbaukurses. Dafür waren am Mittwoch in Stein Spezialisten vor Ort. Heiri Roth, Parkholzhauer aus Stein, ist bereits seit 20 Jahren Wegbauer und kennt sich damit aus.

Die Firma Trailworks GmbH aus Ennenda befasst sich ebenfalls seit Jahren mit der Planung und dem Bau von Mountainbike-Strecken. Anwesend war Ueli Guntli. Roth und Guntli zeigten den 14 Teilnehmern in einem theoretischen Teil und später auf einem Wanderweg auf, wie sie die Wanderwege sanieren, damit diese auch den Belastungen durch Mountainbiker standhalten.

Kurven reduzieren und Engpässe schaffen

Bevor es ins Gelände ging, erfuhren die Mitarbeiter von den Gemeindebauämtern und Verantwortlichen für den Wegbau in den Flumserbergen, wo auf Wanderwegen Handlungsbedarf ist. Viele der Wanderwege sind bereits über 100 Jahre alt. Guntli und Roth betonten, dass Wanderwege so saniert werden können, dass Wanderer und Mountainbiker gut aneinander vorbeikommen.

«Oft fehlen zum Beispiel auf den Wegen Querschläge, damit das Wasser abfliessen kann», erläuterte Heiri Roth. Fehlt ein solcher Querschlag, schwemmt das Wasser die Wege aus. Fahren auch Mountainbiker mit schneller Geschwindigkeit hinunter, entsteht schnell eine tiefe Rinne. «Hier gilt es, die Fahrgeschwindigkeit des Bikes mit Kurven zu reduzieren und Engpässe zu schaffen», erklärt Ueli Guntli.

Unerwünschte Wegbildung wegen Umwegen

Auch seien Treppen und steile Tritte mit schuld, dass die Wanderer einen Umweg suchen. «So entsteht eine unerwünschte Wegbildung.» Spitzkehren sind ein weiteres Problem. Bei solchen muss Platz geschaffen werden. «Die Biker kürzen dann weniger ab», sagt Guntli. Wobei das Benutzen von Abkürzungen nicht grundsätzlich ein Problem der Mountainbiker ist, denn auch Wanderer kürzen ab. Trailworks empfiehlt daher, die freie Fläche zwischen den Kurven mit Steinen oder Sträuchern auszubauen.

Eine weitere Empfehlung von Guntli ist es, möglichst alles Material wiederzuverwenden. Beispielsweise erstellt man an einem Ort eine Mulde. Der Aushub wird dann wieder für eine anschliessende Welle verwendet. Er ist sehr darauf bedacht, dass kein Material unnötig auf die Seite geworfen werde. Man kann Aushub, Steine, Wasen und Holz wieder für den Wegbau nutzen.

Als Meisterstück eine Spitzkehre sanieren

Im zweiten, praktischen Teil des Kurses stellte sich den Teilnehmern die Aufgabe, Querschläge zu ersetzen, Mulden für den Wasserabfluss zu erstellen und als Meisterstück eine Spitzkehre mit morschen Holztritten so auszubauen, dass Wanderer und Mountainbiker nebeneinander gleichzeitig den Weg benutzen können. Für die praktische Übung suchten sich Roth und Guntli ein Wegstück auf dem Wanderweg Badhaus-Vordere Höchi im Dürrenbach-Wald ob Stein aus.

Die Teilnehmer dieses Kurses konnten vor Ort auch vom grossen Wissen des Flumserberglers René Wildhaber profitieren. Dieser ist professioneller Mountainbiker und E-Mountainbike-Botschafter. Er war es dann auch, der mit einem E-Mountainbike am Schluss das neue Wegstück testete und dies für gelungen erklärte. Teilnehmer eines solchen Kurses können beispielsweise auch eine Gruppe Freiwilliger bei einem Einsatz auf Wanderwegen begleiten. Denn oft sind Wanderwege auch Einsatzorte für Firmen, welche ihre Mitarbeitenden für einen Teambildungstag bei den Wanderweg-Organisationen anmelden.

Wer wofür zuständig ist

Der Verein St.Galler Wanderwege organisiert seit Jahren gemeinsam mit der Biker Netzwerk AG aus Unterterzen die Wegbaukurse. Den Teilnehmern des aktuellen Kurses erläutert Viktor Styger, Geschäftsführer Verein St.Galler Wanderwege, die Zuständigkeiten. Die Wanderwege sind in drei Klassen eingeteilt.

Für die Wegklasse 1 sind die Gemeinden zuständig. Für die Wegklasse 2 liegt die Zuständigkeit beim Grundeigentümer. Für die Wegklasse 3 ist kein Unterhalt notwendig. Alle Wanderwege im Kanton St. Gallen werden durch den Kanton klassiert. Für die Sanierung von lokalen Wanderwegen gibt es keine Entschädigung vom Bund, dafür sind die Gemeinden zuständig. Bei regionalen und kantonalen Wanderwege beteiligt sich der Kanton mit 65 Prozent am Ausbau oder einer Sanierung, jedoch nicht am Unterhalt eines Wanderweges. Dafür ist ebenfalls die Gemeinde zuständig. (csu)

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