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Ein Toggenburger engagiert sich im Libanon

Der Seelsorger und Diakon aus dem Städtli bringt sich beim gemeinnützigen Verein Solidarität Schweiz-Libanon ein. In einer Friedensstätte im Libanon baut Andreas Barth ein kleines Tiertherapie-Zentrum auf.
Flurina Lüchinger
Der Diakon und Seelsorger der Seelsorgeeinheit Neutoggenburg, Andreas Barth, im Libanon. In seinen Armen das für die tiergestützte Therapie erworbene Eselsfohlen. (Bild: PD)

Der Diakon und Seelsorger der Seelsorgeeinheit Neutoggenburg, Andreas Barth, im Libanon. In seinen Armen das für die tiergestützte Therapie erworbene Eselsfohlen. (Bild: PD)

Internationale Politik habe ihn schon immer fasziniert, sagt Andreas Barth, Seelsorger und Diakon in der Seelsorgeeinheit Neutoggenburg. 2016 ist Barth nach Lichtensteig gezogen. Vorher war er in Engelburg tätig. Schon lange hegt er den Herzenswunsch nach Frieden oder zumindest nach einer grösseren Sensibilität für den Frieden. Zudem sei der christliche Glauben etwas, das nicht nur im eigenen Wohnzimmer stattfinden soll, sagt er. Der christliche Glauben mit seinen Werten und seiner Ethik soll rausgetragen werden.

Begegnungen – hin zu mehr Frieden auf der Welt

«Wenn ein Schmetterling auf der anderen Seite der Erde einen Flügelschlag macht, hat dies Auswirkungen auf den ganzen Organismus der Erde.» Mit dieser Metapher erklärt Barth, wieso er so motiviert ist, sich zu engagieren. Dass er an eine mögliche Veränderung hin zu mehr Frieden auf der Welt glaubt, ist deutlich zu spüren, während er erzählt. Schon bald nach seiner Ankunft in Lichtensteig trat er das erste Mal in Kontakt mit dem in Stans lebenden Nabih Yammine.

Yammine ist ein wichtiger Kopf der Organisation Solidarität Libanon-Schweiz. Er ist zuständig für die Koordination der Projekte der Hilfsorganisation und für deren Kommunikation. Bernd Jäger, der Mesmer der Katholischen Kirche Lichtensteig kennt Yammine schon lange und hat Barth mit ihm bekannt gemacht. Zwischen Yammine und Barth hat sich schnell eine Freundschaft entwickelt. Richtig gefunkt hat es aufgrund ihrer Faszination für Tiere, insbesondere für Esel und Pferde.

Schwärmen von der ersten Reise

In Schwärmereien geht Andreas Barth über, wenn er von seiner ersten Reise in den Libanon berichtet. Sie hat im Herbst dieses Jahres stattgefunden. Barth berichtet von der Bodenständigkeit, der Offenheit und der Liebenswürdigkeit der Ordensschwestern, von der Gastfreundschaft im Land allgemein und von den Menschen, die sich engagieren. Engagieren für den Frieden und gegen politisches und religiöses Machtgehabe. Andreas Barth war eine Woche im Libanon, um erst einmal zu schauen, wie alles funktioniert.

Begleitet wurde er vom befreundeten Seelsorger Michael Nolle aus Wildhaus. Endgültig entschieden, wirklich in den Libanon zu gehen, hat Barth sich, als die Ordensschwestern, die mitwirken beim Projekt, zum Jubiläum von Bruder Niklaus von Flüe in die Schweiz kamen und Barth einen Tag lang bei seinen Therapiepferden in Oberhelfenschwil besucht haben. Ihr Interesse und ihre ausdrückliche Einladung, dass er doch auch in den Libanon kommen soll, hat ihn letztendlich überzeugt.

Solidarität Libanon-Schweiz, kurz SLS, ist aufgegliedert in verschiedene Projektbereiche. Beispiele sind «Kunst und Frieden» oder «Natur und Frieden». In letzterem lässt sich das Projekt von Barth im Libanon einordnen.

Arbeit im Bereich tiergestützte Therapie

Hier in der Schweiz ist Barth auch im Rahmen seiner seelsorgerischen Arbeit im tiergestützten Therapiebereich tätig. Dies will er nun im Libanon ebenfalls zum Einsatz bringen. Die tiergestützten Therapien können einerseits der Selbstfindung dienen, andererseits aber auch der Traumaverarbeitung. In Ehmej, einer Gemeinde im Libanon, wird momentan nämlich ein Begegnungsort der SLS geschaffen und aufgebaut. Es soll ein Ort sein, an dem friedensengagierte Leute Platz für den Austausch, die Ruhe und die Bildung finden.

Der Rohbau ist mittlerweile vollendet, nun geht es an die Ausgestaltung. In einem Aspekt dieser Ausgestaltung hat Barth mitgewirkt. In der Woche, in der er und Michael Nolle im Libanon waren, wurden auf einer kleinen Ranch drei Esel und zwei Ziegen ausgewählt, gekauft und in das Friedenszentrum gebracht. Es wurde ein Stall gebaut und die ersten Interessierten vor Ort wurden in den Grundlagen der tiergestützten Therapie geschult, damit ein Therapieort entstehen kann. Barth wird wieder in den Libanon gehen. Dies im Frühjahr des nächsten Jahres. Diesmal mit der ganzen Familie. Es wirkt, als ob die Kerze seines Engagements noch ganz lange brennen wird.

Zum Thema Libanon und Frieden gibt es in der katholischen Kirche in Lichtensteig anlässlich des Jahresspendenprojekts 2018, das an die SLS ging, und anlässlich des Wunsches nach Frieden eine Friedenseremitage. Ein Platz in der katholischen Kirche Lichtensteig wird nun geschmückt von einer Monstranz, einem Lichtertisch und einem Gemälde, auf dem Bruder Niklaus von Flüe und Charbel Makhlouf abgebildet sind.

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