Ein Urnäscher und 120 Toggenburger am Unternehmer-Apéro in Bütschwil

Der Gemeinderat Bütschwil-Ganterschwil und der Gewerbeverein haben zum Unternehmer-Apéro eingeladen. Schauspieler Philipp Langenegger aus Urnäsch bestritt die Unterhaltung.

Urs Nobel
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Elisabeth Hollenstein (rechts) vom Gewerbeverein organisierte den Anlass. (Bild: Urs Nobel)

Elisabeth Hollenstein (rechts) vom Gewerbeverein organisierte den Anlass. (Bild: Urs Nobel)

Gemeindepräsident Karl Brändle wünschte sich in der Eröffnungsrede, dass die Gäste einen ungezwungenen Abend verbringen dürfen. Sie sollen sich an den Darbietungen des Schauspielers Philipp Langenegger erfreuen, Kontakte pflegen, neue knüpfen oder auffrischen. Karl Brändles Wünsche sollten sich am Abend erfüllen.

Als sich die Bütschwiler Gewerbler im Anschluss an den Unterhaltungsteil verpflegten, kamen geschäftliche Themen aufs Tapet. Auch die eingangs erwähnten Worte des Gemeindepräsidenten wurden diskutiert. Ob sich die Wirtschaftsentwicklung auch wirklich und für sie erfreulich entwickle? Ob die einheimischen Gewerbler tatsächlich 1200 Arbeitsplätze zur Verfügung stellen und ob sie jeweils jene Unterstützung der Gemeinde erhielten, welche Karl Brändle anführte?

Heimisches Gewerbe fühlt sich in Bütschwil wohl

Die Antworten waren durchwegs positiv. Das einheimische Gewerbe fühlt sich wohl in Bütschwil, auch wenn es nicht alle Mitglieder «so einfach» haben, wie das Baugewerbe, das weiter floriert. «Die Digitalisierung fordert uns alle», sprach Karl Brändle ein Thema an, das beschäftigt. «Die Menschen aber bleiben analog.» Analog sei auch Philipp Langenegger, der mit einfachsten Mitteln die Gäste während einer knappen Stunde bestens unterhielt.

Der Schauspieler Philipp Langenegger unterhielt das Publikum am Unternehmer-Apéro während rund einer Stunde. (Bild: Urs Nobel)

Der Schauspieler Philipp Langenegger unterhielt das Publikum am Unternehmer-Apéro während rund einer Stunde. (Bild: Urs Nobel)

Tatsächlich gab sich Langenegger hemdsärmlig, sorgte für manchen spontanen Lacher und für gute Stimmung im Publikum. Der Urnäscher hielt keinen Dialog: Immer wieder zog er das Publikum in sein Repertoire mit ein, geplant oder spontan. Er las Abschnitte aus den «nicht zu veröffentlichten» Teilen der Chronik des Chemifeger Bodemaa vor, ging die Aktualität ein oder passte sich dem Publikum an. Dass er den Geschmack der rund 120 Gästen traf, hatte auch mit seinem Appenzeller-Dialekt zu tun oder seiner passenden Mimik.

Warten genügt nicht, man muss flexibel sein

«Ich möchte natürlich meinem Publikum auch das schöne Appenzellerland sowie dessen besondere Atmosphäre näherbringen», erklärte Langenegger bei einem kurzen Gespräch nach der Aufführung. Auftritte der Art wie am Mittwochabend in Bütschwil gebe er nicht so viele, etwa zehn im Jahr. «Ich suche mir die Engagements jeweils aus.»

Seitens der Bütschwiler habe er jedoch eine derart nette Anfrage erhalten, dass er seine Zusage gegeben habe. Der Urnäscher ist auch Präsident des Theaterlokals Stuhlfabrik in Herisau und sagt: «Ich beschäftige mich aber auch mit verschiedenen künstlerischen Projekten. Ich kann schliesslich nicht zu Hause in Urnäsch sitzen und auf Aufträge warten. In meinem Beruf ist Flexibilität gefordert.»