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Bald beginnt die letzte «Mini.Usstellig» im Rathaus

Fünf Kunstschaffende aus Wohngemeinschaften des Vereins Chupferhammer zeigen ihre Gemälde und Zeichnungen demnächst im Lichtensteiger Rathaus. Es ist die letzte Veranstaltung der Reihe «Mini.Usstellig».
Anina Rütsche
Bruno Knechtle aus der Wohngemeinschaft Stocken in Schönengrund ist einer der Künstler, die ihre Bilder demnächst in Lichtensteig ausstellen. (Bild: PD)

Bruno Knechtle aus der Wohngemeinschaft Stocken in Schönengrund ist einer der Künstler, die ihre Bilder demnächst in Lichtensteig ausstellen. (Bild: PD)

Die siebzehnte Ausgabe von «Mini.Usstellig» im Rathaus Lichtensteig ist die letzte ihrer Art. Und doch ist sie mehr Premiere als Dernière, denn zum Abschluss der von der Galeristin Mirjam Hadorn kuratierten Reihe findet eine Gruppenwerkschau mit Bezug zu einer sozialen Organisation statt. Es ist der Verein Chupferhammer mit Hauptsitz in Ebnat-Kappel. Chupferhammer ist ein Verbund von zwölf Wohngemeinschaften, zehn Beschäftigungsstätten und einer Werkstatt für Menschen, die eine IV-Rente beziehen. Die Standorte sind dezentral verteilt auf die Kantone St. Gallen, Appenzell Ausserrhoden, Thurgau und Zürich.

Madeleine Ringger, Betreuerin. (Bild: Anina Rütsche)

Madeleine Ringger, Betreuerin. (Bild: Anina Rütsche)

Fünf Chupferhammer-Bewohner ermöglichen nun von 4. September bis 26. Oktober einen Einblick in ihr künstlerisches Schaffen. «Es sind Menschen mit einer geistigen Behinderung, die sich aus eigenem Interesse mit ihrer ganz eigenen Art gestalterisch ausdrücken», erklärt Madeleine Ringger, die in der Wohngemeinschaft Stocken in Schönengrund als Betreuerin tätig ist. Gemeinsam mit Mirjam Hadorn hat sie die Ausstellung geplant und organisiert.

Die Idee sei vor zwei Jahren an einer Gewerbemesse entstanden und seither stetig weiterentwickelt worden. «Und nun kann ich die Vernissage kaum erwarten», sagt sie und lacht. Mindestens ebenso gross sei die Vorfreude bei den schon ziemlich aufgeregten Künstlern.

Ein bunter Mix aus Stilen und Techniken

Drei der fünf Männer, die sich für eine Teilnahme an der Ausstellung in Lichtensteig entschieden haben, leben im Toggenburg. Da ist einerseits der etwas andere Bauernmaler Bruno Knechtle aus Schönengrund. Mit bunten Filzstiften gezeichnete Alpmotive sind sein Markenzeichen. Aus Ebnat-Kappel wiederum stammt Bruno Castelberg, der im Rahmen der Ausstellung eine Auswahl seiner Landschaftsgemälde zeigt. In Unterwasser wohnt Athishan Sivaragunathan – er wird in Lichtensteig demnächst verschiedene Zeichnungen präsentieren, auf denen die Schweizer Flagge eine zentrale Rolle spielt. Zudem hat er die Holzrahmen, in denen seine Bilder gezeigt werden, selbst hergestellt.

Die weiteren Beteiligten sind David Rutz aus Teufen, der kleinformatige Bildserien anfertigt, und Alessandro Cangero aus Mels, dessen Schwerpunkt die abstrakte Malerei ist.

Die fünf Chupferhammer-Bewohner malen und zeichnen mehrheitlich in ihrer Freizeit, also ausserhalb der Tagesstruktur der Institution, die von Einsätzen in der Landwirtschaft und den Werkstätten geprägt ist. Während einige selbstständig ihrem künstlerischen Hobby nachgehen, werden andere von Fachpersonen unterstützt und gefördert. «Mit der Zeit entwickelt jeder Künstler seinen eigenen, unverkennbaren Stil», sagt Madeleine Ringger. «Es ist schön, diese Fortschritte mitzuverfolgen.»

Das Kunstschaffen ist der Schwerpunkt

Wie dem Flyer zu «Mini.Usstellig» zu entnehmen ist, haben die Künstler einen Grossteil der Arbeiten, die demnächst in Lichtensteig zu sehen sind, eigens für diese Werkschau angefertigt. Pro Person werden voraussichtlich fünf bis acht Bilder zu sehen sein, das ergibt insgesamt eine stattliche Zahl.

Daniel Bruttin, Geschäftsführer des Chupferhammer. (Bild: Anina Rütsche)

Daniel Bruttin, Geschäftsführer des Chupferhammer. (Bild: Anina Rütsche)

Die Betreuerin und auch der Chupferhammer-Geschäftsführer Daniel Bruttin legen grossen Wert darauf, dass der Fokus der vom Verein veranstalteten Ausstellungen stets die Kunst sei, nicht der soziale Aspekt. «Dass diese Werke von Leuten mit Einschränkungen stammen, ist eine Tatsache, aber nicht das entscheidende Kriterium», findet Daniel Bruttin. Beim Chupferhammer würden nämlich alle Menschen gleich betrachtet und behandelt. «Wichtig ist doch vor allem», hebt er hervor, «dass wir die Bewohner dabei unterstützen, ihre Stärken zu zeigen. Diese Ausstellung ist hierzu eine wunderbare Möglichkeit.»

Hinweis

Die Vernissage findet am Dienstag, 4. September, von 18.30 bis 20 Uhr statt. Die Ausstellung dauert bis Freitag, 26. Oktober. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 9 bis 11.30 Uhr sowie von 14 bis 17 Uhr; dienstags bis 19 Uhr.
www.chupferhammer.ch

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