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Eine saubere Laufbahn – Nach 38 Jahren als Hauswartin des Schulhauses Chrummbach in Wattwil wird Margrit Schlegel pensioniert

Seit 1982 arbeitet Margrit Schlegel als Hauswartin im Schulhaus Chrummbach in Wattwil. Ende dieses Monats wird sie pensioniert. Dank elf Grosskindern wird sie auch nach der Pension noch genug Beschäftigung finden.
Michael Hehli
Margrit Schlegel arbeitete 38 Jahre lang als Hauswartin im Schulhaus Chrummbach (Bild: Michael Hehli, Wattwil, 4.7.2019)

Margrit Schlegel arbeitete 38 Jahre lang als Hauswartin im Schulhaus Chrummbach (Bild: Michael Hehli, Wattwil, 4.7.2019)

Seit 38 Jahren ist Margrit Schlegel die Hauswartin des Schulhauses Chrummbach in Wattwil. Jeden Mittwoch- und Freitagnachmittag, manchmal auch samstags, macht sie sich auf den Weg zur Schule um zu putzen, kleinere Reparaturen vorzunehmen, Umgebungsarbeiten wie Blumen- und Rasenpflege zu erledigen und im Winter Schnee zu räumen. Ende dieses Monats wird die 65-Jährige ihren langjährigen Posten an den Nagel hängen.

Im September 1953 in Ennetbühl geboren, fing Schlegel nach den damals gängigen acht Schuljahren an zu arbeiten. Zuerst war sie in einem Restaurant am Buffet, im Haushalt und in der Kinderbetreuung tätig. Danach kochte sie im Johanneum in Neu St.Johann.

Bauernhof erforderte 
flexible Planung

1973 heiratete sie und kam nach Wattwil, um mit ihrem Mann einen Bauernhof zu führen. «Als wir heirateten, zügelten meine Schwiegereltern in die Wohnung oben im Schulhaus. Meine Schwiegermutter war von 1973 bis im Frühjahr 1982 dort Hauswartin.

Weil eine neue Lehrerin die Wohnung brauchte und meine Schwiegermutter ohnehin pensioniert wurde, zog sie daraufhin nach Wattwil», erzählt sie. Der Schwiegervater war bereits 1974 verstorben. Als ein Ersatz gesucht wurde, meldete Margrit Schlegel sich beim Schulsekretariat.

Eine Ausbildung für ihre neue Aufgabe erhielt sie nicht. «In einem grossen Schulhaus wäre eine Ausbildung sicher sinnvoll», meint die Mutter vierer Kinder. «In Chrummbach braucht es das aber nicht. Das Schulhaus lässt sich wie ein Einfamilienhaus reinigen.» Es gebe wegen der vielen Treppen ausser einem Staubsauger auch keine Reinigungsmaschinen; es sei einfacher, von Hand zu putzen.

Dass die Arbeit als Hauswartin 20 Stellenprozent umfasste, kam Schlegel gelegen, da sie weiterhin nebenbei mit ihrem Mann einen Bauernhof zu führen hatte. «Dass ich mir die Arbeit selbst einteilen konnte, gefiel mir», sagt sie. Im Sommer wäre es sonst schwierig geworden, immer zur gleichen Zeit zur Arbeit zu erscheinen.

Wenn sie beispielsweise heuen musste und deshalb am Mittag nicht im Schulhaus sein konnte, ging sie abends. «Ich konnte auch abends um acht Uhr oder morgens um fünf Uhr noch putzen, da ich dabei niemanden störte», sagt Schlegel, «oben wohnte niemand, die Wohnung wurde später zu einem Kindergarten umgestaltet».

Die Lehrerin, welche einige Zeit oben im Schulhaus gewohnt hatte, hatte die Wohnung wegen Heirat wieder verlassen.

Gutes Verhältnis zu Kindern und Lehrpersonen

Die ganzen 38 Jahre hindurch war das Verhältnis zu den Schülerinnen und Schülern positiv. «Mit den Kindern hatte ich nicht viel zu tun, aber wenn doch, dann hatten wir es gut. Sie waren immer freundlich, sie kennen mich», erzählt sie.

«Viele der ehemaligen Schüler haben mittlerweile selbst Kinder, welche wieder im Schulhaus Chrummbach zur Schule gehen. Auch die Ehemaligen kennen mich noch.»

Schlegel störte sich nie an den Kindern, auch wenn diese manchmal Dreck in den Eingangsbereich schleppten. «Damit muss man rechnen, man muss sich darüber auch nicht aufregen. Nicht alle Kinder kommen über die Strasse zur Schule. Wenn sie Dreck ins Haus trugen, dann regte ich mich nicht auf, sondern putzte und dann war es schon wieder sauber.»

Schulhaus Chrummbach in Wattwil (Bild: Michael Hehli, 4.7.2019)

Schulhaus Chrummbach in Wattwil (Bild: Michael Hehli, 4.7.2019)

Auch mit den Lehrpersonen gab es keine Probleme. «In meiner Zeit arbeiteten viele verschiedene Lehrerpersonen und Kindergärtnerinnen im Schulhaus, aber wir kamen immer gut miteinander aus. Wir arbeiteten miteinander, nicht gegeneinander», erzählt Schlegel.

Normalerweise seien sie wegen ihrer verschiedenen Arbeitszeiten gut aneinander vorbeigekommen. Und auch wenn ein Lehrer beispielsweise am Mittwochnachmittag beim Korrigieren gewesen sei, habe man sich gegenseitig nicht gestört. Wenn eine Lehrperson anwesend war, dann reinigte Schlegel zuerst einfach alle anderen Zimmer.

Dank elf Grosskindern auch nach Pension beschäftigt

Auf die Pension als neuen Lebensabschnitt freut sie sich. Dabei fürchtet sie sich keinesfalls davor, nichts mehr zu tun zu haben. Mit elf Grosskindern wird sie auch nach der Pension beschäftigt bleiben.

Ausserdem freut sie sich darauf, spontane Ausflüge mit Velo oder Zug zu unternehmen und wandern zu gehen. Den Bauernhof führt sie zusammen mit ihrem Mann noch im kleinen Rahmen weiter. Dies sei wie ihr Hobby, sagt Schlegel dazu.

Ihrer Nachfolgerin wünscht sie viele gute Jahre in Chrummbach «mit emne Fäseli Chrummbächler Chinder». Sie fügt hinzu: «Jetzt will ich meine Stelle an jüngere Hände übergeben, die machen es auch gut».

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