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Eine Bilanz mit Abstrichen bei Langläufer Beda Klee aus Wattwil

Rangmässig verliefen die Einzelrennen an der Weltmeisterschaft in Seefeld für Beda Klee nicht ganz den Erwartungen entsprechend. Eine Fehleinschätzung kostete den Toggenburger mehrere Positionen.
Urs Huwyler
Ein Teil der Supporter nützte die Gelegenheit, Beda Klee an der WM in Seefeld zu treffen. (Bild: Bilder: Urs Huwyler)

Ein Teil der Supporter nützte die Gelegenheit, Beda Klee an der WM in Seefeld zu treffen. (Bild: Bilder: Urs Huwyler)

Ob im Weltcup oder an der Weltmeisterschaft (WM), eine Klassierung unter den besten Dreissig setzte sich Beda Klee diese Saison in jedem Rennen über 15 Kilometer klassisch als Ziel. An den Titelkämpfen in Seefeld, Tirol, blieb er auf Rang 37 damit unter den eigenen Erwartungen. «Es wäre mehr möglich gewesen», gestand er nach dem Rennen. Einerseits befand sich der 23-jährige Wattwiler nicht mehr ganz in der Form wie Anfang Januar während der Tour de Ski, andererseits schätzte er die Schneeverhältnisse vor Ort für die Startzeit etwas falsch ein.

Bei den Skitests anderthalb Stunden vor Beginn des zweiten WM-Einsatzes lief alles perfekt. «Ich hatte wie die drei andern Schweizer einen schnellen Ski, dachte allerdings, er halte etwas zu viel und gab diese Rückmeldung weiter. Die Serviceleute nahmen daraufhin eine Spur Wachs weg. Was ich nicht bedachte: Die Strecke wurde am Nachmittag durch die Sonneneinstrahlung extrem nass», erklärte Klee, weshalb er im Vergleich zu Dario Cologna immer wieder nach hinten wegrutschte.

25 Sekunden Rückstand auf 2000 Meter

Über die gesamte Distanz war es ihm nie möglich, im klassischen Stil zu gleiten. «In den Aufstiegen überholten mich Leute, die ich sonst im Griff habe, weil ich neben der Spur ‹tännlen› oder im Stile von Klaebo laufen musste, sie aber in der Spur hinauf zogen. Auf den ebenen Passagen vermochte ich mich wieder an ihnen vorbeizuschieben. Aber unter diesen Voraussetzungen reichte es in einem solch starken Feld zu keinem Exploit», macht sich der nationale Hoffnungsträger keine Illusionen.

Im ersten Aufstieg verlor die nominelle Nummer zwei im Schweizer Team 25 Sekunden auf die Spitze. Läufer, mit denen sich Beda Klee im Normalfall «mätscht», scheinen teilweise unter den Top 20 auf. «Ich habe einiges gelernt und weitere Erfahrungen gesammelt. Auch was es heisst, an einem Grossanlass zu laufen. An einer WM ist alles nochmals zwei Nummern grösser. Beim Blick ins Stadion geht der Puls schon nach oben», erzählt der Aufsteiger des Jahres.

Selbstkritischer WM-Neuling

Die Bilanz fällt sportlich keineswegs schlecht, aber mit Abstrichen aus. Das Glas ist halb voll. Anfang Winter gehörte der zweifache U23-WM-Vierte zum erweiterten Kreis der Kandidaten, nach der Selektion hoffte er auf einen Einsatz, nun wurden es mit dem Skiathlon (43.) und dem 15-km-Klassiker zwei. Der WM-Neuling bleibt selbstkritisch:

«Ich gehörte zwar nicht zu den Goldanwärtern, aber nur dabei sein möchte ich nicht. Wenn, dann versuche ich das Optimum herauszuholen. Dies ist nicht ganz gelungen.»

In zwei Jahren hofft Beda Klee, sich wie die andern Athleten gezielt auf die WM in Oberstdorf vorbereiten und sich nichts erst in Rampenlicht laufen zu müssen. «Ich habe jetzt gesehen, was noch fehlt und woran ich weiter arbeiten muss.»

Dopingskandale schaden dem Sport

Einmal mehr erlebte der Langlaufsport in Seefeld einen Dopingskandal. «Grundsätzlich», sagt Beda Klee überzeugt, «leidet der gesamte Sport darunter. Ich habe erlebt, wie sich plötzlich alles nur noch um diesen Skandal dreht und alles andere in den Hintergrund rückt. Schade um den Sport.»

Kurz nach dem Rennen zeigte sich Beda Klee schon wieder gut erholt. (Bild: Urs Huwyler)

Kurz nach dem Rennen zeigte sich Beda Klee schon wieder gut erholt. (Bild: Urs Huwyler)

Wobei die Insider von der Razzia nicht wirklich überrascht wurden. Es gab schon vor der WM Anzeichen und Gerüchte, als Leute kurz vor der WM fast aus dem Nichts ein Continentalcup-Rennen gewinnen konnten und im Weltcup unter die Top 20 liefen. «Untereinander wird schon mal darüber gesprochen, wenn einzelne Läufer plötzlich durch eine erstaunliche Leistungssteigerung auffallen. Umso besser, wenn die Kontrollen greifen», betont Beda Klee, der sich nun auf den Engadin Skimarathon vorbereitet. Ob er an der WM noch als Staffelläufer nominiert wird, hängt auch vom Gesundheitszustand der Kollegen ab.

42 Supporter im Tirol

Der Supporter-Club von Beda Klee organisierte eine Carfahrt nach Seefeld. 42 Supporter und Fans reisten ins Tirol, um ihn bei seinem Einsatz zu unterstützen. Kurz nach dem Rennen konnte ein Teil der Beda-Supporter mit ihm über das WM-Rennen fachsimplen. «Er nimmt viele wertvolle Erfahrungen aus Seefeld mit nach Hause. Seine Karriere ist noch jung. Wir freuen uns auf die kommende WM 2021 Oberstdorf, wo er dieses Jahr im Weltcup mit einem 11. Rang seinen bisher grössten Erfolg feiern durfte», sagt Thomas Baumann, einer der Supporter.

In dieser positiven Stimmungslage reisten alle zufrieden ins Toggenburg zurück.

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