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Eine Deponie für die gesamte Region entsteht

Das Toggenburg soll eine neue Deponie für Aushub erhalten. Am 11. September informierte die E. Weber AG zusammen mit Gemeindevertretern und Fachleuten über das Projekt.
Sascha Erni
Die Deponie Ritzentaa soll auf dieser Wiese zwischen der Kengelbacherstrasse und dem Dietfurterbach angelegt werden. (Bild: Urs M. Hemm)

Die Deponie Ritzentaa soll auf dieser Wiese zwischen der Kengelbacherstrasse und dem Dietfurterbach angelegt werden. (Bild: Urs M. Hemm)

Der Informationsanlass im «Rössli» Dietfurt war gut besucht. Rund 20 Männer wollten erfahren, wie die E. Weber AG sich die geplante Deponie Ritzentaa vorstellt.

In seiner Eröffnung betonte Gemeindepräsident Karl Brändle (Bütschwil-Ganterschwil) als Erstes, dass diese Aushubdeponie ausschliesslich sauberes, unverschmutztes Material lagern wird. Weder Bauschutt noch sonstige Abfälle würden akzeptiert. Aber es handle sich dennoch nicht um ein alltägliches Projekt. «Deshalb wollen wir die interessierte Bevölkerung vor der Auflage informieren», sagte Karl Brändle.

Minimale Mehrbelastung durch den Verkehr?

Ueli Weber beschrieb als Vertreter der Bauherrschaft die Gründe, weshalb die Firma in Dietfurt eine Deponie eröffnen möchte. Es sei auch aus ökologischen Gründen wichtig, dass regionale Unternehmen vor Ort deponieren können. Es gehe hier nicht um ein privates Bauvorhaben, sagte Ueli Weber. Seine Firma würde die Deponie zwar betreiben, diese stehe aber allen Kollegen offen. «Die Deponie Ritzentaa ist nicht nur für uns. Sie ist für die Region», erklärte Ueli Weber. Die Deponie solle gut 400 000 Kubikmeter Aushub fassen, die Verkehrs-Mehrbelastung durch die Anlieferungen sei dabei minimal und für die Bevölkerung kaum spürbar.

Gesetzliche Verpflichtungen des Kantons

Die Bauherrschaft konnte mit Kurt Alabor einen erfahrenen Projektleiter gewinnen. Der ehemalige Chef der Deponienplanung des Kantons St. Gallen beschrieb die verschiedenen Schritte, die für die Deponie Ritzentaa nötig sein werden. So sieht das Projekt etwa einen relativ grossen Installationsplatz vor, um sicherzustellen, dass sich der Mehrverkehr auch zu Spitzenzeiten nicht auf den Gemeindestrassen staut. Sowohl der Ritzentaa-Wanderweg als auch der Talbach müssen verlegt werden. Nach der prognostizierten 15 Jahren Betriebsdauer werde die Deponie wieder begrünt und könnte als landwirtschaftliche Nutzfläche dienen.

Wie Karl Brändle zuvor erklärt hatte, setzte der Kanton die Deponie bereits 2014 in den Richtplan. Denn es fehlt aktuell an Platz für den Aushub, den die vielen Bauvorhaben in St. Gallen erzeugen. Alleine im Toggenburg wird mit gesamthaft fünf Millionen Kubikmetern über die nächsten zehn Jahre gerechnet. Der Kanton ist gesetzlich verpflichtet, diesen Bedarf zu decken, hielt dann auch Kurt Alabor fest.

Zwei Themen beschäftigten an diesem Dienstagabend die Gäste besonders. Der Landwirt Sandro Scherrer störte sich daran, dass einerseits von der Politik ständig der sorgsame Umgang mit Wasser verlangt wird, man nun aber ausgerechnet auf einer Quelle, die selbst in diesem Dürrejahr durchgängig Wasser führte, eine Deponie bauen wolle.

Zufahrt über die Bahnhofstrasse gibt zu reden

Der Geologe Matthias Manser, der das Projekt begleitet, konnte die Skepsis im Saal etwas entkräften. Er beschrieb die geplanten Quellfassungen und Entwässerungsmassnahmen. Dann erklärte er, dass der Kanton rechtlich verpflichtet sei, die Wasser-Quantität zu gewährleisten. Zudem bestehe die Chance, dass die Wasser-Qualität steigen würde.

Die Zufahrt über die Bahnhofstrasse gab ebenfalls zu reden. Eine Gruppe um Anwohner Hans Widmer ärgerte sich, dass der Gemeinderat bei der dafür notwendigen Sanierung nicht gleich Trottoirs eingeplant hatte. Man habe den Eindruck, dass Dietfurt für die Verwaltung in Bütschwil nur ein Randthema sei. Karl Brändle nahm die Bedenken zur Kenntnis und will sie in den Gemeinderat einbringen. «Dietfurt ist für uns wichtig», sagte er zum Abschluss der Infoveranstaltung. «Wir sind immerhin das Dorf der Dörfer.»

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