Ein ungleiches Duell: Volley Toggenburg verliert gegen Sm’Aesch-Pfeffingen mit 0:3

Bei der ersten Playoff-Begegnung musste das Team von Mäsi Erni seine Grenzen erkennen. Gegen das favorisierte Team aus dem Baselbiet hatten die Toggenburgerinnen kaum eine Chance.

Markus Imthurn
Merken
Drucken
Teilen
Martina Koch, hier mit Annouk Erni, konnte einige schöne Blockpunkte verbuchen.

Martina Koch, hier mit Annouk Erni, konnte einige schöne Blockpunkte verbuchen.

Bild: Markus Imthurn

Zum ersten Mal seit 15 Jahren steht das Team von Raiffeisen Volley Toggenburg wieder in den Playoffs der besten acht Mannschaften der Schweiz. Dass dieses Saisonziel mit diesem jungen Team erreicht wurde, darf zurecht als grosser Erfolg bezeichnet werden. Allerdings war auch jedem klar, dass die Qualifikation zum Playoff mit der Auflage verbunden wäre, dass man im ersten Playoff-Duell gegen einen fast übermächtigen Gegner antreten würde. Und so kam es, dass die Wattwilerinnen ausgerechnet auf den Titelfavoriten Nr. 1 treffen: Sm’Aesch-Pfeffingen.

Anfangs die Favoritinnen gefordert

Die Rollen sind klar verteilt. Auf der einen Seite die Gewinner der Qualifikation mit Trainerfuchs Andi Vollmer. Ausgestattet mit ausländischen Top-Spielerinnen, dem mehr als fünffachen Budget von Volley Toggenburg und einem Satzverhältnis von 53:7 aus der Qualifikation, ist Sm’Aesch-Pfeffingen auf dem besten Weg den langersehnten Meistertitel ins Baselbiet zu holen.

Und auf der Gegenseite? Da steht Volley Toggenburg. Ein kleiner, familiär geführter, sympathischer Volleyballverein aus Wattwil.

Bis zur Mitte des ersten Satzes war dieser Durchgang sehr spannend. Obschon die Baslerinnen ab dem 4:3 stehts in Front lagen, konnten die Spielerinnen von Trainer Mäsi Erni die Favoritinnen durchaus fordern. Topscorerin Gabriela Maciagowski sowie eine gewohnt stark agierende Romina Schnyder hielten die Wattwilerinnen im Rennen. Und in der Mitte zeigte Martina Koch vor allem im ersten und im dritten Satz eine ganz starke Partie.

Kein Zweifel, am Einsatzwillen mangelte es den Toggenburgerinnen nicht. Doch beim Stand von 15:13 setzte sich die Klasse von Sm’Aesch durch. Vor allem Bogdanova, Bates und Duello waren massgeblich für das 25:15 für Sm’Aesch-Pfeffingen im ersten Satz verantwortlich.

Einwechslung brachte nicht gewünschten Erfolg

Trainer Erni versuchte durch die Einwechslung von Passeuse Loredana Cantoni neue Impulse zu setzen. Leider verpuffte diese Einwechslung im ungeheuren Druck, den Sm’Aesch nun aufsetzte. Beim Stand von 5:3 ereilten die Toggenburgerinnen der gefürchtete Fünfminuten-Aussetzer.

Weder in der Annahme, noch im Angriff konnten die Wattwiler Volleyballerinnen entscheidend Akzente setzen und kassierten zehn Punkte in Folge. Beim Stand von 16:4 nahm Trainer Andi Vollmer ein wenig Tempo aus dem Spiel, um seine Stammformation für den Cup-Knüller gegen Kanti Schaffhausen zu schonen. Dennoch ging der zweite Satz mit 25:10 an die Favoritinnen.

Als Fan von Volley Toggenburg fühlte man sich dann im dritten Satz in einer bitteren Feedback-Schlaufe gefangen. Beim Stand von 5:3 kam bei den Baslerinnen Gabi Schottroff zum Service. Diese Feedbackschlaufe lief dann wie folgt ab: Schottroff spielte einen perfiden Service, der von den Wattwilerinnen nicht sauber angenommen wurde.

Darauf basierend konnte kein sauberer Angriff ausgelöst werden. Diese Angriffe blieben dann in der Defensive (sowohl im Block als auch im Rückraum) der Baslerinnen hängen, worauf Sm’Aesch seinerseits den Angriff lancierte und den Punkt buchen konnte.

Ganze zehnmal wiederholte sich das Spielchen, ehe Schottroff einen Service ins Aus setzte und Raiffeisen Volley Toggenburg wieder servieren konnte. Das Spiel war beim Stand von 16:4 natürlich gelaufen. Irgendwie schien dann die Luft ziemlich draussen zu sein. Wattwil konnte nicht mehr zulegen, Aesch wollte nicht mehr. Volley Toggenburg gelangen dann in der Folge noch ein paar schöne Blockpunkte durch Martina Koch, doch auch sie vermochte das deutliche 25:15 im dritten Satz nicht abzuwenden.

Kein ernsthaftes Hindernis

Die Toggenburgerinnen haben ihre Haut so teuer wie möglich verkauft. Phasenweise konnten sie mit den Favoritinnen mithalten. Diese jedoch ernsthaft zu gefährden, gelang indessen nie. Doch hat das überhaupt jemand erwartet? Raiffeisen Volley Toggenburg ist für einen selbsternannten Titelkandidaten kein ernsthaftes Hindernis. Die vielzitierte «David-gegen-Goliath»-Begegnung impliziert doch die Hoffnung, dass David tatsächlich eine reelle Chance gegen Goliath hat. Doch dies ist bei dieser Playoff-Paarung kaum der Fall.

Die Wattwilerinnen, die in der Qualifikation im Schnitt 11 Punkte gegen denselben Gegner erzielt haben, sind nicht in der Lage ein Sm’Aesch-Pfeffingen zu schlagen. Sie können nur eins tun. Sie können sie fordern und phasenweise mit ihnen mithalten. Und genau das haben sie heute auch erfolgreich getan. Bereits am kommenden Samstag findet die Heimpartie für die Toggenburgerinnen in diesem ungleichen Duell statt. Die Playoff-Serie wird im «Best-of-Five»-Modus ausgetragen.

Matchbericht

Sm’Aesch Pfeffingen – Raiffeisen Volley Toggenburg: 3:0

Sätze: 25:15, 25:10, 25:15

MZH Löhrenacker, Aesch – keine Zuschauer – SR Hefti/Sigrist

Raiffeisen Volley Toggenburg: Romina Schnyder, Gabriela Maciagowski, Laura Condotta, Jasmin Kuch, Annouk Erni, Martina Koch, Rudy Renko-Ilic – Loredana Cantoni, Jil Inauen, Joanna Mazzoleni, Diana Sacher (alle eingewechselt)

Sm’Aesch Pfeffingen: Tarah Wylie, Madlaina Matter, An Saita, Olga Bogdanova, Kelli Bates, Madison Duello, Annalea Maeder – Katie Oleksak, Luisa Schirmer, Gabi Schottroff, Monika Chrtianska, Livia Saladin (alle eingewechselt)