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Eine Nacht im Leben eines Rockstars

Ein Backstage-Raum mit Kühlschrank, eine eigene Assistentin und die Stars ganz nah - für die «Toggenburger Tagblatt»-Praktikantin Corinne Bischof waren die Jazztage aufwühlend.
Corinne Bischof
Die Toggenburger Band Pickaback ist trotz Schwierigkeiten beim Soundcheck zufrieden mit ihrem Auftritt an den Jazztagen. (Bild: PD)

Die Toggenburger Band Pickaback ist trotz Schwierigkeiten beim Soundcheck zufrieden mit ihrem Auftritt an den Jazztagen. (Bild: PD)

Endlich ist er da. Der grosse Tag, an dem unsere kleine Toggenburger Band Pickaback auf der Hauptbühne der Jazztage in Lichtensteig auftreten darf. Wenige Stunden vor dem Auftritt ist die Stimmung ausgelassen, überdreht und doch ein wenig angespannt.

In unserem eigenen Backstage-Raum fühlen wir uns plötzlich wie die ganz grossen Stars. Ein Kühlschrank steht in der Ecke, der bis nach oben mit Essen und Getränken gefüllt ist. Auf einem kleinen Tisch liegen Schweisstücher für unseren grossen Auftritt bereit. Hier an den Jazztagen geht es uns am allerbesten, sind wir uns alle einig.

Unorganisierter Kabelsalat beim Soundcheck

Nach einiger Zeit klopft unsere Assistentin – ja, wir haben tatsächlich eine eigene Assistentin – an die Türe und holt uns für den Soundcheck auf die Bühne. Schon nach den ersten Sekunden merken die Techniker wohl, dass sie es hier nicht mit einer professionellen Band zu tun haben. Unorganisiert wuseln wir auf der Bühne umher, ordnen den Kabelsalat und vom Stageplan, den uns jemand unter die Nase hält, haben wir noch nie etwas gehört.

Nach einigen Diskussionen haben wir alle unseren Platz gefunden und stehen für den Soundcheck bereit. Die komplizierten Handzeichen, durch welche die Leute auf der Bühne mit dem Tontechniker weiter hinten kommunizieren, beherrschen wir auch nicht gerade einwandfrei. Dass ein Daumen nach oben nicht etwa bedeutet, dass die Lautstärke passt, sondern dass sie noch weiter nach oben geschraubt werden soll, merken wir spätestens, als uns der Sound aller Instrumente heftig um die Ohren fliegt.

Soundcheck doch noch geschafft

Nach einer halben Stunde und vermutlich etlichen unterdrückten Augenrollen seitens der Techniker haben wir den Soundcheck dann aber doch noch geschafft und wir sind bereit für den grossen Auftritt.

Zurück im Backstage machen wir uns gegenseitig Mut, richten uns für die kommende Stunde her und versuchen, möglichst cool und gelassen zu wirken. Wir haben aber kaum Zeit uns zu sammeln, bis wir dann wieder auf der Bühne stehen.

Stephan Holstein's Jubilee Quintett (Bild: Sascha Erni)
The Gardener & The Tree (Bild: Sascha Erni)
Alina Amuri im Elchzelt (Bild: Sascha Erni)
Alderbuebe (Bild: Sascha Erni)
Philipp Fankhauser (Bild: Sascha Erni)
Philipp Fankhauser beim Bad in der Menge (Bild: Sascha Erni)
Baro Drom Orkestar (Bild: Sascha Erni)
Flashmob, mit Jacky Step und der New Orleans Brass Connection (Bild: Sascha Erni)
Crimer (Bild: Sascha Erni)
Justina Lee Brown im Elchzelt (Bild: Sascha Erni)
Item Quartett (Bild: Sascha Erni)
Steff la Cheffe (Bild: Sascha Erni)
Steff la Cheffe (Bild: Sascha Erni)
Steff la Cheffe (Bild: Ralph Ribi)
Steff la Cheffe (Bild: Ralph Ribi)
Steff la Cheffe (Bild: Ralph Ribi)
Steff la Cheffe (Bild: Ralph Ribi)
Pegasus (Bild: Ralph Ribi)
Pegasus (Bild: Ralph Ribi)
Pegasus (Bild: Ralph Ribi)
20 Bilder

Das Städtli im Zeichen der Musik

Ein wenig verunsichert stehen wir da, es sind kaum Leute im Publikum und wir flüstern einander zu, ob wir jetzt anfangen können oder nicht. Nach etwa drei Minuten, in denen wir bewegungslos auf der Bühne stehen und nicht wissen, was mit uns anzufangen ist, beginnt der Gitarrist nach kurzem Zögern mit dem Einstiegssolo für unseren ersten Song. Und dann geht es los. Alle Sorgen scheinen vergessen zu sein, wir hören nur den Takt der Drums, das Schrammen der Gitarren, das Wummern des Basses und meine Finger flitzen über die Keyboardtasten. Das ist unsere Zeit, das ist unser Auftritt, geht es uns allen durch den Kopf. Die Energie stimmt und das Zelt füllt sich mehr und mehr mit Leuten, die mitklatschen und mit unseren Songs mitfiebern. Ein tolles Gefühl!

Gelungener Auftritt

Schneller als man denken kann, ist unser Auftritt dann aber schon vorbei, und mindestens so unelegant, wie unser Auftakt war, ist es dann auch der Abgang. Aber wir sind zufrieden, denn unser Auftritt ist gelungen.

Gleich nach unserem Konzert schlendern wir durch die Gassen zum Restaurant und hören ab und zu Komplimente für unseren Auftritt. Ausnahmsweise mal von Fremden, und nicht nur von unseren eigenen Eltern und Geschwistern.

Im Restaurant sitzen wir in der «Künstlerlounge» und neben uns speisen Philipp Fankhauser und seine 15-köpfige Crew. Wir fragen uns, ob da etwa Pegasus am Tisch nebenan sitzt und plötzlich entdecken wir Kunz nur wenige Schritte von uns entfernt. Wir tuscheln aufgeregt, vergessen durch all die Prominenz gar, fertig zu essen, und bemerken dabei nicht, dass Kunz uns aus dem Augenwinkel beobachtet und sich ein amüsiertes Schmunzeln nicht verkneifen kann.

Im Backstage gibt's Wein

Anschliessend geniessen wir fasziniert das restliche Konzert von unseren heimlichen Vorbildern The Gardener & The Tree und treffen uns wieder im Backstage, wo jetzt ein Wein für uns bereitsteht. Einer unserer Gitarristen nimmt seine Gitarre hervor und wir singen lautstark zu den weltberühmten Hits mit, laden unsere Freunde auf ein Bier in unseren Raum ein und bräunen uns sogar im Solarium, in dem sich nämlich unser Backstageraum befindet.

In den Gassen im Städtli werden wir von kleinen Mädchen gefragt, ob sie ein Bild mit uns machen dürfen und mehrere Fotografen geben uns ihre Kontaktdaten. Gemeinsam lassen wir den Abend im Backstage ausklingen, mit dem wehmütigen Gedanken im Hinterkopf, dass diese Nacht nur eine Ausnahme in unseren sonst ganz normalen Leben ist. Vielen Dank, liebe Jazztage, dass ihr einer Band wie uns die Chance gebt, sich einmal im Leben wie ein richtiger Rockstar zu fühlen!

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