«Eine solche Zerstörungswut habe ich noch nie erlebt»: Im Toggenburg verwüsten Vandalen mehrere Alphütten

Mindestens sieben Alphütten wurden von Unbekannten verwüstet – offenbar böswillig und ohne Grund. In Gegenden, die momentan nur zu Fuss oder schwer zu erreichen sind.

Drucken
Teilen

(evw) Seit Mitte Dezember dringen Unbekannte immer wieder in verschiedene Alphütten im Toggenburg ein. Die Vandalen machen die Zäune kaputt und klauen Werkzeug. Wie Jörg Scherrer, ein Bauer aus Nesslau, gegenüber TVO sagt, konnten sie kaum fassen, was passiert ist:

«Ich konnte es kaum glauben – eine solche Zerstörungswut habe ich in dieser Art noch nie erlebt.»

Zuerst dachte Scherrer, er werde persönlich angegriffen, bis er erfahren hat, dass auch Bauern auf anderen Alpen betroffen sind: «Ich kann es mir nicht erklären.» Aber er hatte doppelt Pech, denn nicht nur im Dezember sondern auch bei einem Einbruch vor zwei Wochen wurde seine Alphütte zum Opfer der Vandalen.

Dieses Mal blieb auch das Haus von Hermann Bohl, einem Bauer aus Ebnat-Kappel nicht verschont: «Man sieht keinen Zusammenhang – man tappt im Dunkeln.» Man frage sich, ob man überhaupt noch sicher sei.

Alphütten auf der Säntisalp und der Lütisalp betroffen

Insgesamt sind sieben Bauernfamilien betroffen, die ihre Hütten entweder auf der Säntisalp oder auf der Lütisalp im Toggenburg haben. Doch die Betroffenheit ist in der ganzen Region gross und man fragt sich, warum jemand so einen grossen Aufwand auf sich nimmt, um den Bauern zu schaden.

Thomas Bohl, Präsident Alpwirtschaftlicher Verein Toggenburg, ist überzeugt, dass die Angriffe nicht zufällig waren, denn die Hütten sind wegen dem Schnee nur schwer zu erreichen.

Die Kantonspolizei St.Gallen ermittelt in diesem Fall, tappt aber momentan noch im Dunkeln. Ein Vandalenakt ist zwar nichts aussergewöhnliches, aber dass jemand dafür in die Alpen fährt, ist speziell. Hanspeter Krüsi, Mediensprecher der Kantonspolizei St.Gallen, sagt:

«Es ist eine völlig sinnlose Tat.»

Die Betroffenen ziehen für sich selber Konsequenzen und denken über eine Videoüberwachung nach. Wahrscheinlich werde aber erst im Frühling klar, wenn man weder vermehrt in die Alpen geht, wie viele Alphütten tatsächlich betroffen sind.

Mehr zum Thema